Der Bundestag hat beschlossen, dass für Diensträder zukünftig eine Steuerbefreiung des geldwerten Vorteils eintritt. Das gilt für Rennräder genauso wie E-Bikes. Der Bundesrat muss noch zustimmen.

Die Überlassung, der durch den Arbeitgeber geleasten und dem Arbeitnehmer zur freien Nutzung überlassenen Räder hat damit keine Auswirkung mehr auf die Einkommensteuer; bisher wurde wie bei Dienstwagen die 1-Prozent Regelung zur Berechnung des geldwerten Vorteils herangezogen. Der Bundesrat muss der Änderung noch zustimmen. Mit der Neuregelung wird es noch günstiger, sich ein Fahrrad als Dienstrad über den Arbeitgeber stellen zu lassen, anstatt es zu kaufen. 

Bisher werden Dienstfahrräder steuerlich analog zu Dienstfahrzeugen behandelt. Vom Listenpreis ausgehend wird 1% davon monatlich auf das Brutto hinzugerechnet („Geldwerter Vorteil“) und erst davon ausgehend die Steuern berechnet.

Beispiel:

  • Bruttoeinkommen 3000 EUR
  • Listenpreis Dienstrad 3000 EUR

Vom Listenpreis wird 1%, also 30 EUR auf das Bruttoeinkommen addiert, und davon ausgehend die Einkommensteuer berechnet.

Bei diesen (beispielhaften) Werten bleibt pro Jahr unter Strich etwa 180 EUR weniger Netto übrig.

Genau das soll jetzt entfallen. „Die private Nutzung eines betrieblichen Fahrrads, das kein Kraftfahrzeug im Sinne des Satzes 2 ist, bleibt außer Ansatz.“ heißt es dann im neuen Einkommensteuergesetz.

Nicht nur Commuter Rennräder können Diensträder sein
# Nicht nur Commuter Rennräder können Diensträder sein - Auch reine Sportmaschinen können so finanziert werden

Aus der Begründung zum Gesetz geht hervor, dass sich die Steuerbefreiung sowohl auf Fahrräder als auch auf E-Bikes (inklusive Ladestrom) bezieht, die schnellen S-Pedelecs sind jedoch ausdrücklich ausgenommen, da sie als Kraftfahrzeug einzuordnen sind. Für sie ist eine Halbierung der Steuer vorgesehen.


§ 3 Nummer 37 – neu –
Die im neuen § 3 Nummer 37 EStG geregelte Steuerbefreiung des geldwerten Vorteils aus Überlassung eines betrieblichen Fahrrads vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer honoriert das umweltfreundliche Engagement der Nutzer von Fahrrädern und deren Arbeitgeber, die die private Nutzung, die Nutzung für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte und für Familienheimfahrten für ihre Arbeitnehmer unentgeltlich oder verbilligt ermöglichen.
Dies ist ein weiterer Baustein zur Förderung der Elektromobilität und der umweltverträglichen Mobilität. Die vorgesehene Regelung fügt sich in den Katalog des § 3 EStG ein, der auch aus anderen Lenkungs- und Fördermotiven heraus bestimmte Arbeitgeberleistungen steuerfrei stellt (insbesondere die Steuerbefreiung des vom Arbeitgeber gestellten Ladestroms und der betrieblichen Ladevorrichtung in Nummer 46).

-> Hier findet ihr Tests von Commuter-Rennrädern

Die Steuerbefreiung gilt sowohl für Elektrofahrräder als auch für Fahrräder.
Ist ein Elektrofahrrad jedoch verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug einzuordnen (z. B. gelten Elektrofahrräder, deren Motor auch Geschwindigkeiten über 25 Kilometer pro Stunde unterstützt, als Kraftfahrzeuge), sind für die Bewertung dieses geldwerten Vorteils die Regelungen der Dienstwagenbesteuerung anzuwenden (§ 8 Absatz 2 Satz 2 bis 5 i. V. m. § 6 Absatz 1 Nummer 4 Satz 2 EStG). Dies gilt auch für die in diesem Gesetz vorgesehene Halbierung der Bemessungsgrundlage für Elektrofahrzeuge bei der Dienstwagenbesteuerung.
Quelle: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/055/1905595.pdf (Seite 82)


Weitere Quellen:
https://www.bundestag.de/presse/hib/-/577540

Ist Dienstrad ein Thema für euch? Nutzt ihr diesen Ansatz bereits?

  1. benutzerbild

    Thomas

    dabei seit 01/2004

    Der Bundestag hat beschlossen, dass für Diensträder – darunter auch Rennräder und E-Bikes – zukünftig eine Steuerbefreiung des geldwerten Vorteils eintritt. Alle Details.


    → Den vollständigen Artikel „[url=https://www.rennrad-news.de/news/2018/11/10/dienstrad-versteuerung-2019-entfaellt/?utm_source=forum&utm_medium=teaser&utm_campaign=news]Bundestag beschliesst Gesetzesänderung: Dienstrad-Versteuerung soll ab 2019 entfallen[/url]“ im Newsbereich lesen


    [url=https://www.rennrad-news.de/news/2018/11/10/dienstrad-versteuerung-2019-entfaellt/?utm_source=forum&utm_medium=teaser&utm_campaign=news][img]https://fthumb0.mtb-news.de/cache/750_auto_1_1_0/6c/aHR0cHM6Ly93d3cucmVubnJhZC1uZXdzLmRlL25ld3Mvd3AtY29udGVudC91cGxvYWRzLzIwMTgvMTEvY29tbXV0ZXJfcmVubnJhZF9kaWVuc3RyYWQuanBn.jpg[/img][/url]
  2. benutzerbild

    Meany

    dabei seit 05/2012

    Ich finde das eine super Sache. Zu erwähnen ist, dass auch Selbständige ein Rad leasen können. Ich habe mir in diesem Jahr auf diesem Wege einen CX zugelegt, den ich nicht nur auf den Weg zur Arbeit nutzen kann. Der Leasingvorgang verlief absolut schnell und problemlos. Dass nun der Gesetzgeber einen steuerlichen Vorteil einräumt, ist eine logischer Schritt in die richtige Richtung.
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  4. benutzerbild

    Thomas

    dabei seit 01/2004

    @Meany wie erfolgt bei Selbständigen dann grob die Abrechnung, kannst du das skizzieren?

    Danke!
  5. benutzerbild

    Meany

    dabei seit 05/2012

    Du kaufst das Rad auf Vorkasse (ist bei Rose so). Dieser Kauf gilt als Angebot für die Leasingfirma. Das ausgefüllte Leasingformular mit dem Angebot des Radanbieters schickst du unterschrieben zum Geldgeber. Die Leasingfirma rechnet dir dann nach einer Bonitätsprüfung einen monatlichen Betrag (Nach Kosten für das Rad ) aus. Darin ist eine Vollversicherung enthalten. Bei einem Kaufbetrag von knapp 2600 € sind das ungefähr 70 € im Monat (3 Jahre). Die Unterlagen kriegt am Ende mein Steuerberater, der mir den kaufwerten Vorteil auf mein Bruttoeinkommen anrechnet (Steuerbescheid). Ab nächstem Jahr eben nicht mehr. Ich hoffe, das beantwortet deine Frage.
  6. benutzerbild

    xion4

    dabei seit 08/2017

    Betrifft dann aber auch bereits geschlossene Verträge ?
  7. benutzerbild

    RasenderFlo

    dabei seit 11/2018

    Nach Rücksprache mit unserem Leasinganbieter sollten wir bis nach dem 01.01.2019 warten bis wir die Fahrräder abholen. Bei der Vergünstigung für Elektro-Autos gelten die neuen steuerlichen Reglungen auch nur für Fahrzeuge welche nach dem 01.01.2019 angeschafft werden. Des Weitern bleibt abzuwarten ob alle Firmenfahrräder begünstigt werden, es kann sein das die Versteuerung nur entfällt, wenn der Arbeitgeber die Leasingraten komplett übernimmt.
    Am 23.11. sollen weitere Infos folgen, dann geht das wohl zum Bundesrat oder so.
  8. benutzerbild

    hasman

    dabei seit 07/2014

    Naja meine Meinung sind allgemein Jobrad und Co. für Selbstschrauber nicht so lukrativ
    weil ersparnis ist meistens nur durch Inspektion
  9. benutzerbild

    z1000

    dabei seit 01/2018

    hasman schrieb:
    Naja meine Meinung sind allgemein Jobrad und Co. für Selbstschrauber nicht so lukrativ
    weil ersparnis ist meistens nur durch Inspektion

    Das ist ganz großer Unsinn und allenfalls dann richtig, wenn Du als Schüler keine Steuern zahlst. ;)
  10. benutzerbild

    om57ifyn

    dabei seit 02/2018

    Habe eine Radsport AG in der Schule und mein Rennrad (auf der Rechnung stand Fahrrad) als Arbeitsmittel angegeben - wurde so akzeptiert - auf 4 Jahre abgeschrieben.
  11. benutzerbild

    BjörnM.

    dabei seit 05/2005

    RasenderFlo schrieb:
    Nach Rücksprache mit unserem Leasinganbieter sollten wir bis nach dem 01.01.2019 warten bis wir die Fahrräder abholen. Bei der Vergünstigung für Elektro-Autos gelten die neuen steuerlichen Reglungen auch nur für Fahrzeuge welche nach dem 01.01.2019 angeschafft werden. Des Weitern bleibt abzuwarten ob alle Firmenfahrräder begünstigt werden, es kann sein das die Versteuerung nur entfällt, wenn der Arbeitgeber die Leasingraten komplett übernimmt.
    Am 23.11. sollen weitere Infos folgen, dann geht das wohl zum Bundesrat oder so.


    So sieht´s wohl momentan aus. Die, die das Rad eh in den Anus geschoben bekommen, brauchen nicht nach der 1%-Regel zu versteuern und die, die durch Gehaltsumwandlung weniger in der Tasche haben, müssen´s weiterhin versteuern. Hat sich unsere Versagerregierung wieder ganz toll ausgedacht.

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