Leatt Shoes ProClip 8.0 Race – Infos und Preise
Von keinem geringeren Team als den Mountainbikern von Speed Company Racing um die Cape-Epic-Gesamtsieger 2022, Lukas Baum und Georg Egger, mitentwickelt und gefahren, ist der neue ProClip 8.0 Race der erste Profi-Schuh für kompetitives Heizen auf Schotter und Trails von Leatt – und gleichermaßen für XC-Racing wie Gravel positioniert.
Die Schuhe kommen in zwei Varianten (Race und Endurance) und sollen so zwei unterschiedliche Kategorien abbilden: Race für, naja, Rennen sowie Endurance für gepflegte Langtouren. Die Unterschiede bestehen hierbei nicht nur im Aufbau, sondern auch im Gewicht und Preis. Der ProClip 8.0 Race ist die leichtere und teurere Variante und verfügt beispielsweise über ein zugfestes, stabiles, zugleich leichtes Dyneema-Obermaterial.
- Einsatzbereich XC & Gravel Race
- Farben Black, White (getestet: White)
- Obermaterial Dyneema mit TPU-Overlay (sehr leicht & abriebfest)
- Sohlenkern 20 % Carbon / 80 % Nylon
- Laufsohle RideGrip-Gummi
- Verschluss 2× MOZ/Leatt Lacing Discs
- Einlegesohlen 2 Sätze – Wide (blau, EVA) & Standard (rot, EVA)
- Größen US 6–13 / EU 38,5–48,5 (getestet: 48,5)
- Gewicht 870 g (Paar, Größe 47), 920 g (Paar, Größe 48.5)
- www.leatt.com
- Preis 259,00 € | Bikemarkt: Leatt ProClip 8.0 Race kaufen
Leatt Shoes ProClip 8.0 Race – Details
Der neue ProClip besticht in erster Linie durch das bereits erwähnte Dyneema-Obermaterial, das leicht und strapazierfähig sein soll. Eine Besonderheit ist das strumpfähnliche Material im Schaftbereich: Statt einer normalen Zunge ist der Einstiegsbereich durchgängig gestrickt und soll so den Einstieg erleichtern. Der Fersenbereich besteht aus Richtungsgewebe und soll verhindern, dass man hinten aus dem Schuh herausrutscht. Als Schnürung kommen zwei MOZ-Schnellschnürsysteme zum Einsatz, die ähnlich wie bekanntere Systeme – beispielsweise BOA – funktionieren. Anders als bei manch anderen Schuhmodellen ziehen sich die Kabel nicht in der Mitte zusammen, sondern spannen zwei breite Gurte quer über den Spann.
Die Sohle besteht aus einem Nylon-Carbon-Mix im Verhältnis 80/20 – Leatt legt die Mischung absichtlich so aus: Neben hoher Steifigkeit möchte man insbesondere für den Gravel-Einsatz sicherstellen, dass man sich offroad auch noch gut zu Fuß fortbewegen kann, und positioniert die Sohle daher zwischen Steifigkeit und Komfort beim Gehen.
Die Cleat-Schlitze fallen mit 34 mm recht lang aus und bieten viel Flexibilität für die Pedalposition. Auch beim Sohlenprofil schielte Leatt weniger auf Aero als vielmehr auf Traktion beim Gehen: Das Gummi der RideGrip-Außensohle ist nicht nur grundsätzlich sehr griffig, auch die Stollen fallen grob aus.
Leatt Shoes ProClip 8.0 Race – Im Einsatz
Die erste Erkenntnis mit den Schuhen: Die sind aber bequem! Der Sockeneinstieg ist äußerst komfortabel und beim Zuziehen der MOZ-Drehringe schmiegen sich die Gurte am Spann sanft an den Fuß. Dass zwei unterschiedliche Sohlenpaare beigelegt sind, ist sehr sinnvoll und vergrößert die Bandbreite an Fußformen, die mit dem Schuh zurechtkommen. Für breite Füße ist das Platzangebot für einen Rennschuh in Kombination mit der blauen Sohle im Vorderfuß ausreichend und auch auf Touren mit dreistelliger Kilometeranzahl komfortabel. Dabei ist der Schuh gefühlt eher auf Füße mit hohem Spann ausgelegt, bei einem flachen Spann (wie bei mir) bildet sich eine kleine Falte beim Zuziehen. Das ist allerdings eher ein Problem optischer Natur und hatte in Sachen Fahrkomfort keine negativen Konsequenzen.
Auch das Pedalieren selbst gelingt auf längeren Distanzen unauffällig, hier gibt sich der ProClip keine Blöße. Die Steifigkeit geht ebenfalls in Ordnung. Lediglich als schwerer Fahrer im harten Bergauf-Wiegetritt ist die (von Leatt ja durchaus gewollte) Nachgiebigkeit spürbar, und man merkt, dass es sich nicht um eine Vollcarbonsohle handelt. Auch zu Fuß ist man mit dem ProClip 8.0 Race entspannt unterwegs; insbesondere die Traktion im Wald, wenn es bergauf geht, ist hoch.
Die MOZ-Schnürung lässt sich über die feine Rasterung enger, jedoch nicht lockerer stellen. Hierzu muss die Schnürung zunächst „ausgeklickt“ und anschließend erneut festgezogen werden, so wie bei früheren BOA-Systemen. Zwei wichtige Aspekte zum Schluss: Der Schuh bewegt sich in Sachen Gewicht – da ohne Vollcarbonsohle und mit dicker Gummisohle – im Mittelfeld und liegt bei Größe 47 bei 870 Gramm pro Paar (im Vergleich: ein Specialized Recon in 47 kommt auf 790 g, ist dafür allerdings auch weitaus teurer), bei Größe 48.5 sind es 920 g. Es fällt außerdem auf, dass die Größeneinteilung nicht ganz mit der Konkurrenz vergleichbar ist. Die Größe 47 des Leatt Pro Race ist knapp 3 mm kürzer als die zum Vergleich herangezogenen S-Works Recon in 46,5 – der Unterschied beträgt also über eine halbe Schuhgröße. Dies gilt es beim Kauf zu beachten – der Schuh fällt klein aus. Ich habe als regulärer Größe-47-Fahrer auf die Testschuhgröße 48,5 zurückgegriffen.
Fazit – Leatt ProClip Race 8.0
Viel Schuh für gutes Geld: Der Leatt ProClip Race gibt sich im Gravel- und XC-Einsatz keine Blöße und kombiniert Komfort mit Steifigkeit in einem sinnvollen Mittelweg. Weder zu steif für eine entspannte Tour noch zu locker, um nicht doch den einen oder anderen Sprint anzuziehen. Dabei ist der Komfort durch die Schnürkonstruktion hoch und zwei unterschiedliche Sohleneinsätze würden wir uns auch gerne von anderen Herstellern wünschen. Der Preis geht mit einer UVP von 259 € für einen Schuh mit Dyneema-Obermaterial, Kabelschnürung und Strickeinlass absolut in Ordnung.
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7 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumZitat: "Fazit: Viel Schuh für gutes Geld:"
Wenn sich das auf den Preis pro Gramm bezieht, stimmt das wohl. 870 Gramm für die "leichtere" Race-Variante ist aber ein Brett (oder Betonklotz?).
Danke für den Test - eine Bitte: wäre es möglich, bei allen Schuhtests auch Kompatibilität mit TIME Atac zu prüfen? Manche Schuhe quietschen beim pedalieren, manche hängen beim Ausklippen, viele gehen problemlos...
Stellt mal die neuen BONT Schuhe vor.




Schuh Stackhöhe 3,6mm. 😉
Ich mag ja weiße Schuhe gern, käme aber nie auf die Idee mir welche für Offroad zu kaufen. Aber vielleicht ist die Farbe ja gerade das Profi-Feature?
Ich würde sie mir auch nicht in weiß kaufen.
Aber es scheint einen Marekt zugeben, sonst würden Hersteller sowas nicht ständig anbieten.
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