Die legendäre Schlauchreifen-Marke A. Dugast schlüpft unter das Dach der Vittoria-Gruppe. Demnächst soll der erste gemeinsame L’Eroica-Reifen kommen. Hier die Infos.

Den ersten gemeinsamen Rennrad-Reifen haben A. Dugast und Vittoria schon angekündigt: Ein Schlauchreifen L’Eroica, die legendäre Stahlklassiker-Rundfahrt im Italien. A. Dugast ist bislang vor allem bekannt für seine Cyclocross Schlauchreifen. Bei einem Boxen-Rundgang bei einem Weltklasse CX-Rennen sieht man die Dugast-Reifen geschätzt an jedem zweiten Cyclocross Arbeitsgerät der Profis. Reifenmacher Richard Nieuwhuis ist bei den Rennen persönlich vor Ort und bringt auch mal überraschend ein neues Spezialprofil für spezielle Bodenverhältnisse bei einer Weltmeisterschaft mit. Auch die CX-Erzrivalen Mathieu van der Poel und Wout van Aert sind auf den Dugast-Reifen unterwegs – beide Teams werden „auf der Straße“ von Vittoria gesponsert.

Dugast produziert in den Niederlanden Schlauchreifen mit einem hohen Anteil an Handarbeit
# Dugast produziert in den Niederlanden Schlauchreifen mit einem hohen Anteil an Handarbeit
Die Cyclocross-Reifen der Marke gelten als der Gold-Standard in der Weltklasse.
# Die Cyclocross-Reifen der Marke gelten als der Gold-Standard in der Weltklasse.
Aber auch Schlauchreifen für die Straße, etwa die Klassiker, sind häufig an Pro Bikes zu sehen.
# Aber auch Schlauchreifen für die Straße, etwa die Klassiker, sind häufig an Pro Bikes zu sehen.
Der „Aufbau“ eines Reifens beinhaltet auch Klebearbeit.
# Der „Aufbau“ eines Reifens beinhaltet auch Klebearbeit.
Richard Nieuwhuis kaufte die französische Marke einst, die jetzt Teil von Vittoria wird.
# Richard Nieuwhuis kaufte die französische Marke einst, die jetzt Teil von Vittoria wird.

Beide Marken sollen künftig auf ihre jeweiligen Entwicklungs- und Produktionskapazitäten zugreifen können. „Vittoria will in seinem Bestreben, die fortschrittlichsten Fahrradreifen der Welt herzustellen, das profunde Markt-, Produkt- und Prozess-Know-how von A. Dugast bei Baumwoll- und Seidenschläuchen nutzen“, heißt es in der Pressemitteilung. Demnach soll die Dugast Erfahrung auch den Vittoria Produktionsstätten in Thailand genutzt werden. Die Dugast-Produktion in den Niederlanden soll wie bisher die Spezialbedürfnisse der Teams und ambitionierter Rennfahrer erfüllen. Außerdem soll „die A. Dugast-Fabrik in den Niederlanden auch ein regionaler Aktivposten für zirkuläre Lösungen und Forschung im Bereich nachhaltiger Produkte werden“, teilen Dugast und Vittoria in ihrem gemeinsamen Statement mit.

Richard Plugge, Geschäftsführer des von Vittoria gesponserten Radsportteams von Jumbo-Visma, kommentiert die Übernahme: „Wir arbeiten seit vielen Jahren erfolgreich mit A. Dugast und Vittoria zusammen und konnten uns auf deren hervorragende Produkte und Unterstützung für unsere Fahrer verlassen. Gerade in diesem Jahr haben Fahrer wie Wout Van Aert und Marianne Vos viele Rennen im Cyclocross und auf der Straße mit Baumwollreifen beider Marken gewonnen. Wir freuen uns, dass diese Partnerschaft den niederländischen Radsport in einer internationalen Gruppe weiter voranbringen wird.“

Vittoria besitzt eine große Reifenproduktion in Thailand.
# Vittoria besitzt eine große Reifenproduktion in Thailand.
In solchen Extrudern entstehen die Gummimischungen.
# In solchen Extrudern entstehen die Gummimischungen.
Labor mit Mischungsentwicklung...
# Labor mit Mischungsentwicklung...
...und Tests.
# ...und Tests.

Die Vittoria Gruppe hat den vollständigen Besitz von A. Dugast erworben. Geschäftsführer Richard Nieuwhuis hat durch das Geschäft eine Minderheitsbeteiligung an der Vittoria Gruppe erhalten und soll das Unternehmen Dugast weiter führen.

A. Dugast ist die wahrscheinlich bekannteste Marke für Schlauchreifen aus Baumwolle und Seide für Cyclocross-, Bahn- und Straßenrennen. Ursprünglich aus Frankreich stammend, wurde A. Dugast im Jahr 2002 von Richard Nieuwhuis übernommen, woraufhin die Entwicklung und Produktion in die Nähe von Oldenzaal in den Niederlanden verlegt wurde. Mehr Infos: www.a-dugast.com

Glaubt ihr, der Schlauchreifen hat weiterhin seine Berechtigung auf der Straße?

Text: Redaktion, Pressemitteilung /Fotos: Dugast, Vittoria
  1. benutzerbild

    cycliste17

    dabei seit 11/2013

    Ich hoffe doch sehr! Auch unter 25mm wäre schön.
  2. benutzerbild

    Recordfahrer

    dabei seit 02/2005

    So kann es auch gehen. Als seinerzeit Pariba von Vredestein gekauft wurde, wurde deren Reifenprogramm schlichtweg eingestampft. Mit dabei der Pariba Triathlon, ein 28" großer und 19mm breiter Reifen mit 155gr., der dennoch mit einem Maximaldruck von 7,5 bar superleicht rollte, von wegen brettharter Dackelschneider.
  3. benutzerbild

    naucrates

    dabei seit 09/2017

    Schön, dass hier mal bei der Übernahme eines absoluten Nischenanbieters durch einen größeren Mitbewerber ausreichend Fingerspitzengefühl vorhanden ist, um die Marke hoffentlich erfolgreich in ihrer jetzigen Ausrichtung weiter zu führen.
  4. benutzerbild

    beatpete

    dabei seit 05/2021

    So kann es auch gehen. Als seinerzeit Pariba von Vredestein gekauft wurde, wurde deren Reifenprogramm schlichtweg eingestampft. Mit dabei der Pariba Triathlon, ein 28" großer und 19mm breiter Reifen mit 155gr., der dennoch mit einem Maximaldruck von 7,5 bar superleicht rollte, von wegen brettharter Dackelschneider.
    Toller Reifen damals. Dass den noch jemand kennt!...
  5. benutzerbild

    Recordfahrer

    dabei seit 02/2005

    Toller Reifen damals. Dass den noch jemand kennt!...
    Das waren die ersten Leichtbaureifen, seinerzeit im legendären Brügelmann-Katalog gefunden. Dazu noch Panaracer TPU-Schläuche, einen IKO Carbon&Titan-Sattel (110 Gramm gegen 350 Gramm des originalen Giant-Sattels), Alunippel mit Doppeldickendspeichen (vorne radial), 3ttt Pro Light Vorbau mit Forma SL-Lenker, und fertig war die Rennrad-Diät (um 500 Gramm Gewicht gespart). Danach war das Giant Peloton Superlite natürlich viiiiiel schneller. Die Reifen waren im Vergleich zu den Grand Prix eine echte Offenbarung.

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