MET Trenta 3K Carbon kurz und knapp
Der MET Trenta 3K Carbon ist seit einigen Jahren das Top-Modell des italienischen Helmherstellers und die erste Wahl bei warmen Temperaturen, nicht nur für die Profis des Teams UAE Emirates rund um Radsport-Superstar Tadej Pogačar. Der MET Trenta 3K Carbon vereint optimale Belüftung mit milder aerodynamischer Optimierung und höchster Sicherheit. Die Neuauflage wurde nicht leichter, soll dafür aber eine noch bessere Belüftung und eine deutlich verbesserte Sicherheit bieten. Hier die Fakten zum neuen Rennrad-Helm von MET:
- High End Rennrad-Helm mit Top-Belüftung
- 3K Carbon Struktur ohne EPS im Bereich der Lüftungskanäle
- Deutlich verbesserte Sicherheit
- Um 16 % verbesserte Belüftung im Vergleich zum Vorgänger
- MIPS Air
- Zertifizierung CE | US | AS-NZ
- Gewicht 263 g (Größe M, gewogen)
- Größen S (52-56), M (56-58), L (58-61)
- Farben 4 Farben zum Marktstart
- Verfügbarkeit ab sofort
- www.met-helmets.com
- Preis (UVP) 400 €
Details MET Trenta 3K Carbon
MET hat das hauseigene Top-Modell komplett überarbeitet und dabei sehr stark auf eine verbesserte Belüftung und eine erhöhte Crash-Sicherheit geachtet. Dafür haben die Italiener sogar einen Gewichtsaufschlag in Kauf genommen. Zu dieser Entscheidung hat auch die Analyse vieler Helme beigetragen, die vom Team UAE Emirates nach Stürzen zurück nach Italien geschickt wurden. MET hat dabei festgestellt, dass auch viele High-Speed-Stürze vorkamen, die eine große Gefahr von Gehirnerschütterungen und schweren Verletzungen bergen. Deshalb hat man sich dazu entschieden, die Sicherheit zu verbessern, selbst wenn dabei ein Mehrgewicht in Kauf genommen werden muss.
3K Airframe und Aerodynamik
Neu ist das innere Skelett des MET Trenta 3K Carbon. Der sogenannte 3K Airframe ist struktureller Bestandteil des Helmes und in ähnlicher Form schon vom Vorgänger bekannt. Neu ist jedoch, dass die Carbonelemente im Bereich der Lüftungskanäle nicht mit EPS verstärkt sind und damit deutlich mehr Platz für die durchströmende Luft bieten. So konnte die Ventilierung und damit der Kühlungseffekt bei hohen Temperaturen durch den Fahrtwind deutlich verbessert werden. MET spricht hier von einer Erhöhung des Luftdurchsatzes von 16 % und damit von einer deutlichen Erhöhung des Tragekomforts bei warmen und sommerlichen Temperaturen.
Selbstverständlich wurden diese Effekte auch im neuen hauseigenen Windkanal nachgemessen und optimiert. Ebenso wie die gesamte Aerodynamik des Helmes, die gleich gut wie beim Vorgänger geblieben sein soll. Optisch auffällig ist dabei, dass der Helm, obwohl kein ausgesprochenes Aero-Modell, sehr viele „Aero-Elemente“ an der Front und am Heck aufweist und dadurch auch deutlich dynamischer als sein Vorgänger aussieht.
Verbesserte Sicherheit
MET bescheinigt dem neuen Trenta 3K Carbon im Vergleich zum Vorgänger eine deutlich verbesserte Sicherheit. So soll die Schutzfunktion bei linearen sowie bei Rotations-Aufprallen um 40 % verbessert worden sein. Unterlegt wird diese Angabe mit dem Five-Star-Rating des unabhängigen Virginia Tech Institutes. Laut MET ist der neue Trenta 3K Carbon einer der sichersten Rennrad-Helme, die dort je getestet wurden.
Weniger schön ist dabei, dass der neue Trenta 3K Carbon im Vergleich zu einem Vorgänger, den mein Kollege Jan im März 2022 getestet hat (MET Trenta 3K Carbon Mips im Test) um gute 40 Gramm schwerer wurde. MET hat diesen Aufschlag laut eigenem Bekunden jedoch in Kauf genommen, um den Helm deutlich sicherer zu machen.
In der Hand
Wenn man den neuen MET Trenta 3K Carbon zum ersten Mal in die Hand nimmt, fällt sofort die außergewöhnlich gute Verarbeitung auf. Selbst bei genauem Hinsehen findet sich keine einzige unsauber verarbeitete Stelle. Das Carbon-Skelett mit der Bezeichnung „3K Airframe“, zeigt eine sehr homogene Struktur und hat trotz der Dünnwandigkeit nirgends scharfe Kanten oder Grate.
Ebenso top verarbeitet ist die Polycarbonat-Schale, die sich gleichermaßen makellos über das EPS-Material des Helmes zieht und es vor äußeren Einflüssen schützt sowie dem Helm zusätzliche Stabilität verleiht. Auch hier kann man die Kanten und Ränder ganz genau betrachten und findet keinen Grund zur Beanstandung. Und das ist nicht selbstverständlich, denn die Formen des neuen Trenta 3K Carbon sind durchaus komplex und erfordern deshalb auch eine hohe Fertigungsqualität.
Bei dem Preis von 400 Euro kann man diesen Qualitätsstandard zwar erwarten, aber selbstverständlich ist er freilich trotzdem nicht. Ich habe schon so manchen teuren Rennrad-Helm gesehen, der bei weitem nicht so gut und sauber gefertigt war. Deshalb viel Lob an MET an dieser Stelle.
Positiv aufgefallen ist mir zudem, dass der MET Trenta 3K Carbon einer der ganz wenigen Helme ist, bei dem ich die Gurte nicht umfangreich verstellen musste. Oft bekomme ich Helme, bei denen ich mich frage, auf wen die Gurte eingestellt wurden und wem sie wohl passen sollen. Dann kann die Anpassung an den eigenen Kopf schon mal 15 Minuten in Anspruch nehmen. Das ist nicht schlimm, aber ich empfand es als positiv, dass die Gurte bei diesem Helm offensichtlich schon ab Werk sinnvoll eingestellt werden.
Ein kleiner Kritikpunkt, den man allerdings bei fast allen Helmen bemängeln muss, ist der kleine Klick-Verschluss am Gurt, der zumindest mit Handschuhen nicht immer sicher und einfach zu bedienen ist. Hier würde ich mir einen Magnetverschluss wünschen, der sich viel einfacher bedienen lässt. Ebenso warte ich noch immer auf ein pfiffiges (neues), einfach zu bedienendes System zum Verstellen der Gurtlängen, aber das ist kein spezifisches Thema für diesen Helm, sondern ein eher allgemeines Problem.
Auf dem Kopf
Die Höhenverstellung des Weiten-Anpassungs-Systems ist bei den meisten Helmen ein wenig diffizil. Nach unten funktioniert die Verstellung sehr einfach durch Ziehen. Will man den Versteller wieder weiter oben positionieren, ist ein wenig mehr Kraftaufwand nötig. Letztlich funktioniert es aber zuverlässig und in der Regel nimmt man diese Anpassung auch nur einmal vor. Die Weitenanpassung lässt sich feinstufig über das Einstellrad vornehmen. Das Einstellrad ist nicht sehr groß, liegt aber griffig in der Hand und lässt sich auch mit Handschuhen zuverlässig und einfach bedienen.
Die Passform ist für mich wunderbar, der MET Trenta 3K Carbon sitzt auch ohne zu strammes Anziehen der Weitenverstellung sicher auf meinem Kopf, ohne zu wackeln oder unangenehme Druckstellen zu verursachen. Optisch ansprechend finde ich die recht schmale Passform, der Trenta baut an den Seiten nicht breit auf. Rund um die Ohren ist viel Platz für Brillenbügel jeglicher Art. Lediglich die sehr langen Bügel einiger Oakley Rennrad-Brillen kommen am Ende in den Bereich der Helmschale. So zum Beispiel bei der Oakley Kato. Doch auch hier blieb genug Platz zwischen Kopf und Helmschale, damit die Bügel problemlos dazwischen Platz fanden.
Auf dem Kurs
Leider kam unser Testhelm erst kurz vor dem Embargo-Datum, sodass ich bisher nur kurze Zeit damit fahren konnte. Der erste Eindruck war jedoch exzellent, für eine abschließende Beurteilung muss ich jedoch deutlich mehr Zeit mit dem MET Trenta 3K Carbon auf dem Rad verbringen. Dieser Abschnitt wird so bald wie möglich mit weiteren Testeindrücken aktualisiert.
Beim Fahren fällt natürlich sofort die gute Belüftung auf. Durch die vier breiten Haupt-Lüftungskanäle fühlt sich der MET Trenta 3K Carbon sehr offen an. Die Carbon-Elemente in diesem Bereich sind sehr flach und so ausgeformt, dass sie den Luftstrom kaum behindern. Ein finales Urteil zur Belüftung möchte ich mir erst nach einigen Fahrten bei hohen Temperaturen erlauben, aber ich gehe fest davon aus, dass der Trenta einer der komfortabelsten Helme bei heißem Wetter sein wird.
Ansonsten ist der neue Top-Helm von MET beim Fahren sehr unauffällig, was als großes Lob zu verstehen ist. Bei entsprechender Trageposition bietet die Schale auch für sehr große Rennrad-Brillen ausreichend Platz. Angenehm für das Sicherheitsgefühl ist zudem die Tatsache, dass der Helm am Hinterkopf relativ weit nach unten geht. Das ist nicht bei allen Rennrad-Helmen der Fall.
Die Weitenanpassung und die sehr dünne Polsterung hinterließen einen sehr guten ersten Eindruck. Der Helm liegt satt am Kopf an und trägt sich dabei sehr komfortabel, obwohl die „Polster“ wirklich sehr dünn ausfallen. Angenehm auch das durchgehende Kopfband an der Stirn, das zudem verhindert, dass Schweiß nach unten in die Augen läuft.
Fazit MET Trenta 3K Carbon
Schon der Vorgänger des neuen MET Trenta 3K Carbon war ein toller Rennrad-Helm. Mit der kompletten Überarbeitung ist es MET nun gelungen, das Performance-Niveau noch ein wenig nach oben zu schrauben. Beim Gewicht markiert der neue Kopfschutz zwar keine Spitzenwerte, ist aber dennoch in der Gruppe der sehr leichten Helme. Die unabhängigen Crash-Tests zeigen, dass die Sicherheit auf höchstem Niveau liegt, die Verarbeitung ist ebenfalls Spitzenklasse. Passform und Belüftung machten in unserem ersten Praxis-Check ebenfalls einen exzellenten Eindruck. Zudem wirkt der Helm meiner Meinung nach optisch viel sportlicher als sein Vorgänger. Bleibt abgesehen vom Preis also wenig zu kritisieren.
Pro / Contra
Stärken
- Top Verarbeitung
- Niedriges Gewicht
- Hervorragende Belüftung
Schwächen
- Preis
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27 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumBrille geht zumindest beim Vorgänger sauber zu verstauen und die Riemchen verstellen sich null. Denke mal beim jetzigen Nachfolger wird's nicht anders sein.
Ist natürlich Aufwand und kostet ein paar Euro. Aber wenn's der Hersteller nicht schafft und man den Helm trotzdem will.... 🤷♂️
Der Trenta wurde hier übrigens schon 2022 vorgestellt. Damals noch leichter und günstiger im UVP.
Man darf/muss aber MET loben, ähnlich wie bei Casco kann man die Einzelteile des Helms nachkaufen ... das ist vorbildlich. Manch andere Premiumhersteller bieten das nicht an.
PS: Wer sich hier über die 400 Euro aufregt, da ist noch viel Luft nach oben. Man muss sich nur einmal die Preise anschauen, die z.B. für Skihelme von den Premiumherstellern aufgerufen werden. 400 Euro ist da regelrecht günstig. Also seid gewarnt, die Preisschilder werden noch wachsen.
Das MET Gel-Polster kann man separat erwerben und passt für viele MET Helme. Ein Blick auf deren Webseite hilft. Und im Winter fährt man sowie mit entsrechender Thermo Radmütze unter dem Helm, z.B. Gore Windstopper Thermo Mütze
Casco Speedtime zum Beispiel.
Dann doch lieber von einem anderen Hersteller, der das serienmäßig so verkauft.Meine Bastelei fiel von außen niemanden auf und hielt auch, bis der Helm ersetzt wurde.
Damals gab's Insektenschutz so gut wie gar nicht.
Und schon sind wir etwa auf dem Niveau von dem "alten" Met Trenta 3k Carbon Helm 😉

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