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Bergamont beweist mit dem Grandurance 6 Mut zur Farbe
Bergamont beweist mit dem Grandurance 6 Mut zur Farbe - Das Design ist bis in die Details an den Felgen durchgezogen
Das Apex-Schaltwerk von SRAM bedient die 11-42-Zähne Kassette aus gleichem Haus
Das Apex-Schaltwerk von SRAM bedient die 11-42-Zähne Kassette aus gleichem Haus
Es arbeitet unauffällig
Es arbeitet unauffällig - Und es zeichnet sich auch durch gute Einstellbarkeit aus
Bergamont Grandurance 6 Test-18
Bergamont Grandurance 6 Test-18
Am Mittelsteg docken Schutzblech und Gepäckträger an
Am Mittelsteg docken Schutzblech und Gepäckträger an - Bergamont hat dafür eine hauseigene, gelungene Lösung
Für vieles vorbereitet
Für vieles vorbereitet - Breitere Reifen bis 37 mm passen laut Bergamont in den Rahmen. Eine Schutzblech-Montage-Öse und Zugführung für einen Umwerfer sind vorhanden
Passt gut zur Sitzposition auf dem Bergamont
Passt gut zur Sitzposition auf dem Bergamont - Mittelbreiter, unten leicht ausgestellter Lenker mit viel Drop
Gelungene Kombi
Gelungene Kombi - Viel Vorbiegung zu den Hebeln und einiger Backsweep am Unterlenker für recht komfortables Tempobolzen
Rollt leicht und leise auf Asphalt
Rollt leicht und leise auf Asphalt - Profil des Schwalbe G-One Allround
Noch 2 mm breitere Reifen würden durch die Gabel passen
Noch 2 mm breitere Reifen würden durch die Gabel passen - Das Mini-Schutzblech schützt nur den Steuersatz vor Dreckbeschuss
Bergamont Grandurance 6 Test-24
Bergamont Grandurance 6 Test-24
Wie früher am MTB
Wie früher am MTB - Schnellspanner zum Absenken der Sattelstütze. Der Syncros Sattel gefiel
Die gut lesbare Skala an der Stütze erleichtert das Wiederfinden der Sitzposition
Die gut lesbare Skala an der Stütze erleichtert das Wiederfinden der Sitzposition
Die Kurvenlage ist sicher, will aber mit etwas mehr Nachdruck eingeleitet werden
Die Kurvenlage ist sicher, will aber mit etwas mehr Nachdruck eingeleitet werden
Perfekte Paarung für Asphalt und feinen Gravel
Perfekte Paarung für Asphalt und feinen Gravel - Schwalbe G-One Allround auf extrabreiten Alexrims Felgen - für Tubeless-Einsatz sind andere Reifen gefragt
Verstärkt, aber komfortabel
Verstärkt, aber komfortabel - Die Verbindung zum Sitzrohr ist per Gusset abgestützt, die tief angesetzten Sitzstreben erlauben etwas Flex
Trotz Einstiegspreis gönnt Bergamont dem Grandurance die gruppentreue Apex Kurbel
Trotz Einstiegspreis gönnt Bergamont dem Grandurance die gruppentreue Apex Kurbel
Nichts zu beanstanden
Nichts zu beanstanden - Die SRAM Apex Disc Bremse liefert eine ausgewogene Leistung für die Preisklasse
Auf solchen Wegen fühlt man sich mit dem Grandurance pudelwohl
Auf solchen Wegen fühlt man sich mit dem Grandurance pudelwohl
Das sehr steife Rad macht im Sprint Spaß
Das sehr steife Rad macht im Sprint Spaß
Die Unterlenkerhaltung ist am Grandurance schön tief
Die Unterlenkerhaltung ist am Grandurance schön tief
Die Naßhaftung der G-One Allround überzeugte
Die Naßhaftung der G-One Allround überzeugte - Feuchte Waldböden sind aber nichts für die Allrounder
Die Naben liefen satt
Die Naben liefen satt
Die durchgehende Schaltaußenhülle verringert den Pflegeaufwand
Die durchgehende Schaltaußenhülle verringert den Pflegeaufwand
Grandurance 6 – geglückter Mittelweg
Grandurance 6 – geglückter Mittelweg

Bergamont Grandurance 6 im Test: Mit 1.499 Euro kommt das Grandurance straight von St. Pauli als das günstigste Rad in unseren Praxis-Vergleich mit sieben aktuellen Alu-Gravelbikes bis 2.200 Euro – bei ähnlicher Ausstattung. Ob es dennoch mithalten kann, klärt unser Test.

Steckbrief: Bergamont Grandurance 6

Als einziges Rennrad im Bergamont-Programm muss das Grandurance so vielseitig sein wie seine Gabel bunt ist: vom Commuter bis zum Cyclocross-Wettkampfrad – dann mit Carbonrahmen – reicht das Spektrum. Einen so breiten Einsatzbereich muss das Grandurance im Modellprogramm aus St. Pauli abdecken. Bergamont nennt seine Kategorie nicht Gravel sondern „All-Road“. In unserem Einzeltest als Commuter hat es sich 2018 sehr gut geschlagen. Die Grandurance All-Roader basieren auf der identischen Rahmenplattform wie die Commuter-Renner. Auch bei ihnen ist ein niedriger Einstandspreis kennzeichnend. Trotz wertiger Optik ist das Testrad mit 1.499 Euro das teuerste Bike auf Alurahmenbasis im Bergamont-Programm. Dafür bekommt man eine Sram Apex 1×11-Gruppe und Faltreifen wie an den anderen Gravelbikes in unserem Vergleich, die jedoch mindestens 300 Euro teurer sind. Los geht es bei den Grandurance Gravelbikes bereits mit dem 5er für 999 Euro. Das kommt mit Shimano Sora-Gruppe und verfügt über das identische Rahmenset wie das 6er.

EinsatzbereichCyclocross, Gravel, Commute
RahmenmaterialAluminium
GabelAluminium, Carbon
Gewicht (o. Pedale)10,0 kg
Stack581 mm
Websitewww.bergamont.com
Preis: 1.499 Euro

Ausstattung

Das Set aus Alu-Rahmen und Vollcarbongabel hebt das Bergamont Grandurance auf den ersten Blick vom Gros der Gravelbikes ab. Einerseits, weil man hier für weniger Geld bereits eine Vollcarbongabel bekommt, wo andere mit einem Mix aus Alu und Carbon arbeiten. Andererseits, weil Bergamont mit einer mutigen Farbgebung seinem Slogan „Straight from St. Pauli“ gerecht wird. Technisch geht es trotz aller Buntheit grundsolide zu. Alle Schweißnähte wirken sauber, lückenlos und glatt. Wie bei BMC sind die Kettenstreben des Bergamont tief angesetzt – eine Maßnahme, die tatsächlich den Komfort des Rahmens leicht erhöht.

Diashow: Test Bergamont Grandurance 6 - Das Volx-Gravelbike aus St. Pauli?
Gelungene Kombi
Nichts zu beanstanden
Die Naben liefen satt
Bergamont Grandurance 6 Test-18
Auf solchen Wegen fühlt man sich mit dem Grandurance pudelwohl
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Bergamont beweist mit dem Grandurance 6 Mut zur Farbe
# Bergamont beweist mit dem Grandurance 6 Mut zur Farbe - Das Design ist bis in die Details an den Felgen durchgezogen

Alle Züge und Leitungen sind innerhalb des Rahmens verlegt. Trotz eher schwerer Laufräder hält das Rahmenset das Gewicht auf noch verträglichen 9,98 kg, die wir für die 55er Rahmengröße gewogen haben – allerdings rund 200 g mehr als Bergamont angibt. Zu den leichteren Alu-Gravelbikes des Tests gehört das Grandurance damit nicht mehr. Auch in Sachen Reifenfreiheit gibt es sich etwas zugeknöpfter. Pneus bis 37 mm (37-622) sollen laut Bergamont durch Rahmen und Gabel laufen können.

Das Apex-Schaltwerk von SRAM bedient die 11-42-Zähne Kassette aus gleichem Haus
# Das Apex-Schaltwerk von SRAM bedient die 11-42-Zähne Kassette aus gleichem Haus
Es arbeitet unauffällig
# Es arbeitet unauffällig - Und es zeichnet sich auch durch gute Einstellbarkeit aus

Eine Besonderheit des Grandurance sind die Montagepunkte für Mini-Schutzbleche an der Gabel. Überhaupt präsentiert das Rad Vielseitigkeit und Durchdachtheit bei den Montagemöglichkeiten. Vor allem überzeugt, wie die Ösen für den Gepäckträger und die Schutzbleche integriert sind. Es gibt 2 Ösenpaare für Flaschenhalter im Rahmen. Darüber hinaus fehlen weitere Befestigungsmöglichkeiten für Bikepacking-Zubehör – hier ist das Bergamont mehr Randonneur als Abenteuer-Rad.

Ausstattungstabelle zum Ausklappen
RahmenAlu, hydroform, 12 mm Steckachse mit Inbus-Spanner     
GabelCarbon, tapered, A-Head, 12 mm Steckachse mit Inbus-Spanner
Gewicht9,98 kg (gewogen ohne Pedale), Gr. 55
Entfaltung2,08 - 7,93 m pro Kurbelumdrehung
Zulässiges Gesamtgewicht 110 kg
SchalthebelSram Apex, hydr. Disc 1x11
Umwerfer / Schaltwerkohne / Sram Apex 1x11
Kurbel / ZähneSram Apex, 172,5 mm / 40 T
Ritzel / ZähneSram PG1130 / 11-42 T
InnenlagerSram GXP, BSA
KetteSRAM PC-1110
Bremsen Sram Apex hydr. Disc, v./h.: 160 mm Centerline Scheiben
LaufradsatzAlexrims Race 23 Disc Felgen 622x23c/ Naben Alu / 28 Speichen v. + h.
Reifen / GrößeSchwalbe G-One Allround, 622-35, kein Reflex
LenkerSyncros Creston, Alu, oben 440 mm breit, unten 480 mm breit, 140 mm drop
VorbauSyncros RR2.5, Alu, 105 mm
SattelSyncros FL2.5
SattelstützeSyncros RR2.5, Alu
BesonderheitenSchutzblech-Ösen an Gabel und Rahmen, Gepäckträger-Befestigungsmöglichkeit, 2 Ösen auf Unterrohr, 2 Ösen am Sitzrohr, durchgängig verlegte Schaltaußenhülle

Klug aufgebaut sind die Laufräder. Mit 23 mm Maulweite geben die verwendeten Alexrims Felgen den Reifen eine breitere Form und damit bessere Traktion. Die montierten Schwalbe G-One Allround sind ebenso wie die Felgen Tubeless Ready – und für den Preis eine wertige Komponente. 28 Speichen verleihen genügend Stabilität.

Bergamont Grandurance 6 Test-18
# Bergamont Grandurance 6 Test-18
Am Mittelsteg docken Schutzblech und Gepäckträger an
# Am Mittelsteg docken Schutzblech und Gepäckträger an - Bergamont hat dafür eine hauseigene, gelungene Lösung
Für vieles vorbereitet
# Für vieles vorbereitet - Breitere Reifen bis 37 mm passen laut Bergamont in den Rahmen. Eine Schutzblech-Montage-Öse und Zugführung für einen Umwerfer sind vorhanden

Wertig im Verhältnis zum Preis ist auch die Sram Apex 1×11-Gruppe. Sie ist vollständig verbaut und im Quasi-Gravelbike-Standard ausgelegt, also mit einem 40er Kettenblatt vorne, das auf eine Kassette mit maximal 42 Zähnen hinten leicht untersetzt ist.

Einen guten Eindruck hinterließen die Syncros-Komponenten: der Lenker (mit leichtem Backsweep), der Vorbau, die Sattelstütze und der eher harte Sattel. Hintergrund: Bergamont gehört seit einiger Zeit zu Scott, wo auch die Komponenten-Marke Syncros beheimatet ist.

Geometrie: Eher traditionell

Stichwort „Vorbau“: Der fällt am Grandurance etwas länger aus. Bergamont wählt eher eine traditionelle Auslegung der Geometrie, bei der das Oberrohr etwas kürzer ist und der Vorbau entsprechend länger ausfallen muss, um zu einer guten Gewichtsverteilung zu kommen.

Geometrietabelle zum Ausklappen
Rahmengröße cm4953555761
Sitzrohrlänge mm475510535555585
Oberrohrlänge mm515530555570590
Steuerrohrlänge mm115135160180200
Sitzwinkel Grad7373,373,57475,5
Lenkwinkel Grad7171,571,572,072,5
Kettenstrebenlänge mm425425425425425
Radstand 9991005102610361051
Tretlager-Absenkung7070707070
Stack mm537558581602623
Reach mm366370383392405
Stack to Reach (StR-Wert)1,471,511,521,541,54

Bei den restlichen Kennzahlen gehört das Bergamont zu den Vertretern des Mittelmaßes. Seien es die mittellangen Kettenstreben, der nur etwas flachere Lenkwinkel für einen beruhigten Geradeauslauf oder das nur leicht erhöhte Steuerrohr für eine etwas aufrechtere Sitzposition.

Passt gut zur Sitzposition auf dem Bergamont
# Passt gut zur Sitzposition auf dem Bergamont - Mittelbreiter, unten leicht ausgestellter Lenker mit viel Drop
Gelungene Kombi
# Gelungene Kombi - Viel Vorbiegung zu den Hebeln und einiger Backsweep am Unterlenker für recht komfortables Tempobolzen

Der Stack-to-Reach-Wert des Testrades in Größe 55 von 1,52 ordnet das Grandurance ebenfalls klar bei den gemäßigten Vertretern ein. Er fällt eher einen Tick gemütlicher und aufrechter aus, aber liegt noch nicht auf der ganz komfortablen Seite. Kleinere Fahrer werden bei Bergamont nicht so stark in eine gebeugtere Haltung gezwungen wie anderswo. Der Stack-to-Reach-Wert (StR) für die kleinste Rahmengröße ist mit 1,47 nur moderat sportlich. Allerdings ist die kleinste Rahmenhöhe noch immer mit einem ziemlich langen Sitzrohr gebaut, so dass die Überstandshöhe weniger ein Fall für ganz kleine Grandurance-Piloten sein dürfte.

Rollt leicht und leise auf Asphalt
# Rollt leicht und leise auf Asphalt - Profil des Schwalbe G-One Allround
Noch 2 mm breitere Reifen würden durch die Gabel passen
# Noch 2 mm breitere Reifen würden durch die Gabel passen - Das Mini-Schutzblech schützt nur den Steuersatz vor Dreckbeschuss

Auf dem Kurs: Fahrsicherheit und Fahrspaß

So sitzt man: Die Sitzposition auf unserem Bergamont Grandurance 6 Testrad in Größe 55 fällt ausgewogen bis leicht aufrecht aus. Ein fühlbarer Unterschied zu anderen Gravelbikes ist der größere Abstand des Sattels zum Boden. Er resultiert aus der etwas geringeren Absenkung des Tretlagers. Der Sattel wurde als angenehm empfunden. Interessant: Durch den tiefen Ansatz der Sitzstreben und den langen Auszug der Sattelstütze entsteht tatsächlich ein minimaler Flex, den man beim Fahren als Komfort spürt – obwohl alle beteiligten Bauteile aus Aluminium bestehen, das üblicherweise konstruktiv unnachgiebig ausgelegt wird. Gut hat Bergamont den Lenker auf die Position abgestimmt. Er besitzt mehr Drop als das Gros der Modelle im Vergleich. Dadurch kommt man trotz der gemäßigt aufrechten Sitzposition auch in eine recht aerodynamische Haltung (für ein Gravelbike). Unten ist der Lenker leicht ausgestellt.

Bergamont Grandurance 6 Test-24
# Bergamont Grandurance 6 Test-24
Wie früher am MTB
# Wie früher am MTB - Schnellspanner zum Absenken der Sattelstütze. Der Syncros Sattel gefiel
Die gut lesbare Skala an der Stütze erleichtert das Wiederfinden der Sitzposition
# Die gut lesbare Skala an der Stütze erleichtert das Wiederfinden der Sitzposition

Auf der Straße: Läuft! Auf der Straße fühlt sich das Bergamont mehr als die meisten anderen Gravelbikes wie ein Rennrad an. In dieser Hinsicht ähnelt es der BMC Roadmachine X im Test, wirkt allerdings nicht ganz so agil. Natürlich wird der Eindruck stark von den Schwalbe G-One Reifen geprägt. Deren Profil und Aufbau mit einer recht flexiblen Seitenflanke macht sie zu den gefühlt leichtlaufendsten Reifen auf Asphalt. Dabei rollen sie schön leise ab und stören auch in schnellen Straßenkurven die Lenkpräzision nicht durch Übergänge von „definiert“ zu „schwammig“. Grund dafür ist das Fehlen von Seitenstollen. Überhaupt wirkt die Front des Bergamont ausgesprochen verwindungssteif, die Lenkung ist direkt und gibt sich unbeeinflussbar durch Lastwechsel – eine gute Voraussetzung für Touren mit Gepäck.

Die Kurvenlage ist sicher, will aber mit etwas mehr Nachdruck eingeleitet werden
# Die Kurvenlage ist sicher, will aber mit etwas mehr Nachdruck eingeleitet werden
Perfekte Paarung für Asphalt und feinen Gravel
# Perfekte Paarung für Asphalt und feinen Gravel - Schwalbe G-One Allround auf extrabreiten Alexrims Felgen - für Tubeless-Einsatz sind andere Reifen gefragt
Verstärkt, aber komfortabel
# Verstärkt, aber komfortabel - Die Verbindung zum Sitzrohr ist per Gusset abgestützt, die tief angesetzten Sitzstreben erlauben etwas Flex

Auf dem Kiesweg: Die andere Stärke des Bergamont ist der befestigte Wald- und Wiesenweg. Solange das Geröll unter den Rädern nicht zu lose und grob wird, macht das Rad auf schnellen Wegen durch den Forst großen Spaß. Mit etwas geringerem Druck gefahren, liegen die Schwalbe G-One auch hier satt auf dem Boden und erzeugen gute Traktion. Das Grandurance behält sein absolut berechenbares Fahrverhalten; es läuft hervorragend geradeaus und will mit etwas Nachdruck in die Kurve gelegt werden.

Trotz Einstiegspreis gönnt Bergamont dem Grandurance die gruppentreue Apex Kurbel
# Trotz Einstiegspreis gönnt Bergamont dem Grandurance die gruppentreue Apex Kurbel
Nichts zu beanstanden
# Nichts zu beanstanden - Die SRAM Apex Disc Bremse liefert eine ausgewogene Leistung für die Preisklasse

Am Berg: Keine Überraschungen liefert das Bergamont Grandurance im Auf und Ab der Teststrecke. Die Übersetzung bewegt sich im Rahmen des Üblichen bei Gravelbikes. Mit anderen Worten: sie ist nach unserem Geschmack für ein Rad, das auch mal mit Gepäck in steilerem Gelände bewegt wird, noch etwas zu schwer. In den meisten Situationen kommt man jedoch gut zurecht. Gut sind am Bergamont der lange Vorbau und die recht weite Vorbiegung des Lenkers, die zum Klettern viel Gewicht auf das Vorderrad bringen. Von den Reifen kann man auf weichem Boden an Steilstücken nicht viel Traktion erwarten. Geht es bergab, verzögern die Bremsen gut dosierbar und packen auch für Einsteiger nicht zu brachial zu.

→ Hier geht es zu den Gravelbike-Testfahrten auf Strava

Die Kür auf dem Trail: Trotz MTB-Anstrich im Design findet das Bergamont auf engen, kurvigen Waldwegen mit wechselnden Untergründen nicht zu der Form, die es sonst an den Tag legt. Auch hieran haben die Reifen entscheidenden Anteil, die in Kurven schlicht zu wenig Seitenhalt bieten. Sehr beruhigend ist immerhin, dass die breiten Felgen und das große Volumen der Reifen einen guten Durchschlagschutz bieten. Schön, wenn es mal steinig wird, wo die Reifen wiederum ein besseres Bild geben. Bergab ist der Richtung Vorderrad liegende Schwerpunkt ein Nachteil. Sicherheit vermittelt aber die auf Geradeauslauf getrimmte Geometrie. Es ist nicht so, dass man mit dem Bergamont auf Trails keinen Spaß haben kann, aber mit anderen Gravelbikes geht auf solchem Terrain noch mehr.

Auf solchen Wegen fühlt man sich mit dem Grandurance pudelwohl
# Auf solchen Wegen fühlt man sich mit dem Grandurance pudelwohl
Das sehr steife Rad macht im Sprint Spaß
# Das sehr steife Rad macht im Sprint Spaß
Die Unterlenkerhaltung ist am Grandurance schön tief
# Die Unterlenkerhaltung ist am Grandurance schön tief

Haltbarkeit: Nicht zu viel mitnehmen

Im Rahmen des Vergleichstests mit sechs anderen Gravelbikes wurde das Bergamont Grandurance 6 nur über die Vergleichsstrecke bewegt. Aussagen über die Haltbarkeit lassen sich damit kaum machen. Bergamont gewährt eine fünfjährige Garantie auf den Rahmen und zwei Jahre auf die Gabel. Es empfiehlt sich im übrigen immer ein Blick auf die genauen Garantiebedingungen. Bei Bergamont ist die Erfüllung zum Beispiel an das Vorhandensein eines Übergabeprotokolls gebunden. Vergleichsweise enge Grenzen setzen die Hamburger beim zulässigen Gesamtgewicht, das sie mit 110 kg angeben. Das verwundert vor allem vor dem Hintergrund, dass es auch vollausgestattete Räder mit Gepäckträger gibt. Pluspunkte in Sachen Haltbarkeit sind noch die durchgängig verlegte Schaltaußenhülle sowie die nochmals abgeschmierten Lager am Testrad.

Die Naßhaftung der G-One Allround überzeugte
# Die Naßhaftung der G-One Allround überzeugte - Feuchte Waldböden sind aber nichts für die Allrounder
Die Naben liefen satt
# Die Naben liefen satt
Die durchgehende Schaltaußenhülle verringert den Pflegeaufwand
# Die durchgehende Schaltaußenhülle verringert den Pflegeaufwand

Fazit @Rennrad-News.de

Keine Experimente! Das Bergamont Grandurance 6 tritt zwar mit St. Pauli-Design auf, wählt aber bei der Geometrie einen glücklichen Mittelweg und erlaubt sich keine Extravaganzen bei der Ausstattung. In Sachen Komponenten und Verarbeitung kann das 1.499 Euro-Rad mehr überzeugen als manches teurere. Das wahre Pfund des Grandurance sind aber seine Fahreigenschaften. Sie sind mit problemlos und souverän auf allen Wegen außer Trails gut umschrieben. Nur für Reisen und Bikepacking taugt es weniger. Insgesamt ein vielseitiges Gerät mit etwas Spaß- und ohne Risikofaktor. Glasklarer Preis-Leistungs-Tipp.

Pro
  • Leichter und leiser Lauf auf Asphalt und feinem Gravel
  • Große Spurtreue
  • Hohe Lenkpräzision
  • Sortenreine Apex-Gruppe verbaut
  • Solide Laufräder mit breiten Felgen
  • Durchdachte Details
  • Leicht zum Commuter nachrüstbar
  • Preis
Contra
  • Geringe Gewichtszulassung
  • Etwas geringere Agilität
  • Vergleichsweise kurze Garantiezeit
Grandurance 6 – geglückter Mittelweg
# Grandurance 6 – geglückter Mittelweg

Was ist eure Meinung zum Bergamont Grandurance 6?


Testablauf

Alle Gravelbikes im Vergleich wurden auf einer identischen Teststrecke in Bad Kreuznach getestet. Die Strecke beinhaltet Straßen, Anstiege auf der Straße und bis zu 20 % steile Anstiege auf Forstwegen. Außerdem enthält sie schnell fahrbare, weitgehend ebene Forstwege mit losem Schotterbelag und lang gezogene Kurven sowie einfache Abfahrten auf Trails und eine kurze Schiebe- und Tragepassage.

Standard-Testvorgang ausklappen

Die Testräder werden bei den Herstellern für den Test in der beschriebenen Kategorie angefragt. Neben den gezeigten Rädern können noch mehr Testräder angefragt worden sein, die zum Beispiel aus Gründen der Lieferfähigkeit nicht teilnehmen konnten. Die Hersteller stellen das Rad kostenlos in der Art und Weise zur Verfügung, wie es der Fachhandel erhält; bei Testrädern von Direktanbietern, wie sie der Endkunde erhält, d.h. vormontiert. Die Testräder wurden in der Redaktions-Werkstatt endmontiert. Für den Test wurden die Räder gewogen, die Sitzposition bei identischer Sattelhöhe (bezogen auf die Tretlagermitte) vermessen und der Reifen auf den mittleren empfohlenen Reifendruck befüllt. Für die Geländefahrt wurde der Reifendruck auf den unteren empfohlenen Wert gesenkt. Nach Testende erhalten die Hersteller die Testräder zurück.
Testerprofil Jan Gathmann ausklappen
Tester-Profil: Jan Gathmann
64 cm75-76 kg86,5 cm58 cm180 cm
Jan fährt alles, was einen Rennbügel hat: Rennrad, Cycloccrossrad, Gravelbike, Bahnrad. Nach einem kurzen Ausflug in die Amateurrennen ohne nennenswerte Ergebnisse beschränken sich seine Renneinsätze auf Hobby-CX-Rennen und das eine oder andere Jedermannrennen. Lieber kurz und schmerzvoll als lang und schmerzreich, lieber Frühjahrsklassiker als Alpenmarathon. Längere Etappentouren mit Gepäck stehen zahlreich auf der Wunschliste und werden nach zeitlichen Möglichkeiten eingestreut. Strava: https://www.strava.com/athletes/3294693.
Ich fahre hauptsächlich
Rennradtouren, CX-Rennen, Gravelrides
Vorlieben bei der Geometrie
Gemäßigt sportlich, eher lang

Hier lest ihr die weiteren Beiträge zum Gravelbike-Vergleichstest mit 7 Rädern auf Alurahmen-Basis von Rennrad-News:

  1. benutzerbild

    koutenmann

    dabei seit 11/2018

    Ein Bergamont-Rad kommt eher nicht aus St. Pauli, sondern wohl eher aus St. Fernost. Soweit ich weiß werden die Räder vollständig in Fernost fremdmontiert. Bergamont selbst plant und verkauft.

    Ja, das ist eine Spitzfindigkeit, aber mir ist so etwas wichtig. Dass man auch in D zumindest montieren kann, zeigen ja einige Konkurrenten.

    Trotzdem danke für die tollen Tests und Fotos! Ich will ja nicht nur meckern ;)
  2. benutzerbild

    Altmetal

    dabei seit 01/2018

    koutenmann
    Ein Bergamont-Rad kommt eher nicht aus St. Pauli, sondern wohl eher aus St. Fernost. S
    Aber die Marke! Verstehst du das nicht? Voll die krasse Brand aus dem Kiez! Und darauf kommt es an!!!11elf
  3. Anzeige

  4. benutzerbild

    snowdriver

    dabei seit 07/2016

    Stimmig, auch das Farbkonzept. Das es preislich auch noch eher zu den 'Tiefstaplern' zählt ist umso erstaunlicher.
    Einzig der Übergang vom Steuerrohr zum Vorbau 'graust die Sau' – pardon, aber sicher hätte man hier den Absatz gefälliger gestalten können.
  5. benutzerbild

    Sluni

    dabei seit 05/2018

    Ein nicht Gravel-Bike wird im Gravelbike vergleich Preis-Leistungssieger? Eigentlich ist das doch eher ein Versuch von Bergamont mit dem Gravelthema auch noch Geld ab zu stauben ohne das man wirklich dahinter steht. Den mit nur 110kg zulassung und 10kg Eigengewicht ist das doch höchstens für kleine, leichte Menschen ein Gravelbike.

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