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Wann fährt man eigentlich Rennrad?

Klaus-Klaus

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Ja. Eine seltsame Frage, durchaus. Ich beobachte dieses Forum hier schon länger als Gast, immer mal wieder, mal öfter, mal weniger oft. Nach meinem Eindruck - das hat etwas mit dem Nutzungsverhalten des Internets zu tun - halten sich hier eher weniger junge Menschen auf, wenn man 'jung' das Alter zwischen etwa 15 und 30 nennen möchte. Die jungen Rennradaffinen schieben sich auf den altersentsprechenden Socialmediaplattformen Bildchen zu. Neben einigen Rentnern werden die meisten hier Lesenden und Schreibenden im erwerbsfähigen Alter, nicht mehr ganz jung und zudem männlich, also zumeist nicht in Teilzeitbeschäftigung, sein.

Das Rennradfahren ist an bestimmte Verhältnisse der Außenwelt gebunden, auf die man keinen Einfluss nehmen kann (daher der Trend zu Rollentrainern): Wetter, Temperatur, Helligkeit. Zudem wollen sich offenbar die meisten hier es sich nicht nehmen lassen, auf der Straße zu fahren (mit den notorischen Konfliktfällen), vermeiden es also, durchgehend auf Radwegen zu fahren. Wenn man jetzt einmal das Normalarbeitsverhältnis in zeitlicher Hinsicht zur Grundlage nimmt, also davon ausgeht, dass die Arbeit zwischen 7 und 9 beginnt und etwa zwischen 15 und 18 Uhr endet, bleibt an Werktagen eine gewisse Zeitspanne zum Rennradfahren. Einmal ausgenommen, denn das interessiert mich hier nicht: das Fahren an Wochenenden und das Pendeln, das mit dem Rad zu Arbeit Fahren. Ich nehme daher an, dass die meisten eher nach Ende der Arbeit am Nachmittag oder frühen Abend ihr Rennrad ausfahren. Aber dann: wann genau? Und kommt man sich dann nicht umso eher mit dem motorisierten Feierabendverkehr in die Quere?

Es ist erst September, aber es dunkelt schon zwischen 19 und 20 Uhr. Wenn man bei vielen Rennradfahrern nochmal die Pendelei mit dem Auto hinzurechnet (denn nach meinen Beobachtungen handelt es sich aus ökonomischen Gründen bei rennradaffinen Menschen eher um Angehörige der Mittelschicht bis obere Mittelschicht, die zumeist in Einfamilienhäusern und damit in gewisser, nur per Auto zu überwindender Entfernung von ihrem Arbeitsort leben), bleibt als zeitlicher Korridor eigentlich nur eine maximal zweistündige Phase am Nachmittag, und dann wird es am Ende der Fahrt schon dunkel. Aber vorher muss man doch auch essen, sich vor allem Kohlenhydrate zuführen; zudem darf die Arbeit nicht übermäßig körperlich belastend sein (was nochmal auf im Büro tätige Mittelschichtangehörige hindeutet). Das Essen muss also auf der Arbeit stattfinden (oder ist das Mittagessen ausreichend?), nachdem man nach Hause zurückgekehrt ist, muss man sich eigentlich eilig in Schale werfen und dann trotz des Feierabendverkehrs radfahren - oder nicht? Aber wie organisiert man dann sonstige im Haushalt anfallende Dinge, die am Abend womöglich auch noch auf dem Plan stehen - denn vielleicht hat man ein Haustier, gar ein zeitintensives wie einen Hund, oder man legt am Abend auch noch Wert darauf, etwas Gekochtes zu essen (denn das wäre ja auch Teil der Nachbereitung der Ausfahrt)?

Ich verstehe also nicht ganz, wie man überhaupt das Rennradfahren in den Alltag integriert bekommt. Es würde mich wirklich interessieren, das zu erfahren: wann fährt man? Um 17 bis 19 Uhr? Oder wann? Wieviel Zeit muss man für das Ankleiden in Rechnung stellen? Wird danach noch aufwendig gekocht (Zeit!)? Ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendjemand das in dem Alter reibungslos hinbekommt, in dem man herkömmlicherweise auch noch Kleinkinder zuhause hat. Oder geht das auch? Aber dann müsste es natürlich eine klassische Geschlechtsrollenaufteilung geben. Was ich wirklich gerne ausgenommen sehen möchte, ist das wochenendliche Fahren, das Fahren auf der Rolle und das MdRzA.
 

inuh

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DIe Fragestellung finde ich prima, also das Thema "Rennrad-Sport und Zeitmanagment" generell.
Da unser Sport ja nun mal sehr viel Zeit in Anspruch nimmt ist das so eine Sache.

Kann natürlich nur von mir berichten wie ich das versuche in den Griff bekomme:
  • Uhrzeit komplett egal, ich fahre auch um 22 Uhr noch los (oder auch später), also quais anstatt TV schauen oder so (also draussen, nicht auf der Rolle)
  • Wetter muss einigermaßen stimmen, die Temperatur ist aber wurscht (bis runter zu ca. -5 Grad)
  • Ich arbeite lieber einen Tag weniger in der Woche u.a. auch wegen des Sports
  • Klare Ansagen an "Sozialkreis" (schlimmes Wort, also Famile und Freunde): Am WE und generell genug muss Zeit für's Rennradfahren sein. Hier klappt meiner Erfahrung nach eine klare Vorabansage besser als ständiges "Rausmogeln".

Damit fahre ich soweit ganz gut, mehr Zeit wäre natürlich (grundsätzlich) besser, aber ausser Banküberfall fällt mir da auch nix schlaues zu ein ;)
 

Kandelkoloss

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ich fahre zwar erst seit drei monaten aber ich habe freitags bereits um 13:00 feierabend. Um 14:00 habe ich einen festen Termin mit einem Kumpel für ca. 3h. Ansonsten habe ich noch ein Zeitfenster am Sonntag zwischen 12:30-15:30 wenn meine Kinder Mittagsschlaf halten. Unter der Woche geht es, wenn es nicht gerade regnet, alle zwei Tage nach 19:30 (Kinder im Bett), mit Beleuchtung für 1-1,5h auf eine Runde. Mal schauen wie es im Winter wird.....
 

Vito Leone

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Einfach Frage? Einfache Antwort: Sobald man auf ein Rennrad steigt, fährt man Rennrad.

Ich bin Mitte 40, damit vermutlich "nicht mehr ganz jung" und Vater eines Kleinkindes. Mein Tag hat 24 Stunden und meine Außenwelt gibt mir Bedingungen vor, die ich nicht verändern kann. Ich zitiere Dich mal: "Wetter, Temperatur, Helligkeit."

Was ich an der Fragestellung nicht verstehe, ist, warum so viele Einschränkungen gemacht werden. Ganz besonders kann ich nicht nachvollziehen, weshalb gerade das MdRzA ausgeschlossen wird. Warum?

Für mich ist es naheliegend, meine Pendelfahrten mit dem Rad zurückzulegen. Warum sollte ich die Pendelzeit ungenutzt im Auto vergeuden wollen, wenn der Arbeitstag nicht besser beginnen und enden kann, als auf dem Rad? Dabei ist es mir egal, ob es regnet oder schneit, ob es ein laues Sommerlüftchen oder eisiger Winterwind weht. Gegen die blendende Sonne gibt es ein Racecap auf den Kopf und gegen die Winterdunkelheit eine gute Lampe an den Lenker. Muss ich, damit andere mich als Rennradfahrer erkennen, nur zwischen 17 und 19 Uhr bei Sonnenschein unterwegs sein?

Das Leben ist nur so kompliziert, wie man es sich macht oder machen lässt. Manchmal hilft es, wenn man scheinbare allgemeingültige Verhaltenserwartungen der Gesellschaft links liegen lässt und die Einschränkungen flexibel in den Alltag gewinnbringend einbaut.

"Bei diesem Wetter fährt man nicht mit dem Rad!", hat mir Frau Leone in meinen MdRzA-Anfängen mal gesagt, als die ersten Wintertage mit Frost kamen. Da klingelte aber auch schon der Paketbote und überreichte mir ein Paket mit Spikereifen.
 

Sportie_70

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Ich falle genau in das Klischee.
Bin 50 und die Kinder sind groß und hab einen Aussendienstberuf, sitze im Moment aber im Homeoffice.
Das bedeutet für mich das ich am Nachmittag genug Zeit habe um aufs Rennrad zu steigen. Und wenn es früh dunkel wird dann gibt es ja auch noch eine Leuchte für den Lenker.
 

sickgirl

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Dank Corona dürften ja viele aus deiner gehobenen Miitelschicht daheim im Homeoffice arbeiten. Da dürfte man recht einfach eine verlängerte Mittagspause dazwischen schieben können
 

Rajesh

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Was ich an der Fragestellung nicht verstehe, ist, warum so viele Einschränkungen gemacht werden
Das habe ich mich auch gefragt. Aber der TE hat das wahrscheinlich soweit eingeschränkt, dass es auf seine Verhältnisse passt.

Wenn man ausserhalb einer Großstadt wohnt, hat man den Vorteil, dass es genug Nebenstraßen gibt, auf denen man keinen oder wenig Feierabendverkehr hat.
Auf dem Land gibt es auch wenige Radwege und die es gibt sind so gut, dass man die meisten auch mit dem RR befahren kann (was ich auch mache)
Wenn man jetzt dazu noch in der Nähe seines Zuhauses auch arbeitet, muss man auch nicht stundenlang pendeln.
Dazu kommt eine gute Arbeitszeit, idr 7Uhr Beginn, 16Uhr Ende, aber dank Gleitzeit auch flexibel, sodass man bei schlechten Wetter länger arbeitet und dann bei guten Wetter früher gehen kann.

Da findet man genug Zeit zum Fahrradfahren.
 

Orr Babba

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Einfach Frage? Einfache Antwort: Sobald man auf ein Rennrad steigt, fährt man Rennrad.

Manchmal hilft es, wenn man scheinbare allgemeingültige Verhaltenserwartungen der Gesellschaft links liegen lässt und die Einschränkungen flexibel in den Alltag gewinnbringend einbaut.
Den Satz sollte ich mir in Stein meißeln und in den Vorgarten stellen lassen. :daumen: :D
Bilder davon besonders in der Verwandtschaft 1. + 2. Grades verteilen…

„Das geht nicht, weil…“ „Du spinnst doch, das kann doch nicht gutgehen…“

Alles von Couch-Potatoes.
Mit jeder Menge selbstverursachten Gesundheitsproblemen. Diabetes, Blutdruck, Gelenke, …

Was man sich da alles anhören muss, wenn man 30kg durch Sport abgenommen hat, ist schier nicht zu fassen. Das Rennradfahren eingeschlossen. „Kümmerst du dich überhaupt um deine Familie?“ (Bei 5.000 Jahreskilometern)
Was machen die Unkenrufer in der selben Zeit? Richtig, auf dem Sofa vor der Glotze sitzen und am Handy dillern. :D

Also von daher, alles gut. Geht´s raus, fahrt´s Fahrrad! :)
 

orangerauch

z' staufe
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Meine Situation Montag bis Freitag: 6.30h aufstehen 40min Autofahrt zur Arbeit (zum pendeln mit dem Rad zu weit) frühestens 17h Feierabend. Frühestens 18h Zuhause. Unflexibele Arbeitszeit. Hungrig essen..da helfen nur die langen Sommertage abends noch eine Runde zu fahren..
Ergo: ich bin fast nur Wochenend- und Urlaubsrennradler. Daher schaffe ich es in der Regel nicht mehr als 2000hm und 100km pro Tour zu fahren, mangels Training.
 

Orr Babba

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Ergo: ich bin fast nur Wochenend- und Urlaubsrennradler. Daher schaffe ich es in der Regel nicht mehr als 2000hm und 100km pro Tour zu fahren, mangels Training.
Es gibt keinen Grund für Understatement.
Das ist nichts, wofür man sich schämen muss und Worte wie „nur“, „nicht mehr als..“ usw. einbauen muss.

Du tust was. Und zwar das, was möglich ist, ohne nach Ausreden zu suchen. Nur das zählt.
 

Klaus-Klaus

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Was ich an der Fragestellung nicht verstehe, ist, warum so viele Einschränkungen gemacht werden. Ganz besonders kann ich nicht nachvollziehen, weshalb gerade das MdRzA ausgeschlossen wird. Warum?

Nur aus Interesse. Mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, ist ja eine naheliegende Lösung des Problems, das Radfahren mit den sonstigen Aktivitäten des Alltags zu vereinbaren. Man löst die Aufgabe des Pendelns und räumt zugleich dem Radfahren Zeit ein. Mich interessiert aber nur mal zu hören, wie es diejenigen machen, denen es nicht vergönnt ist, mit dem Rad zur Arbeit zu kommen (zu große Entfernung, schlechte Straßenverhältnisse, mangelnde Ausrüstung wie Beleuchtung usw.). Mich interessieren, wie es der erste Antwortende ausgedrückt hat, einfach die Formen des Zeitmanagements. Das Training bzw. Fahren auf der Rolle habe ich deswegen auch ausgeschlossen. Das ist ja auch eine ARt und Weise, Arbeit (die den Tag über so viel Zeit einnimmt, dass man im Dunkeln fahren müsste, und die es einem nicht erlaubt, je nach Witterung zu fahren, wie es wäre, wenn man seine Arbeit flexibel über den ganzen Tag verteilen könnte) und Radfahren in Einklang zu bringen.
 

inuh

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„Das geht nicht, weil…“ „Du spinnst doch, das kann doch nicht gutgehen…“

So sieht's aus. Wie oft ich schon sowas anhören musste wie zB "Du kannst doch jetzt so spät/so früh/bei der Hitze/bei der Kälte/im Dunkeln/xyz nicht RR-Fahren" - "Warum nicht?" - "Das macht doch keiner" - "Und?" - "Das ist doch auch gefährlich" - "Warum?" - "Aber fahr nicht soviel durch Wald im Dunkeln?" - "Warum nicht?" - "Da hätte ich angst" - "Wovor? Werwölfe?" ...

Und keiner der "Warums?" wurden mir jemals logisch schlüssig von irgendwem beantwortet, noch nie.
Aber immer wieder dieselbe Leier.
 

Orr Babba

Hangabtriebler
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Mich interessiert aber nur mal zu hören, wie es diejenigen machen, denen es nicht vergönnt ist, mit dem Rad zur Arbeit zu kommen (zu große Entfernung, schlechte Straßenverhältnisse, mangelnde Ausrüstung wie Beleuchtung usw.). Mich interessieren, wie es der erste Antwortende ausgedrückt hat, einfach die Formen des Zeitmanagements.
Ganz einfach eigentlich. Nicht nach den Unmöglichkeiten suchen, sondern schauen was möglich ist. Und das dann auch machen.
Machen ist wie wollen, nur krasser.
Wo ein Wille ist, ist ne Parkbank.
Wer etwas will, findet Wege.
Das Training bzw. Fahren auf der Rolle habe ich deswegen auch ausgeschlossen.
Warum?
Ist ne legitime Option, wenn es nicht anders geht.

Man sollte Handlungsalternativen suchen und schaffen, nicht von vornherein ausschließen.
Wenn ich die Rolle ausgeschlossen hätte, wäre dieses Jahr nicht viel zusammengelaufen. So bin ich inkl. Rolle bisher auf immerhin 3.000km gekommen 2021. Klar wollte ich mehr. Wetter, paar gesundheitliche Probleme sowie berufliche und familiäre Zwänge haben es verhindert.
Na und? Ich hab das gemacht, was ging und bin jetzt im September stolz auf die 3.000km. Weil ich es - mal wieder - trotzdem geschafft habe. Gegen diverse Widerstände.

Guck was geht und zieh das durch.
So sieht's aus. Wie oft ich schon sowas anhören musste wie zB "Du kannst doch jetzt so spät/so früh/bei der Hitze/bei der Kälte/im Dunkeln/xyz nicht RR-Fahren" - "Warum nicht?" - "Das macht doch keiner" - "Und?" - "Das ist doch auch gefährlich" - "Warum?" - "Aber fahr nicht soviel durch Wald im Dunkeln?" - "Warum nicht?" - "Da hätte ich angst" - "Wovor? Werwölfe?" ...

Und keiner der "Warums?" wurden mir jemals logisch schlüssig von irgendwem beantwortet, noch nie.
Aber immer wieder dieselbe Leier.
Immerhin, schön zu lesen, dass man damit nicht allein steht. 🙄
 

lakecyclist

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Hilfreich ist, wenn Home-Office machen kann und sich dabei die Mittagspause verlängern kann und die fehlende Zeit abends reinarbeiten kann. So kann man über Mittag gut mal 1 bis 1,5 h fahren. Diese Privileg hat aber nicht jeder. Generell rate ich zu eher kürzeren Runden und dafür öfters fahren. Mir persönlich fehlt die Zeit für 3 bis 5h-Runden, die andere regelmäßig am Wochenende machen können. Ich versuche dann durch mehrere kürzere Fahrten (vor der Arbeit, Mittagspause, nach Feierabend, im Hochsommer auch mal erst um 20 Uhr,....) auf meine Trainingszeit zu kommen.
Im Winter wird es logischerweise schwierig und da ich der Rolle nichts abgewinnen kann, gehe ich dann vermehrt laufen. Das geht auch gut mit Stirnlampe im Dunkeln, wo es dann egal ist ob um 17 oder 22 Uhr.
Radfahren findet dann nur noch am Wochenende statt und dann auch eher kurze Runden über Mittag.
 

tarino

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Ist eine wirklich interessante Frage. Ich bin um 16Uhr daheim (Homeoffice geht bei meiner Arbeit nicht,Arbeitszeit ist fest) hab einen einfachen Weg von gut 60km, mdRzA ist also nicht. Land-/Bundesstraße wäre noch weiter, bzw müßte per Fähre über den Rhein. Ist also illusorisch.
Unsere Tochter ist i.d.R dann schon daheim (ist in Ausbildung, benötigt also keine besondere zeitliche Zuwendung mehr im Vergleich zu früheren Zeiten- Schule/Kleinkind). Meine bessere Hälfte kommt kurz nach mir heim. Ich mache es dann unter der Woche so, dass ich mich sofort umziehe und losfahre- wenn das Wetter paßt, also trocken ist. Zunehmende Dunkelheit ist ja nun eher kein Problem, aber ich fahr bei Nässe nicht. Da bin ich hart wie Pudding. Dafür hab ich die Rolle.
Hitze allerdings mag ich, ist mir sogar am liebsten. Bekloppt zwar, aber dabei fühl ich mich halt wohl.
Ich merke aber bei Fahrten, die länger dauern sollen als etwa 1 Stunde immer wieder, wie ich auf die Uhrzeit schiele, dass es mit der Rückkehr nicht zu spät wird. Duschen- zusammen Essen wollen wir auch noch. Ist also unter der Woche echt blöde. Gegen etwa 21 Uhr ist für mich abends dann Schluß (Augenpflege), da der Wecker um 4.30 wieder klingelt....
Da also nur max. drei gemeinsame Stunden zur Verfügung stehen, wenn ich aufs Rad steige, passiert das also bei mir deshalb immer mit einer gewissen Anspannung. Mehr als zweimal unter der Woche ist dann auch nicht, auch das nicht immer.
Ich hatte zuletzt Urlaub, konnten wir leider nur für zwei Tage zusammen haben, da also hatte ich jede Menge Zeit, wie ich sie mir nehmen wollte. Ich kam so auf ca 1100km in einem Monat - da ging richtig was, die Leistungsfortschritte waren entsprechend. Jetzt wieder bin ich über etwa 300km/Monat froh. Bin jetzt 56, fürs Rentnerleben also noch etwas zu jung.
Der andere angesprochene Aspekt vom TE war ja der Verkehr. da hab ich glücklicherweise kein Problem mit. Nach ein paar ganz wenigen Minuten bin ich im nördlichen Ausläufer des Odenwaldes- da gibts genug ruhige Straßen. Kann mir also aussuchen, ob ich viel oder wenig Verkehr möchte.
Die Rolle ist also mittlerweile eine echte Alternative bei Sauwetter- wenn auch nicht unbedingt eine geliebte. Ab etwa einer Stunde wirds irgendwie nervig/langweilig, die vorher genannte Anspannung kommt natürlich auch da zum Tragen.
Und nun noch halbwegs strukturiert zu fahren, in einer Art und Weise, dass man es aufeinander aufbauendes Training nennen kann, das funktioniert bei mir, leider, nicht.
Am Wochenden bin ich allerdings durchaus-an einem der beiden Tage, auch mal etwa vier Stunden unterwegs, das wird dann auch geduldet;)
Alles in allem kann ich unter den zur Zeit gegebenen Umständen nicht so fahren, wie ich es eigentlich gern täte- dafür muß ich noch etwa acht Jahre warten. Hoffentlich gehts dann vom gesundheitlich/körperlichen Aspekt noch so, wie ich es gern hätte.
 

Orr Babba

Hangabtriebler
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@tarino Guter Beitrag, da finde ich mich in vielem wieder! 👍
Ist eine wirklich interessante Frage. Ich bin um 16Uhr daheim (Homeoffice geht bei meiner Arbeit nicht,Arbeitszeit ist fest) hab einen einfachen Weg von gut 60km, mdRzA ist also nicht. Land-/Bundesstraße wäre noch weiter, bzw müßte per Fähre über den Rhein. Ist also illusorisch.
Ist vielleicht eine Strecke Rad, eine mit der Bahn denkbar?
Hab hier im Großraum Stuttgart einige Bekannte, die das so machen. Da geht´s auch bei 60km.

... wenn das Wetter paßt, also trocken ist. Zunehmende Dunkelheit ist ja nun eher kein Problem, aber ich fahr bei Nässe nicht. Da bin ich hart wie Pudding. Dafür hab ich die Rolle.
Der Satz könnte von mir sein. :D

Hitze allerdings mag ich, ist mir sogar am liebsten. Bekloppt zwar, aber dabei fühl ich mich halt wohl.
Ebenso. Bekannter von mir sagt immer "Ich fahr´ lieber bei 30°C als bei 13."
Amen.

Wobei zumindest der letzte Teil bei mir nicht zutrifft. Ich bin "Schönwetterradler" und steh auch dazu. Das bezieht sich aber ausschließlich auf Regen/ starke Nässe oder starken Wind. Kälte juckt mich nicht, ich habe gescheite Klamotten. Da wird die Runde halt zeitlich bissel beschränkt und mit niedriger Intensität gefahren.

Die Rolle ist also mittlerweile eine echte Alternative bei Sauwetter- wenn auch nicht unbedingt eine geliebte.
So ist es bei mir auch.
Aber wenn ich mir die Kilometer anschaue, die ich da über das letzte Dreivierteljahr virtuell zusammengestrampelt habe, lerne ich das Ding zu schätzen. Auf der Straße wäre es an den fraglichen Tagen nicht 1/10 davon gewesen.

Generell sind bei mir einige Dinge ähnlich. Ein strukturiertes Training ist bei mir auch nicht wirklich drin. Ich mache aber das beste aus der Zeit mir bleibt.
Im Normalfall fahre ich 2-4 Mal die Woche.
I.d.R. 1x für ca. 2h in der Zeit Mo-Mi. Wobei ich da den Sommer über einen Radtreff habe, ein Abend ist dafür fest reserviert. Selbst wenn ich nicht zum Radtreff kann, fahre ich in dem Zeitfenster allein. Zur Not auch auf der Rolle. Das ist quasi ritualisiert und mit der Familie auch entsprechend als "nur in Notfällen verhandelbar" kommuniziert.

Freitagnachmittag kann ich schon etwas früher los, das geht wenn das Wetter mitspielt also auch in der dunklen Jahreszeit noch im Hellen. Da fahre ich in aller Regel 2-3h, aber richtig mit Höhenmetern und Lichter ausknipsen. Bei "Nichtwetter" 1-2h Zwift, auch irgendwas ekliges mit paar bockigen Steigungen und literweise laufendem Schweiß. 🥵
Stressabbau mit dem Holzhammer, vor dem Wochenende den Schädel richtig auslüften. :D✌️

Samstag und/ oder Sonntag ist dann in Abstimmung mit der Familie und sonstigen Verpflichtungen im Normalfall eine längere, meist lockere Runde drin. Da fahre ich dann 3-7h (brutto). Ziel sind 100km ungefähr.
Auch hier kann man schauen, dass man die Familie integriert. Wir haben es schon häufig so gemacht, dass ich nach dem Frühstück mit dem Rad losgefahren bin und mich mittags mit der (im Auto anfahrenden) Family an einem Ausflugsziel getroffen habe. (MTB-Pedale ans Bike, mit den Schuhen kann man halbwegs laufen.) Dort haben wir dann ne Stunde zusammen verbracht, ich bin heimgeradelt und die Family macht noch was anderes.

Jede dieser Einheiten kann ich bei akuten Unmöglichkeiten auch flexibel durch ne Laufrunde ersetzen.

Ich bleib also dabei, das ist eher ne Willenssache bzw. ne Frage der Prioritätensetzung. Wer will, der kann.

PS Als Nachtrag noch: MdRzA ist bei mir purer Bonus und unregelmäßig. Da stehe ich nicht am Ende des Monats da und jammere "Och, wieder nur 2x geschafft!" sondern freue mich über jeden einzelnen Tag, an dem ich es mit reinbringen konnte. Populäre Tage dafür sind der Montag (geiles Gefühl, aktiv in die Woche zu starten) und der lange Donnerstag, um die lange Zeit am Schreitisch gleich auszugleichen.
 

Orr Babba

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Jetzt häng´ ich doch noch einen dran:
Im Winterhalbjahr nutze ich mein Arbeitszeitkonto um Freiräume zu schaffen. Da ich meist einiges an Stundenguthaben besitze, schaufel ich mir in der Zeit auch 1-2 mal im Monat einen halben oder ganzen Tag frei wenn gutes Wetter absehbar ist. So kommt man dann auch in den dunklen Monaten unter der Woche aufs Rad.
Geht natürlich auch nicht bei jedem.
 

Flaschenmann

MAMIL
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Schwieriges Thema, gute Frage.
Ich bin Profi in meinem Job. Ich bin Profi als Familienvater. Ich muss nicht auch noch Radprofi sein.
Mein " Training" beschränkt sich auf kurze Ausfahrten unter 2 Stunden und 3-4 längere Fahrten im Jahr. Das klappt deutlich besser, seit ich ein Gravelbike habe, mit dem der Spass direkt an der Haustür losgeht und mit dem man dem Feierabendverkehr aus dem Weg gehen kann. Ausserdem fahre ich damit ab und zu auch schon mal Alltagsstrecken bis 20 km, z.B. zum Arzt oder ins Büro. Im Winter bleibt dann oft nur das virtuelle Radeln im Keller.
Rennrad findet dann eigentlich nur gelegentlich Sonntag frühmorgens statt.
 

Heshthot

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Das Rennradfahren ist an bestimmte Verhältnisse der Außenwelt gebunden, auf die man keinen Einfluss nehmen kann (daher der Trend zu Rollentrainern): Wetter, Temperatur, Helligkeit.
Das gilt ja prinzipiell für alle Aktivitäten die draußen stattfinden, aber es kommt drauf an ob man sich daran binden lässt.
Ich persönlich fahre auch bei (einstelligen) Minusgraden durchaus noch draußen. Wenn's kälter ist dann eigentlich nur noch zum Pendeln. Für Helligkeit kann man Licht ans Rad machen wenn man in Dämmerung oder im Dunkeln unterwegs ist. Und Wetter ist auch eine Frage der persönlichen Ansichten. Wenn's aus Kübeln gießt fahr ich normalerweise auch nicht los. Aber wenn es regnen könnte, dann wird halt eine Regenjacke mitgenommen.

Das Essen muss also auf der Arbeit stattfinden (oder ist das Mittagessen ausreichend?), nachdem man nach Hause zurückgekehrt ist, muss man sich eigentlich eilig in Schale werfen und dann trotz des Feierabendverkehrs radfahren - oder nicht? Aber wie organisiert man dann sonstige im Haushalt anfallende Dinge, die am Abend womöglich auch noch auf dem Plan stehen - denn vielleicht hat man ein Haustier, gar ein zeitintensives wie einen Hund, oder man legt am Abend auch noch Wert darauf, etwas Gekochtes zu essen (denn das wäre ja auch Teil der Nachbereitung der Ausfahrt)?
Das kommt sicher auch drauf an wo man wohnt. Ich wohn auf dem Land, und hier konzentriert sich der Feierabendverkehr auf ein paar bestimmte Strecken. Denen über die Nebenstrecken auszuweichen ist relativ einfach. Wer in der Stadt wohnt hat da sicherlich mehr Probleme.
Sonstige Dinge des Haushaltes macht man dann an Tagen an denen man nicht Rad fährt, denn ich glaube kaum einer ist von Mo-Fr wirklich jeden Tag unterwegs.
Als Haustier hab ich eine Katze, mit der muss ich nicht Gassi gehen. Was Warmes gibt's Mittags in der Kantine, abends reicht einen Scheibe Brot. Gekocht wird abends nur Tee.
 

sma_ten

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Ich verstehe also nicht ganz, wie man überhaupt das Rennradfahren in den Alltag integriert bekommt. Es würde mich wirklich interessieren, das zu erfahren: wann fährt man? Um 17 bis 19 Uhr? Oder wann? Wieviel Zeit muss man für das Ankleiden in Rechnung stellen? Wird danach noch aufwendig gekocht (Zeit!)? Ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendjemand das in dem Alter reibungslos hinbekommt, in dem man herkömmlicherweise auch noch Kleinkinder zuhause hat. Oder geht das auch? Aber dann müsste es natürlich eine klassische Geschlechtsrollenaufteilung geben. Was ich wirklich gerne ausgenommen sehen möchte, ist das wochenendliche Fahren, das Fahren auf der Rolle und das MdRzA.
Genau so läuft es.
16 Uhr Feierabend und dann geht’s direkt aufs Rad von ca. 17 Uhr bis 19 Uhr.
Fürs Anziehen und Sachen packen bekommt man mit der Zeit eine Routine, sodass das in 10 min erledigt ist.
Nach der Runde schnell duschen und was einfaches schnelles zu Essen kochen. 🤷🏼‍♂️
Das ganze dann so 2 Mal unter der Woche.
Läuft 👍🏼
 
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