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Trainingsberater: Glauben diese Leute eigentlich selbst, was sie schreiben?

Arthur2021

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Diesen Text laß ich soeben zum Thema "Rollentraining/Ausdauertraining":

"Kein großes Kettenblatt vor Weihnachten!" Nur eine von zahlreichen verstaubten Trainingsweisheiten, die mittlerweile von der Sportwissenschaft widerlegt wurden. Strukturierte Intervalle stehen inzwischen ganzjährig auf dem Trainingsplan – und nirgendwo trainiert es sich so effizient wie indoor – auf der Rolle: keine widrigen Wetterbedingungen, kein Straßenverkehr, die ideale Trainingsstrecke immer parat.

Selbst Wettkämpfe im eigenen Wohnzimmer sind möglich und tragen zum Trainingsfortschritt bei. Vorbei also die Zeit, als Rollefahren im Winter eine Notlösung für stundenlanges Grundlagentraining war – und so Langeweile und mäßigen Erfolg garantierte. Doch auch das strukturierte Indoortraining wirft Fragen auf, vor allem was Dauer, Intensität, Ernährung und Erholung angeht.


Meine Frage an Euch: Was denkt Ihr, glauben diese Leute das, was sie schreiben?
 
Hilfreichster Beitrag geschrieben von pjotr

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Arthur2021

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Und weil's so schön ist, schiebe ich gleich noch einen nach:

"Da indoor keine Tretpausen anfallen, kann man das Training zeitlich etwas abkürzen", erklärt Nele Nieschlag vom Radlabor in Frankfurt. "So kann ein dreistündiges Grundlagentraining auch in zwei bis zweieinhalb Stunden absolviert werden."

Glaubt unsere Nele, was sie da schreibt? Und wenn ja, warum? Warum weiß sie es nicht besser? Oder weiß sie es besser, und schreibt nur, was die Leute lesen/hören wollen?
 
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Hilfreichster Beitrag geschrieben von pjotr

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Arthur2021

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Das ist wirklich eine interessante Lektüre, jetzt kommen sogar noch bahnbrechende Erkenntnisse auf dem Gebiet der Physik:

Unter der Fragestellung Warum trete ich indoor weniger Leistung als draußen – und wie gehe ich damit um?
schreibt die Autorin (und erfindet die Physik neu):

Der Unterschied hat zwei Ursachen: fehlender Fahrtwind und fehlende kinetische Energie. ... Hauptursache für den Leistungsverlust ist jedoch die fehlende kinetische Energie, die sich indoor nicht simulieren lässt. Auf der Rolle treten Sie quasi permanent gegen eine Bremse an – das System kommt nie in Schwung.
 

Arthur2021

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Um der Gerechtigkeit die gebührende Ehre zu geben, es gibt in dem Text auch Lichtblicke:

Intensive Einheiten gehören genauso in den Trainingsplan wie ruhige Fahrten und Ruhetage. Ein bis zwei intensive Sessions pro Woche sind ein guter Anhaltspunkt, um langfristig Fortschritte zu erzielen – immer abhängig von Ihren Saisonzielen und individuellen Schwächen.

Hören Sie auf Ihren Körper: Wenn Sie sich von der Arbeit oder dem Alltag müde und schlapp fühlen, dann absolvieren Sie lieber eine ruhige Einheit oder legen Sie einen kompletten Ruhetag ein.


Das zu verstehen, zu akzeptieren und entsprechend zu handeln, würde hier manchem gut zu Gesicht stehen.
 

Hans Werner

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Arthur...ist Dir mal wieder langweilig und Du möchtest andere Menschen denunzieren ? Wenn nein, telefoniere doch einfach mal mit Nele und erkläre ihr in einem freundlichem Gespräch was Deiner Meinung nach falsche sei. Bestimmt ist Nele so nett und korrigiert ihren Irrtum sofort und wird sich bei Dir entschuldigen. ;)
 

pug304

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mit Sicherheit hat der Arthur den Fortschritt der Zeit erkannt und will nun ernsthaft ins Zwiftgeschäft einsteigen. Und schwupps hat er im neuen Jahr einen deutlich höheren Schnitt als, oder eben auch nicht.
 

Arthur2021

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Nicht optimal formuliert oder den Zusammenhang des Zitats nicht vollständig wiedergegeben, aber das was sie meint ist eigentlich richtig. Abfahrten, Stadtverkehr, etc können die effektive Trainingszeit stark reduzieren.
Vor ein paar Jahren wohnte ich noch im Zentrum einer Stadt. Rein und raus waren jeweils 15-20min Stop-and-go. Wenn man sich nach dem Training anguckt wieviel Zeit man mit 0-50W rumgerollt ist, warste da zwar 3h unterwegs, bist aber nur 2h wirklich Rad gefahren.
Und genau da liegt der Irrtum. Was heißt "richtig Rad gefahren"? Damit ist wohl gemeint, daß die Intensität nicht hoch genug war ("0 - 50 W"). Tatsächlich interessiert beim GA-Training aber nicht, ob eine gleichmäßig hohe Intensität gefahren wurde, sondern die Durchschnittsleistung. Die sollte, entgegen der überholten "Altvorderen-Weisheit", durchaus anspruchsvoll sein, insbesondere beim "aufbauenden GA-Training". Ansonsten soll das GA-Training eben Ausdauer-Reize setzen. Und wie das Wort bereits sagt: Das hängt eben von der Dauer der Leistungserbringung ab.

Nun kann man aber einwenden: Was ist mit den Zwangspausen unterwegs, Ampelstopps usw.? Dieser Einwand ist ja zunächst einmal nicht von der Hand zu weisen.

Tatsächlich ist es aber so, daß
  • für die Dauer nicht die jeweils in den Zeitintervallen erbrachte Leistung zählt, sondern neben einer bestimmten Mindest-Durchschnitts-Leistung (vgl. oben) die Brutto-Dauer der Erzeugung der Leistungsbereitschaft
  • zur Entwicklung einer hohen Ausdauer der Körper eben auch "lernen" muß, bereits während der Erbringung der Leistung zu regenerieren – und aus diesem Grunde sind Pausen überhaupt nicht schädlich für die Entwicklung der Ausdauer.
Man sollte allerdings dem Organismus schon in den ersten Minuten "sagen", daß hier Leistungserbringung ansteht. Dazu genügt ein kurzer Sprint zu Beginn des Trainings in der Wohnstraße oder zwischen den Ampelstops.
 

SlowRoll

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Solange sie nicht 300km in 298km fahren ist doch alles gut ?

Ansonsten ist doch offensichtlich wieso viele Rennrad und auch sonstige Sportmagazine so viel unnötiges Zeuchs zur Trainingslehre schreiben.
es muss jeden Monat ein neues Heft mit Inhalt rauskommen.

Im Grunde ist zu 99% der Themen alles gesagt.
Also saugt man sich irgendwas aus den Fingern und verkauft es als den neuen wichtigen kram der den ganz großen Unterschied macht

Man kann ja schlecht in jedem Heft bei den Trainingstipps schreiben: Gibt nichts neues schaut in Heft xy
 

ronde2009

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Definiere Leistungsbereitschaft?
Grenze das Thema ein. Vermeide weitschweifende Textkörper ohne Information.
Bedenke, alle werden das lesen. Reduziere und destilliere Deine wichtige Botschaft. So als wäre es eine Flaschenpost.
 

Freddy11

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Na, du haust jetzt aber genauso Statements raus über die du dich oben beschwerst. Das ist mal alles relativ individuell. Bei der Intensität der Grundlagenfahrt z.B. kommts mal sehr stark drauf an wie du trainierst. Ein Profi fährt bei Grundlagentraining meist deutlich unter 70% der Schwelle und wenn ich mal 20std. die Woche fahre, liegt meine Durchschnittsleistung bei Grundlagenfahrten auch eher bei 55 bis 60%
 

pug304

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Definiere Leistungsbereitschaft?
Grenze das Thema ein. Vermeide weitschweifende Textkörper ohne Information.
Bedenke, alle werden das lesen. Reduziere und destilliere Deine wichtige Botschaft. So als wäre es eine Flaschenpost.
früher -als noch alles besser war und es auch keine Smarttrainer gab- stand auf den gelben Häuschen mit Telefonmöglichkeit bei Einsatz >= 20 Pfennigen: Fasse Dich kurz!
 

Rawuza

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Diesen Text laß ich soeben zum Thema "Rollentraining/Ausdauertraining":

"Kein großes Kettenblatt vor Weihnachten!" Nur eine von zahlreichen verstaubten Trainingsweisheiten, die mittlerweile von der Sportwissenschaft widerlegt wurden. Strukturierte Intervalle stehen inzwischen ganzjährig auf dem Trainingsplan – und nirgendwo trainiert es sich so effizient wie indoor – auf der Rolle: keine widrigen Wetterbedingungen, kein Straßenverkehr, die ideale Trainingsstrecke immer parat.

Selbst Wettkämpfe im eigenen Wohnzimmer sind möglich und tragen zum Trainingsfortschritt bei. Vorbei also die Zeit, als Rollefahren im Winter eine Notlösung für stundenlanges Grundlagentraining war – und so Langeweile und mäßigen Erfolg garantierte. Doch auch das strukturierte Indoortraining wirft Fragen auf, vor allem was Dauer, Intensität, Ernährung und Erholung angeht.


Meine Frage an Euch: Was denkt Ihr, glauben diese Leute das, was sie schreiben?
"Kein großes Kettenblatt vor Weihnachten!" Das stammt aus einer Zeit wo das Kleine 42Zähne hatte und man hinten 16 im Winter fuhr.
Damals beim Bahnsprint ,oder überhaupt auf der Bahn fuhr man 52/14 oder 15. Heute brauchen sie 60 zu irgendwas. Schau dir nur mal auf alten Fotos die Muskulatur an(auch Eddy). Das haben heute U17 Fahrer .
Die Zeiten ändern sich und die Bäuche werden dicker:rolleyes:
Achso, was ich damit sagen will: Die Bäuchewerden......
 

tifosi67

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Ja der Söderismus... 🤡

macht auch in der Vorweihnachtszeit keine Pause! Atemlos durch die Nacht. :daumen:

Besinnliche Grüße!

Karl
 

Teutone

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"Da indoor keine Tretpausen anfallen, kann man das Training zeitlich etwas abkürzen"
Vielleicht aufs Hügelige/Bergige bezogen, da wird ja teils die Hälfte der Strecke nur gerollt.. da könnte man in der Tat der Effektivität halber etwas abkürzen, wer will schon nen ganzen Alpenpass runterrollen?!

Der Unterschied hat zwei Ursachen: fehlender Fahrtwind und fehlende kinetische Energie. ... Hauptursache für den Leistungsverlust ist jedoch die fehlende kinetische Energie, die sich indoor nicht simulieren lässt. Auf der Rolle treten Sie quasi permanent gegen eine Bremse an – das System kommt nie in Schwung.
Vielleicht auch missverständlich, was sie mit Fahrtwind meint, ob was Physikalisches, oder ob auf die Kühlung bezogen. Wenn Ersteres, wäre es peinlich, aber ich hoffe nicht.

Das mit der kinetischen Energie, ich weiß, was sie meint, aber es hakt bei der Erklärung. Auf den früheren Rollen war das Treten teils unrhythmisch, abgehackt, so als wenn man im kleinen Gang mit gezogener Bremse fährt. Die neuen Rollen haben große Schwungmassen, damit wird das Fahren tatsächlich geschmeidiger, realistischer, gleichförmiger. So als wenn man mit 53/11 bei Gegenwind fährt. Von wann sind denn die Texte, noch aus der Vor-Smartrollen-Zeit?
 

Hans Werner

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Das ist von vor 1 Jahr: https://www.roadbike.de/rennrad-training/die-wichtigsten-fragen-zum-training-auf-der-rolle/

Der Unterschied hat zwei Ursachen: fehlender Fahrtwind und fehlende kinetische Energie. Ersterer lässt sich durch ein offenes Fenster und/oder einen Ventilator einigermaßen gut simulieren. Denn: Wer überhitzt, reduziert seine Leistungsfähigkeit drastisch, da der Körper enorm viel Energie für die Kühlung aufbringen muss.


Hauptursache für den Leistungsverlust ist jedoch die fehlende kinetische Energie, die sich indoor nicht simulieren lässt. Auf der Rolle treten Sie quasi permanent gegen eine Bremse an – das System kommt nie in Schwung. Selbst moderne Smarttrainer weisen eine vergleichsweise kleine Schwungmasse auf und müssten exorbitant schwerer sein, um ein realistisches Fahrgefühl zu erzeugen – zu Lasten ihrer Handlichkeit.
 

Teutone

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Das ist von vor 1 Jahr: https://www.roadbike.de/rennrad-training/die-wichtigsten-fragen-zum-training-auf-der-rolle/

Der Unterschied hat zwei Ursachen: fehlender Fahrtwind und fehlende kinetische Energie. Ersterer lässt sich durch ein offenes Fenster und/oder einen Ventilator einigermaßen gut simulieren. Denn: Wer überhitzt, reduziert seine Leistungsfähigkeit drastisch, da der Körper enorm viel Energie für die Kühlung aufbringen muss.


Hauptursache für den Leistungsverlust ist jedoch die fehlende kinetische Energie, die sich indoor nicht simulieren lässt. Auf der Rolle treten Sie quasi permanent gegen eine Bremse an – das System kommt nie in Schwung. Selbst moderne Smarttrainer weisen eine vergleichsweise kleine Schwungmasse auf und müssten exorbitant schwerer sein, um ein realistisches Fahrgefühl zu erzeugen – zu Lasten ihrer Handlichkeit.
Der Text klingt teils gleich, teils überarbeitet, oder?! 🤔

Wer überhitzt, reduziert seine Leistungsfähigkeit drastisch, da der Körper enorm viel Energie für die Kühlung aufbringen muss.
Wobei ich das ja irgendwie für nen Gerücht halte.. Energie benötigt er zum zusätzlichen Wärmen im Winter, aber bei Hitze, da werden die Poren geöffnet, Adern erweitert, Puls steigt zwar.. letztlich habe ich aber bei Hitze eher das Gefühl, dass der Körper einfach nen schützenden Begrenzer reinhaut, der uns schlicht nicht höher drehen lässt. Damit die Kerntemperatur nicht über 40 Grad oder sonstwas steigt. Ähnlich, wie bei Fieber, eigentlich kann der Körper (sportlich gesehen) fit und ausgeruht sein, aber das System sagt mir einfach, es will geschont werden, bleib liegen, oder ich lass Dich mit Schwindel umkippen!
 

usr

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Tatsächlich interessiert beim GA-Training aber nicht, ob eine gleichmäßig hohe Intensität gefahren wurde, sondern die Durchschnittsleistung.
Na dann klappt's ja auch mit dem time crunched GA: einfach all out wie man eben Zeit hat und dann je nachdem was im Trainingsplan steht mit ein paar Stündchen vom sowieso anfallenden Nachtschlaf verdünnen.

Wenigstens einer ist wieder voll in Form ;)

(bei der Sache mit der “kinetischen Energie“ ist Kritik natürlich nicht ganz falsch. Was wohl gemeint werden wollte ist ist der Effekt dass bei höherer Schwungmasse, also wie im echten Leben, punktuelle Kraftspitzen im Pedalkreis viel besser aufgenommen werden als bei geringerer Trägheit an der Kurbel, aber da stehen tut leider etwas völlig anderes)
 

tifosi67

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Wobei ich das ja irgendwie für nen Gerücht halte...
Alles andere als das!

Du beschreibst die typischen Symptome, wenn man den Fehler macht, und sich in der Anpassung an ein Klima zu wenig Zeit lässt und überdreht. Der Körper braucht dafür Zeit, und sollte eher bewusst und am Anfang behutsam auf die Bedingungen eingestellt werden. Das wird in allgemeinverständlicher Form und nicht zu lang mMn hier ganz gut erklärt:

welchen-einfluss-hat-das-klima-auf-die-ausdauerleistung

Ein gutes Beispiel sind die "Aussteiger" bei der diesjährigen Tour, die sich gezielt auf die klimatischen Bedingungen für das olympische Straßenradrennen in Tokio vorbereitet haben.

Viele Grüße!

Karl
 
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