„Ich würde nichts ändern. Ich würde mein Verhalten nicht ändern. Ich meine, ich würde, aber das ist eine längere Antwort.“ Das sagt Lance Armstrong in einem Interview, das der US-Sender NBC-Sports nächste Woche ausstrahlen wird. NBSCN veröffentlichte erste Passagen vorab in einer Pressemitteilung.

„Wir haben getan, was wir tun mussten, um zu gewinnen. Es war nicht legal, aber ich würde nichts ändern: auch wenn es bedeutet einen Haufen Geld zu verlieren, vom Helden zur Null zu werden.“ Auch das sagt der Ex-Tour de France-Gewinner Lance Armstrong im Interview mit NBC-Sports. Armstrong gewann sieben Mal die Tour de France mit wechselnden Teams. Sämtliche Siege wurden ihm 2012 durch die UCI aberkannt. An Armstrong richteten sich Schadenersatzforderungen seiner ehemaligen Sponsoren, von Helfern und anderer in Höhe von 100 Millionen Dollar. Aber der Radprofi konnte die Strafe erheblich auf 5 Millionen Dollar reduzieren durch einen Handel vor Prozessbeginn.

Wenn ich nur gedopt hätte und nichts gesagt hätte, wäre nichts davon passiert.

Im Sommer 2019 jährt sich Armstrongs erster Tour de France Sieg zum 20. Mal. Die Zitate des NBCSN-Interviews legen nahe, dass Armstrong das Doping bis heute nicht bereut. „Vor allem würde ich die Lektionen, die ich gelernt habe, nicht ändern. Ich spüre nicht alle Konsequenzen, wenn ich mich nicht so benehme. Ich werde nicht untersucht und bestraft, wenn ich mich nicht so verhalte, wie ich es getan habe. Wenn ich nur gedopt hätte und nichts gesagt hätte, wäre nichts davon passiert. Nichts davon. Ich habe darum gebettelt, ich habe sie dazu eingeladen, mich zu verfolgen. Es war ein einfaches Ziel“, wird Armstrong aus dem Interview zitiert.

Neben seinem Umgang mit seiner Doping-Geschichte spricht Armstrong auch über den Beginn seiner Laufbahn als Radprofi, das „erste Mal“ beim Doping und soll auch offen über die Doping-Kultur zur Zeit seiner Karriere reden. Auch persönliche Lieblings-Erinnerungen an die Tour de France sollen zur Sprache kommen.

„Next Stage“ – zu deutsch: „die nächste Etappe“ – ist der Titel des Interviews, das NBC-Reporter Mike Tirico mit Lance Armstrong führte. Es wird am Mittwoch, 29. Mai 11.30 Uhr CET auf dem Sport-Sender ausgestrahlt. Zur Erinnerung: Es war ein Fernseh-Interview mit Opra Winfrey, in dem Lance Armstrong sein jahrelanges Doping zum ersten Mal selbst einräumte. Auch das ist Thema in „Next Stage“ ebenso wie seine Zukunftspläne.

Reue oder Geltungsdrang in neuer Gestalt – wie deutet ihr die zitierten Aussagen Armstrongs?

Infos: Pressemitteilung NBCSN / Foto: Lance Armstrong bei der Tour 2004, CC BY-SA 3.0
  1. benutzerbild

    JNL

    dabei seit 09/2017

    "Ich würde nichts ändern. Ich würde mein Verhalten nicht ändern. Ich meine, ich würde, aber das ist eine längere Antwort." Das sagt Lance Armstrong in einem Interview, das der US-Sender NBC-Sports nächste Woche ausstrahlen wird. NBSCN veröffentlichte erste Passagen vorab. Hier die Infos.


    → Den vollständigen Artikel „[url=https://www.rennrad-news.de/news/neues-lance-armstrong-interview-es-war-nicht-legal-aber-ich-wuerde-nichts-anders-machen/]Neues Lance Armstrong Interview: „Es war nicht legal, aber ich würde nichts anders machen“[/url]“ ansehen


    [url=https://www.rennrad-news.de/news/neues-lance-armstrong-interview-es-war-nicht-legal-aber-ich-wuerde-nichts-anders-machen/][img]https://fthumb0.mtb-news.de/cache/750_auto_1_1_0/55/aHR0cHM6Ly93d3cucmVubnJhZC1uZXdzLmRlL25ld3Mvd3AtY29udGVudC91cGxvYWRzLzIwMTkvMDUvTGFuY2UtQXJtc3Ryb25nLVRkRjIwMDQuanBn.jpg[/img][/url]
  2. benutzerbild

    Nohandsmom

    dabei seit 01/2016

    er wieder
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  4. benutzerbild

    Blechroller

    dabei seit 06/2015

    Wer hat denn da die Zitate so grausam übersetzt?
  5. benutzerbild

    Altmetal

    dabei seit 01/2018

    Blechroller schrieb:

    Wer hat denn da die Zitate so grausam übersetzt?

    Irgendeine Software wahrscheinlich ;)
  6. benutzerbild

    Frenge09

    dabei seit 03/2019

    Er ist ein Narzist und Junkie. Mehr nicht.
    Man sollte dem keine Beachtung schenken. Welche Signale sendet man mit solchen Aussagen an junge Sportler ?!
  7. benutzerbild

    solution85

    dabei seit 09/2017

    Schade das selbst hinterher immer nur das nötigste gesagt wird. So richtig ausgepackt hat in meinen Augen noch keiner.
  8. benutzerbild

    Bergabheizer

    dabei seit 10/2011

    Frenge09 schrieb:

    Er ist ein Narzist und Junkie. Mehr nicht.
    Man sollte dem keine Beachtung schenken. Welche Signale sendet man mit solchen Aussagen an junge Sportler ?!


    Dass was getan werden kann, getan wird. Und wenn nicht, hast du keinen Erfolg. So war es und so wird es immer sein.
    Das von den Medien gemalte Bild vom Sportler, der Doping verurteilt, immer die gewünschte politische Einstellung hat und vertritt, ist so real wie Einhörner. Das wird im Hochleistungssport ebenso für immer bleiben.
    Gegen Doping helfen nicht irgendwelche Signale, sondern nur Kontrolle und Sanktionen, sonst nichts.
  9. benutzerbild

    stuhli

    dabei seit 10/2018

    Jop....da gebe ich Dir Recht. Doping im Sport ist im Grunde nicht viel anders als der Schmu, der in der Politik stattfindet....siehe Österreich.
    Zum Fall Armstrong hege ich ja die Vermutung, dass er den Krebs bekam wegen der Dopingmittel. Er hat ja nicht erst nach der wundersamen Heilung damit angefangen.
    Nachweisbar ists nicht aber auch egal. Gelernt daraus hat er wohl nicht und Vorbild war der noch nie, obwohl ich die Rennen damals gerne gesehn hab.

    Heute fällt mir auf, dass die Jungs bei den Rundfahrten, California oder jetzt Giro, auch mal einbrechen und dann nicht wie Phönix aus der Asche am nächsten Tag alles in Grund und Boden fahren. Sieht mir sauberer aus und hoffentlich täusche ich mich nicht.
  10. benutzerbild

    Don Vito Campagnolo

    dabei seit 09/2005

    stuhli schrieb:

    ... auch mal einbrechen und dann nicht wie Phönix aus der Asche am nächsten Tag alles in Grund und Boden fahren. Sieht mir sauberer aus ...

    In etwa so sauber wie damals Floyd "Testo-Pflaster" Landis?
    Ich denke, aus Einbruch und Wiederauferstehung sollte man besser auch nichts herleiten.
  11. benutzerbild

    Bergabheizer

    dabei seit 10/2011

    Don Vito Campagnolo schrieb:

    In etwa so sauber wie damals Floyd "Testo-Pflaster" Landis?
    Ich denke, aus Einbruch und Wiederauferstehung sollte man besser auch nichts herleiten.


    Da waren alle total entsetzt und das war einer der wenigen Momente, in denen ich dachte, vielleicht sind die anderen ja wirklich sauber.

    Ich denke auch, man kann an solchen Einbrüchen nichts bzgl. Doping festmachen. Man kann nur sagen, dass derjenige irgendetwas fasch gemacht hat, Krafteinteilung, Ernährung, was auch immer.

    Man wird wohl sagen können, dass einige Substanzen definitiv nicht mehr in der Art wie früher genommen werden. Wenn es aber noch die Möglichkeit gibt, die Leistung effektiv zu steigern, ohne aufzufallen, bin ich mir nach wie vor sicher, dass die auch genutzt wird.
    Ich unterstelle niemandem Doping, lege aber auch für niemanden die Hand ins Feuer, auch nicht für Moralapostel und Medienlieblinge wie Tony Martin.
  12. benutzerbild

    stuhli

    dabei seit 10/2018

    Solche Einbrüche sind ja auch normal. Die hatte ich in meiner aktiven Zeit auch. Nur liefs dann am nächsten Tag immer noch bescheiden.
    Auch klar dass es immer Doping geben wird. Das Ausmaß scheint halt nimmer so extrem.
  13. benutzerbild

    rr-mtb-radler

    dabei seit 02/2008

    Bergabheizer schrieb:

    Dass was getan werden kann, getan wird. Und wenn nicht, hast du keinen Erfolg. So war es und so wird es immer sein.
    Das von den Medien gemalte Bild vom Sportler, der Doping verurteilt, immer die gewünschte politische Einstellung hat und vertritt, ist so real wie Einhörner. Das wird im Hochleistungssport ebenso für immer bleiben.
    Gegen Doping helfen nicht irgendwelche Signale, sondern nur Kontrolle und Sanktionen, sonst nichts.


    Ja, aber dann muss das gesamte System geändert werden. Schaut Euch nur den Bullshit bei der Sportförderung, den Nominierungskriterien für EM, WM und Olympia an. Ohne Platzierungen, Endrundenteilnahme und Medaillen gibt es nicht.
    Es reicht nicht aus, der Beste in unserem Land zu sein, um die Nationalfarben zu vertreten.
    Das gilt aber auch für die Zuschauer. Fliegen die deutschen Adler 3-4 Jahre im Mittelfeld rum, sind die TV Übertragungen in Gefahr, weil es keiner mehr sehen will. Oder Jan U. der „bis auf das eine mal“ immer nur Zweiter wurde.
    Da zählt nur der Sieg, egal wie!!!

    Sicherlich ist es der Athlet, der sich dopt, dass macht er aber nicht, weil er es so geil findet. Es ist aber so schön einfach mit dem Finger auf den bösen Sportler zu zeigen, statt sich selbst zu hinterfragen.
  14. benutzerbild

    Bergabheizer

    dabei seit 10/2011

    rr-mtb-radler schrieb:

    Ja, aber dann muss das gesamte System geändert werden. Schaut Euch nur den Bullshit bei der Sportförderung, den Nominierungskriterien für EM, WM und Olympia an. Ohne Platzierungen, Endrundenteilnahme und Medaillen gibt es nicht.
    Es reicht nicht aus, der Beste in unserem Land zu sein, um die Nationalfarben zu vertreten.
    Das gilt aber auch für die Zuschauer. Fliegen die deutschen Adler 3-4 Jahre im Mittelfeld rum, sind die TV Übertragungen in Gefahr, weil es keiner mehr sehen will. Oder Jan U. der „bis auf das eine mal“ immer nur Zweiter wurde.
    Da zählt nur der Sieg, egal wie!!!



    Das wird aber wahrscheinlich auch immer so bleiben. Das ist auch nicht schön, die einzige realistische Alternative zum unbedingten Leistungsgedanken ist aber, wenn man Sport zu einer Show inszeniert und dadurch Interesse und Sponsoren anzieht.
    Prominente Beispiele wären da David Beckham und Cristiano Ronaldo, die auch, wenn die Leistung irgendwann nicht mehr Spitzenklasse ist, noch gefeierte Stars in ihrem Sport sind.
    Oder die beiden recht hübschen Blonden Marathonzwillinge, die keinen gute Leistung gebracht haben und trotzdem Medienliebllinge waren, weil eben zwei hübsche Zwillingsschwestern, die Hand in Hand auf Platz 90 ins Ziel laufen mehr Leute interessieren, als die starke Leistung einer Sportlerin auf Platz 15.

    Wünschenswert wäre natürlich, dass das Gehalts- und Aufmerksamkeitsgefälle zwischen einem Olympia-,TdF-, o.ä.-Sieger zu einem Teilnehmer, der bei einem solchen Wettbewerb im Mittelfeld landet kleiner wäre.
    Das ist aber genau so realistisch wie gut funktionierender Realkommunismus, Weltfrieden und ein Ende jeglicher Armut auf dem Planeten.
  15. benutzerbild

    Nohandsmom

    dabei seit 01/2016

    Nur zum Verständnis: Wenn man mit dem Tod gekämpft hat, sieht man vieles anders.
  16. benutzerbild

    Alu-Renner

    dabei seit 08/2011

    Der Zuschauer bekommt das, was er verdient! Und das war eben auch ein Lance Armstrong.

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