Tipp: du kannst mit der Tastatur blättern
Lange im Windkanal
Lange im Windkanal
"Arme relativ steil im Wind"
"Arme relativ steil im Wind"
Langes Canyon mit dem alten Auflieger...
Langes Canyon mit dem alten Auflieger...
...und der Neue nach den Erkenntnissen von Projekt 101
...und der Neue nach den Erkenntnissen von Projekt 101
3D Scan der Arme in Rennhaltung bei Sauber
3D Scan der Arme in Rennhaltung bei Sauber
Die Arme werden mit dem Scanner...
Die Arme werden mit dem Scanner...
...rundum abgetastet
...rundum abgetastet
Simulation bei Swiss Side
Simulation bei Swiss Side
Lange im Gespräch mit J.P. Ballard von Swiss Side
Lange im Gespräch mit J.P. Ballard von Swiss Side - Bis hin zur Empfindlichkeit der Haare an der Auflage wird alles diskutiert, wie aus dem Video hervorgeht
Belastungstest des 3D gedruckten Titanteils bei Canyon
Belastungstest des 3D gedruckten Titanteils bei Canyon
Der Prüftstand bei Canyon
Der Prüftstand bei Canyon

101 Sekunden trennen Top-Triathlet Patrick Lange vom Sub-8-Finish auf dem Ironman-Weltmeisterschaftskurs Kona. Das „Projekt 101“ soll ihm die Zeit verschaffen: ein neues Aero-Cockpit. Windkanaloptimierung, Titan 3D-Druck und mehr setzten die Partner Canyon, Swiss Side und Sauber ein und sehen Lange nun auf Kurs zum Minutengewinn.

Patrick Lange will den schnellsten Ironman, den es je in Kona gab, noch schneller machen. Er will seine eigene Bestzeit schlagen. Helfen soll ihm dabei ein neues, maßgeschneidertes Aero-Cockpit. An dessen Entstehung waren gleich 3 Entwicklungspartner beteiligt: Canyon für das Rad, Sauber aus der Formel 1 und Swiss Side – für die Transformation der F1-Technik. Das „Projekt 101“ ist damit auch ein Beispiel mit welchem Aufwand heute Aero-Sekunden auf dem Rennrad gewonnen werden.

Lange im Windkanal
# Lange im Windkanal

Potenzial beim Ausleger

Als Patrick Langes Aerodynamik-Support hat sich das Team von Swiss Side das Set-up und Mensch-Maschine-System angeschaut, um festzustellen, wo es beim Equipment Potenzial für weitere Leistungssteigerungen gibt. Ausgemacht haben die Schweizer die Triathlon-Ausleger: Da sie bei Patrick in steilem Winkel nach oben ragen, stehen sie mehr als gewöhnlich im Wind. Strömungssimulationen (CFD) hätten bestätigt, dass die Ausleger merklichen Luftwiderstand erzeugten. Deshalb wurde ein Konzept entwickelt, um das Design zu verbessern und die Ausleger so auf Patrick anzupassen, als wären sie ein Teil von ihm.

"Arme relativ steil im Wind"
# "Arme relativ steil im Wind"
Langes Canyon mit dem alten Auflieger...
# Langes Canyon mit dem alten Auflieger...
...und der Neue nach den Erkenntnissen von Projekt 101
# ...und der Neue nach den Erkenntnissen von Projekt 101

Erster Windkanaltest

Swiss Side hat einen ersten Entwurf aus 3D-gedrucktem Kunststoff gefertigt und im Zuge eines Windkanaltests mit Patrick Anfang Mai ausprobiert. Die Ergebnisse bestätigten das Potenzial für eine merkliche Leistungsverbesserung.

Nach diesem Windkanaltest betrachtete Swiss Side, wie es heißt, die Ergebnisse zusammen mit Langes Radsponsor Canyon. Gleichzeitig hatte Swiss Side demnach bereits Sauber Engineering kontaktiert, um die Möglichkeiten abzustimmen, mit Hilfe neuer 3D-Druckmethoden für Metall ein neues Cockpit herzustellen.

Entwicklung im Video

Kopien der Arme und FEM-Analyse der Teile

Der nächste Schritt war, Patricks Arme zu vermessen, um das Design perfekt auf ihn abzustimmen. Dies geschah bei Sauber, wo beide Arme und Abdrücke seiner Ellbogen gescannt wurden. Zusammen mit Canyon hat Swiss Side die Aerodynamik des neuen Aero-Cockpits dahingehend entworfen und optimiert, dass es genau zu Patricks Armen passt. Mit der Unterstützung von Sauber wurden die Teile mittels FEM-Methode (Finite Element Method) zudem hinsichtlich Gewicht und Steifigkeit optimiert.

3D Scan der Arme in Rennhaltung bei Sauber
# 3D Scan der Arme in Rennhaltung bei Sauber
Die Arme werden mit dem Scanner...
# Die Arme werden mit dem Scanner...
...rundum abgetastet
# ...rundum abgetastet

Zweiter Windkanaltest

Das neuste Resultat dieser Entwicklungsarbeit wurde zunächst wieder als Kunststoff-Prototyp gedruckt. In einem zweiten Windkanaltest überprüfte es Swiss Side zusammen mit Patrick. Dabei ging es sowohl um die Aerodynamik der Anbauteile als auch darum, sicherzustellen, dass sie sowohl zu Patricks Armen als auch zu seinem Fahrrad passen. Erst nachdem auch dieser Test erfolgreich verlaufen war, bekam Sauber grünes Licht, um die Metallteile zu fertigen.

Simulation bei Swiss Side
# Simulation bei Swiss Side
Lange im Gespräch mit J.P. Ballard von Swiss Side
# Lange im Gespräch mit J.P. Ballard von Swiss Side - Bis hin zur Empfindlichkeit der Haare an der Auflage wird alles diskutiert, wie aus dem Video hervorgeht

3D-Druck der Teile aus Titan

Das endgültige Design besteht aus 3D-gedrucktem Titan mit optimierter Wandstärke und Innenstrukturen an den hauptsächlich belasteten Stellen der Ausleger sowie an den Halterungen sowie separaten, ultra-leichten 3D-gedruckten Aluminium-Schalen für die Ellbogen-Pads. Das Ergebnis soll eine signifikante Verbesserung der Aerodynamik bei gleichzeitig geringerem Gewicht und höherer Steifigkeit sowie insgesamt verbessertem Komfort und Ergonomie sein.

Belastungstest bei Canyon

Die ersten Teile, die aus der Maschine kamen, wurden sofort zu Canyon geschickt, um sie dort gründlich auf deren Prüfständen testen und die Haltbarkeit der Anbauteile unter extremer Belastung überprüfen zu lassen. Das neue Aero-Cockpit bestand mit Auszeichnung.

Belastungstest des 3D gedruckten Titanteils bei Canyon
# Belastungstest des 3D gedruckten Titanteils bei Canyon
Der Prüftstand bei Canyon
# Der Prüftstand bei Canyon

Praxistest in St. Moritz

Am 24. August, nur 16 Wochen nach dem ersten Probelauf im Windkanal, wurden die fertigen Teile zu Patrick Lange ins Trainingscamp nach St. Moritz in die Schweiz geliefert, damit er sie dort unter realen Bedingungen testen konnte. Nach seiner Zustimmung ließ Canyon von Ergon maßgefertigte Pads für das neue Aero-Cockpit herstellen.

Patrick Lange sagt dazu: „Ich bin mir sicher, dass ich damit einen großen Schritt in Richtung Aerodynamikverbesserung und einen großen Schritt in der Verbesserung des Rad-Splits auf Hawaii gegangen bin und kann es kaum erwaten, mein neues Aero-Cockpit der Öffentlichkeit vorzuführen und dann am 13. Oktober am grossen Rennen auf Hawaii dementsprechend auch Leistung folgen zu lassen.“

Infos: Pressemitteilung / Fotos: Marcel Hilger, Video: René Domke
  1. benutzerbild

    Oseki

    dabei seit 02/2016

    Zum Glück ist die Nummer stark Wetter abhängig. Und die Startnummer 1 haben die Marshalls garantiert auf dem Armaturenbrett. Viel Glück Patrick!!!
  2. Anzeige

Was meinst du?

Hier kannst du den Artikel direkt im Forum kommentieren.

Hier geht es zu Thema und Kommentaren im Forum.

Verpasse keine Neuheit. Trag dich für den Rennrad-News-Newsletter ein!