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Vom Atlantik nach Heidelberg - Tipps erbeten

DirkThomsen

Neuer Benutzer
Hallo,
wir würden gerne mit dem Rennrad (2 Einzelräder oder 1 Renntandem) vom Atlantik (Start in Gibraltar, alternativ auch Faro oder Lissabon) zurück nach Heidelberg fahren. Gibt es hier im Forum jemanden, der mir bzgl der Routenplanung Tipps geben kann? Bislang hatte ich folgende Ideen:

1. Von Gibraltar entlang der Mittelmeerküste über Girona / Perpignon nach Montpellier, durchs Rhonetal nach Besancon, weiter nach Muhlhouse und zuletzt das Rheintal bis Heidelberg: circa 2500km / 17000HM
Bei dieser Strecke habe ich jedoch zwei Bedenken: Zum einen wie gut bzw schlecht kann man entlang der Mitelmeerküste radfahren? Fährt man hier nicht eine große Zeit entlang der Autobahn bzw auf vielbefahrenen Straßen? Zum anderem, wie sieht es mit dem Mistral im Rhonetal aus? Kämpft man dort ewig gegen den Wind?

2. Von Faro oder Lissabon quer durch Spanien nach Biarritz, weiter über Tours, Troyes, Nancy, Straßburg nach Heidelberg: circa 2500km, 18000HM

In beiden Fällen: Wie finde ich Straßen/Radwege, die mit dem Rennrad gut (= glatter Asphalt, wenig Autos) zu befahren und im Idealfall auch noch landschaftlich schön sind? Unnötige Höhenmeter müssen nicht sein, da Strecke in circa 3 Wochen bewältigt werden soll (jeweils 3-4 Tage fahren, dann 1 Tag "Pause").
Bislang nutze ich den Routenplaner von Komoot (Planung über weite Strecken möglich, zeigt Untergrund an) bzw Strava (keine Planung über längere Distanzen möglich, dafür aber nach "minimale Höhenmeter", Anzeige von Segmenten, Globalheatmap, wobei die beiden letzten Punke leider nicht unbedingt bedeuten, dass es auch für Rennrad gut ist). Wer hat weitere gute Ideen / Tipps?

Unterkünfte sind ein weiterer Punkt: Da ich die Strecke zeitlich nicht komplett vorplanen will, sollten die Unterkünfte jeweils am gleichen Tag ausgesucht werden. Haltet Ihr das für möglich? Was sind Eure Erfahrungen? Warmshowers.org? Pensionen? B&B? AirBnB? Hotels?

Viele Grüße, Dirk
 
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ToujourLamour

Aktives Mitglied
Ich habe die Tour 1 andersrum gemacht, allerdings ohne Routenplanung und Unterkünfte. Zwischen Gibraltar und Marbella führt soweit ich weiss kein Weg an der Autobahn vorbei, von Malaga nach Almeria war auch übel. Am Mittelmeer muss man öfter mal längere Strecken auf den stark befahrenen Nationalstraßen zurücklegen. Fahren kann man aber immer gut (ab Almeria ohne HM) und die Autos sind in Spanien noch rücksichtsvoller als in Frankreich. In Portugal hatte ich hingegen den Eindruck daß sie mich alle überfahren wollten, ob Holztransporter, Rettungswagen oder Pfarrer, bin 2x im Straßengraben gelandet.
Die Rückfahrt durchs Rhonetal ende Februar war übel. Etwa eine Woche mit eiskaltem Mistral direkt in die Fresse, das hat schon ordentlich demotiviert.
An der Mittelmeerküste wird man immer eine Unterkunft finden, wie das im Landesinneren aussieht kann ich nicht sagen. Bei Warmshowers sind die meisten User inaktiv. Dafür gibt es in Spanien viele Hostels, die sehr günstig sind, um die 10€ im Mehrbettzimmer, im Norden eher 15€. Isomatte, Schlafsack und Tarp würden natürlich etwas mehr Planungsfreiheit geben.

Falls es die Mittelmeerroute wird, würde ich von Perpignan bis Grau de Roi immer so weit an der Küste wie möglich fahren, und erst von dort aus auf den Via Rhona / EuroVelo. Zwischen Beaucaire und Avignan macht der EuroVelo recht viel ZickZack, da kann man etwas abkürzen.

Viel Spass!

PS: Gibraltar liegt am Mittelmeer, falls der Atlantik als Startpunkt wichtig ist, wäre der eigentliche Start in Tarifa. Hier zwei Panoramabilder zwischen den beiden, oben mit Blick auf Marokko und unten auf Tarifa:
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PPS: Wettertechnisch ist die Mittelmeerroute angnehmer. Am Atlantik ist der Wind etwas schroffer und es kam mir oft so vor, als ob ich immer Gegenwind hätte, egal in welche Richtung ich fuhr. Die Luft ist deutlich feuchter und dichter und man spürt das. Zwischen Nordportugal und Bordeaux, im Baskenland, regnet es meistens täglich mehrmals heftig. Ich persönlich würde die erste Route am Mittelmeer (durch Cartagena) bevorzugen, aber das ist natürlich Geschmackssache. In Cartagena gibt es eine ganz spezielle Kaffeevarietät namens Cafe Asiatico, ein Cortado mit Weinbrand und Zimt.

Ansonsten sind Alicante, Terragona, Barcelona, und Girona eine Übernachtuing wert. In Valencia lohnt sich auch das Science Museum mal von aussen anzuschauen, siehe unten. In der Provence hauen mich sowieso alle Städte vom Sattel.

Soweit ich das erkennen kann geht die Route 1 bisher von Barcelona nach Girona an der Autobahn entlang, das wird vermutlich ein "Camino del Servicio (oder so ähnlich)" sein? Da habe ich eher gemischte Erfahrungen gemacht, die waren nicht immer ganz planungssicher und hörten manchmal ganz plötzlich an Baustellen auf, die nicht ausgeschildert waren. Wenn man dort auf der N-11 am Meer entlang fährt kann man neben Abgasen immerhin auch etwas Seebrise athmen und hat immer eine schöne Aussicht. So oder So wirst auf dem Weg nach Girona unglaublich viel Gestank ausgesetzt sein, auch industriellem. Zumindest die letzten 2 Stunden, es werden dort ca. 80% des Weltbedarfs produziert :)

Falls 2h Schotterwege kein Problem sind gibt es in Frankreich noch 2 ganz besondere Schmankerl: von Porte-la-Nouvelle nach Narbonne kann man direkt durch die Lagune fahren, an der Zuglinie entlang, ich habe das sowohl auf dem Hinweg im Schneesturm als auch auf dem Rückweg im Nebel sehr genossen. Un von Sete aus nach Grau du Roi gibt es auch einen wunderschönen Weg über den Deich! War ein wenig matschig aber auch mit slicks kein Problem.

Valencia Science Museum:
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Prt-la-Nouvelle - Narbonne:
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Sete - Grau du Roi:
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ToujourLamour

Aktives Mitglied
PPS: Ein kleiner Ausflug durch die Camargue lohnt sich eigentlich immer! Im Osten, nur einige Stunden hinter Grau du Roi gibt es die Salines de Giraud, dort war ich im Juni. Formidable!
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DirkThomsen

Neuer Benutzer
Hallo ToujorLamour,
zunächsteinmal vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Bislang ist die Tour nur eine Idee, die mir aber schon seit einigen Jahren durch den Kopf geistert. Die Strecken bei Komoot sind jeweils in wenigen Minuten entstanden, ohne dass ich mir die einzelnen Abschnitte genauer angeschaut hätte. Es ging zunächst nur darum, eine grobe Vorstellung davon zu bekommen, woher es prinzipiell gehen könnte und wieviele km/HM dabei grob herauskommen. Sobald der prinzipielle Verlauf feststeht, muss ich die Strecke dann natürlich im Detail ausarbeiten (Camino del Servica / Straße / Radweg / etc.). Ab und zu mal Schotter ist kein Problem, aber es soll eine Tour mit Rennrad (= Roadbike) werden und nicht mit einem Gravelbike. Ist die Via Rhona / EuroVelo eigentlich aspaltiert? Zwei Freunde von mir sind neulich von Heidelberg nach Arezzo gefahren. So etwas wie der Etschradweg von Bozen nach Rovereto ist natürlich ein Traum für Rennradfahrer. Die beiden hatten für ihre mehrtägige Tour mit dem Rennrad nur jeweils einen Rucksack dabei. Ähnlich minimalistisch hatte ich es mir das auch vorgestellt: So etwas wie Deine (Ortlieb?) Tasche hinter dem Sattel und noch eine Ober-/Unterrohrtasche.

Viele Grüße, Dirk
 
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