Entstehung
Das Specialized Tarmac SL8 S-Works (56 cm) entstand in einer Kooperation zwischen Oleg von Twisted Wheels (Youtube / Instagram) und dem Bespoke Cycling Shop in London. Es kam laut Oleg ursprünglich als RTP-Finish Frameset mit 720 g. Es wurde anschließend bis auf das blanke Carbon abgeschliffen und von Lumar Colors in Italien neu lackiert. Das Endgewicht lag dann bei 693 g, 27 g leichter als das Ready to Paint Frameset, obwohl sieben verschiedene Farben verwendet wurden.
Für das Design ließ sich Twisted Wheels von der Zusammenarbeit zwischen Paul Smith und Land Rover Defender in 2015 inspirieren. Hier waren alle Paneele des Geländewagens in unterschiedlichen Farben mit fluoreszierenden Gelb-Akzenten lackiert. Mehrere Teile des Rads wurden ebenfalls in Fluogelb vom TLC Workshop in London lackiert.
Den Segen der Designers hat das spektakuläre S-Works Tarmac SL8 auch: Der Rahmen wurde von Sir Paul Smith persönlich während einer Autogrammstunde in seinem Flagship-Store im Londoner Stadtteil Mayfair signiert.
Letzte Woche habe ich das Rad zurück in den Paul-Smith-Shop in London gebracht und es Paul gezeigt. Er war vom Endergebnis und dem Gewicht des Rads sehr beeindruckt und hat sogar einige Fotos davon gemacht.
Aufbau
Gruppe
- SRAM Red E1 Schalthebel mit Carbon-Schellen von Andrea Campenni Design und gelb lackierten Schalttasten
- SRAM Red XPLR 12-fach Schaltwerk mit Carbon-Parallelogramm von Hopp, Carbon-Akku von Twisted Wheels, Carbon-Käfig nach Maß von Concept Company UK und Extralite 12/16T UltraPulleys
Cockpit und weitere Kleinteile
- Lenker: Gemini Alzir Lightweight
- Steuersatz: CeramicSpeed SLT
- Steuersatzkappe und Spacer: individuell 3D-gedruckt von Concept Company UK
- Lenkerband: Burgh Cycling
- Lenkerendstopfen: 3D-gedruckt von Lucendi.WW (1 g/Paar)
- Sattelstütze: Gemini Älsak Lightweight
- Sattel: Gelu K3+
- Sattelklemme: Specialized mit Titan-Schrauben von Ti Parts
- Steckachsen: Carbon Overfast
- Flaschenhalter: Björn Cycles Skoba
Antrieb
- Elilee X-Novanta Carbon-Kurbeln mit Carbon-Achse
- Garbaruk Aero-Kettenblatt
- BBinfinite Ceramitech WS2 beschichtetes Innenlager
- SRAM Red 10–36T Kassette (+ Garbaruk 10–44T Kassette für die Berge)
- YBN Yaban 12-fach MK120 Ti Flat-Top Kette
- Speedplay Zero Pedale mit Titan-Schrauben
Bremsen
- Hope X2 Bremssättel mit Titan-Schrauben von Ti Parts
- Carbon Ti 160/140 mm Bremsscheiben mit Bike Ahead Composites 6-Loch-zu-CL-Adapter, schwarz-titan Spacer in Cerakote Schicht und Titan-Lockrings von Ti Parts
Laufräder
- Lightbicycle Turbo50 Felgen
- Non Plus Components Road Naben
- Lightbicycle Carbon Aero-Speichen
- Maxxis High Road SL HYPR-S K2 28-mm-Reifen
- Tubolito S-Road Schläuche
- Aufbau durch RyanBuildsWheels
Video: 5,49 kg S-Works Tarmac SL8
Wie gefällt euch das Paul Smith ultralight S-Works Tarmac SL8?
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95 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumAlso auch wenn ich mich für das Rad und die dahinterstehende "Leistung" aus vorgenannten Gründen nicht so recht begeistern kann:
Diese Spekulationen darüber, dass das Rad vielleicht garnicht gefahren werden könne, vermeintliche Schrottrahmen (weil man mal von jemandem gehört hat, das manche Leichtbauer sowas machen) etc. - wenn etwas unseriös ist, dann doch diese Unterstellungen.
Hans-Christian-Smolik hat 2004 mit Canyon ein Carbon-Rennrad von unter 3,8kg gebaut. Basis war ein Canyon F-10 Serienrahmen, viele Komponenten natürlich Einzel- und Eigenfertigungen.
Aber vor dem Hintergrund macht es m.E. keinen Sinn, ein Rennrad mit über 5kg technisch infrage zu stellen.
Und, ja, man kann ein Rad auch mit falsch herum montiertem Kettenschloss und auch mit noch sehr viel schiefer (bzw. unterschiedlicher) montierten Bremshebeln im Rennen fahren (schließlich haben die meisten Menschen unterschiedlich lange Arme und Beine...).
So ein Kettenschloss geht nicht automatisch auf, nur weil es falsch herum montiert ist. Das Teil steht unter Belastung permanent unter Spannung, die Laschen greifen in Nuten der Nietstifte, können da also nicht rausrutschen.
Korrekt verriegelt passiert da gar nichts.
Ich persönlich sehe einfach wenig Sinn darin, ein Rad ein Kilo leichter zu machen, wenn ein beträchtlicher Teil der Nutzer mit einem Tag/Woche mehr im Sattel deutlichere Zuwächse in der Performance (und Verluste im Gewicht des Gesamtsystems) erreicht.
Aber das ist ein anderes Thema und eben auch nur meine Ansicht. Das kann jeder sehen wie er will.
Ein falsch montiertest Kettenschloss fällt nicht nur optisch sofot auf. Wenn man das Rad fährt, merkt/hört man es auch als Fahrer --> Rad wurde bzw wird nicht wirklich gefahren, sonst wäre es aufgefallen
Rahmengewicht passt nicht wirklich zu einem Rohrahmen. Vermutlich wurde mehr abgetragen, da keine Sorge wegen Sicherheit, weil Rad nicht schnell gefahren wird. Auch das 46er Kettenblatt vorne zeugt davon, dass das Rad nicht wirklich schnell bewegt werden soll.
Und ich könnte mir vorstellen, ein guter Fahrer merkt auch beim fahren, dass die Bremshebel unterschiedlich eingestellt sind.
Ich fahre Fahrräder und Motorräder mein Leben lang erst nachdem ich Fotos gemacht. Neu ist es nur einmal. Dementsprechend ist auf den Bildern hin und wieder auch mal etwas nicht perfekt und muss dann noch angepasst werden.
Du unterstellst, dass mit dem Rad keine Rennen gefahren werden - ohne irgendeinen Beleg dafür zu liefern.
Und Du lässt "eine Person" bestätigen, dass so ein Aufbau nur Sinn macht, wenn das Rad am Ende nachweisbar renntauglich ist.
Wer ist die "Person"? Richter am Rennradleichtbaugerichtshof?
Ob das Sinn ergibt entscheidet der, der es macht.
Und aus dessen Sicht ergibt es schon deshalb Sinn, weil er damit Kohle verdient.
50.000 Aufrufe nur für das eine Video - und vollgestopft mit Werbung für Hochpreis-Leichtbauteile.
Das Rad ist nebenbei ausschließlich aus Serienteilen, bei denen vielleicht ein paar Bolzen gegen solche aus Titan ausgetauscht wurden, aufgebaut. Eben damit man damit schön Werbung machen und Geld verdienen kann. Keiner dieser Hersteller wird heutzutage Rennradteile auf den Markt bringen, die er nicht ausgiebig auf Versagen getestet hat...
Das 46er Kettenblatt...
ist mit einem 10er Ritzel kombiniert... Dient dir als Beleg, dass das Rad nicht mit hohen Geschwindigkeiten gefahren wird. Bei einer Kadenz von 110 und mit 700x25c-Reifen ergeben sich knappe 64km/h...
Ich kenn jetzt deinen Oberschenkelumfang und deine Rennpraxis nicht. Aber das muss man -auch im Rennen mit viel Windschatten- erst mal treten können.
Der Rahmen
Das Rad wurde definitiv in den Bergen gefahren, gibt ja Videos davon auf Insta.
Wer bitte traut sich denn nun zu, einschätzen oder berechnen zu können, bei wieviel Epox-Abtrag man mit dem Rad zwar im Hobby-Tempo noch Berge sicher rauf und runter, aber keine Rennen mehr fahren kann? Wo liegt denn da die Grenze?
Der Ingenieur in mir behauptet, das kann kein Mensch - schon alleine weil es ja keine definierte Grenze für Renneinsatz vs. Hobbyeinsatz gibt.
Schätzen würde der Ingenieur in mir, dass das solange gut geht, wie die Carbon-Fasern noch vollkommen eingeschlossen und unbeschädigt sind. Die Epox-Matrix trägt kaum zur Festigkeit bei, hat vor allem die Aufgabe, die Fasern in Position zu halten und untereinander zu verbinden.
Die Kohlefaser hat etwa 50-fach höhere Festigkeitswerte als die Epox-Matrix.
Sicher kann man davon ausgehen, das die Rahmenhersteller immer noch Sicherheiten zur Kompensation von Schwankungen in den Materialfestigkeiten einkalkuliert haben, bevor sie einen Rahmen auf den Massenmarkt werfen.
Aber wie hoch diese sind wissen wir alle hier nicht.
Auch ist so ein Carbon-Rahmen am Ende immer noch Manufakturarbeit.
Da kommt kein fertiges, definiertes Kohlefaser-Epoxidharzgemisch aus einer geeichten Spritzgussmachine, sondern die Fasergelege kommen als Prepegs in eine Form, dann wird vermutlich noch etwas Epox dazugekippt und das Ganze dann im Vakuum-Ofen mit Schlauch-Inlays gebacken - unterliegt also sicher immer noch gewissen Schwankungen.
Würde "ich" auf die Idee kommen, die Epox-Matrix an einem ohnehin schon recht ausgereizten Carbon-Rahmen nochmal zu reduzieren? Nein. Oleg offenbar schon. Das belegt aber nur, dass er risikobereiter ist als ich. Sonst nichts.
In keinem Fall belegt das, dass das Rad nicht renntauglich sei.
Meine Kritik ist hier vor allem, das Rennrad-News das ganze als neuesten "heißen Shice" verkauft.
Technisch ist das aber nichts neues. Es ist eine Clickbait-Aktion eines Marketingprofis. Da würde ich mir von einem "Fachmedium" etwas mehr fachliche Einordnung wünschen.
Und - ja, mich persönlich nervt der ganze Hype um Carbon und Leichtbau - und das jeder Hans heute ein Carbonrad unter 7kg braucht. Und darf auch Gerne mal 8.000,--€ kosten.. Am besten alle zwei Jahre neu, Weil das neue 100gr. weniger wiegt und noch steifer ist. Braucht man unbedingt. Wenns mal umkippt und der Rahmen eine Macke hat ist das ganze Sondermüll.
Mein Stahlrahmen, der etwa 800-1.000gr. mehr wiegt bekommt halt im Zweifel nur eine Delle.
Selbst wenn die Rohre aufgrund einer Frontalkollision Knicke bekommen, bleibt das ganze noch stabil.
Und wenn man ihn dann doch nicht mehr reparieren kann sondern wegwirft, wird das Material recycelt. Kann man dann Kaffeelöffel draus machen. Aus den Kaffeelöffeln kann man auch wieder einen Rennradrahmen gleicher Qualität machen. Das geht nur mit Stahl. Usw... Sorry, fürs Abschweifen, ich bin halt Stahlfan...
Das ist aber eben nur meine Brille.
Olegs Brille ist die dessen, der mit Lobpreisung von Hochleistungs-Rennradteilen Aufmerksamkeit -> Geld erhält.
Ist nicht meine Welt.
Wenn man aber Olegs Vorgehen in Frage stellen will, sollte man das m.E. auf dem Boden von Tatsachen und nicht von Vermutungen tun...
OK.
Aber ich möchte hier gerne nochmal meinen Standpunkt klären, und würde mir wünschen, über die tatsächliche Aussage zu diskutieren.
Wenn Smolik vor 40 Jahren ein renntaugliches Rennrad mit 5,2 kg. auf die Beine stellte, ohne jedes Carbonteil, ohne FEM, mit einem handelsüblichen Stahlrahmen aus frei verkäuflichen Rohren - dann beeindruckt mich dieses Rad hier nicht sonderlich.
Es ist technisch einfach nicht so entscheidend viel weiter.
Den Aero-Vergleich würde ich tatsächlich gerne sehen. Der Standard-Stahlrahmen aus den 80er hat eine geschätzt 2/3 bis halb so große Stirnfläche wie der hier diskutierte Carbonrahmen. Ovalisiert/geshaped sind die Rohre hier ja auch nicht. Die Züge waren bei Smoliks Rad auch schon im Lenker (oder unter dem Band?) verlegt und durch den Ramen geführt.
Vermutlich wird das Rad hier im Windkanal leicht besser abschneiden.
Entscheidend besser werden die Steifigkeitswerte sein.
Aber wieviel? Wie sehr wirkt sich das ganze am Ende auf die Gesamtperformance aus?
Wieviele Rennradfahrer profitieren von Aerodynamik (allein des Rades wohlgemerkt) und der höheren Steifigkeit wirklich, fahren also dauerhaft Richtung 40km/h und treten auch mal mit 400 Watt auf das Rad ein?
Und ist die Scheibenbremse technisch wirklich immer sinnvoller?
Bei Carbonfelgen natürlich.
Bei einem Dreck-/Regenrad auch.
Aber sonst ist eine Felgenbremse technisch gesehen doch am Ende eine Scheibenbremse mit riesigen Scheibendurchmesser, viel weniger Kraftaufwand, feiner zu dosieren, fehler- und einstelltoleranter - und das bei geringerem Systemgewicht.
Mir ist das schlichtweg zu viel Hype der nicht weiter eingeordnet wird.
Ich würde wirklich gerne mal die Steifigkeitswerte eines modernen Stahl-Rahmen im Vergleich zu einem aktuellen Carbonrahmen sehen - mit einer Einordnung, bei welchen real zu erzielenden Krafteinflüssen (z.B. Wiegetritt im Sprint oder am Berg, Querbeschleunigung in Kurven), sich tatsächlich wieviel verbiegt.
Und wieviel Komfort beide Rahmen noch bieten, und welchen Einfluss dieser auf die Ermüdung des Fahrers hat.
Also einfach mal belegte Fakten...
Bestimmt schneidet der Carbonrahmen im Labor bei allem besser ab, aber was bringt es am Ende im Gesamtsystem Rad/Rennfahrer auf einer sagen wir 200km-Fahrt?
Fair enough? 😉
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