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Tour de France 2019

pjotr

Radprofi, gefangen im Körper einer Hobbylusche
@pjotr

Ich bezog mich dabei auf einen Kommentar von Emanuel Buchmann, als er sinngemäß sagte, daß er bei einer schwierigen Etappe gut mithalten konnte, er sozusagen sein Limit noch nicht erreicht hatte. (Finde den entsprechenden Artikel leider auf die Schnelle nicht).

Da hätte ich mir gewünscht, daß er versucht, durch eine entsprechende Platzierung Bonus-Punkte zu bekommen, es fehlte ja nur noch wenige Sekunden zum Tour-Dritten. Aber wünschen kann man sich viel, man steckt ja nicht drin, und vermutlich hätten die Konkurrenten ihn nicht wegfahren lassen, sehr wahrscheinlich sogar nicht.
Ich kann mich an das Interview auch erinnern, aber eine dreiwöchige Rundfahrt ist ein "Abnutzungskampf", da muss ,man bis auf den letzten Tag immer ein paar Körner für die nächsten Tage sparen. Die Podiums-Platzierung von Buchmann ist btw. nicht zuletzt Mannschaftszeitfahren "verpasst" worden, wenn man so will. Der Rückstand den sich sein Team dort auf den Sieger des Zeitfahrens JumboVisma, inkl. des späteren Gesamtdritten Steven Kruijswijk, eingehandelt hat, war größer als sein Rückstand im Schlussklassement auf Kruijswijk.

Angesichts der hervorragenden Besetzung JumboVisma mit dem mehrfachen Zeitfahrweltmeister Ton Martin und dem "neuen Stern am Zeitfahrhimmel" und belgischen Meister Wout Van Aert, war es sich nicht ehrenrührig, dass Bora gegen JumboV im Mannschaftszeitfahren einiges an Zeit verloren hat. Die Geschichte zeigt aber auch, dass Bora an der Stelle noch Verbesserungspotenzial hat und sich perspektivisch überlegen muss, ob man weiterhin auf zwei Kapitäne (Sagan und Buchmann) setzen will, mit entsprechenden Helfern für beide Aufgaben (Sprint und Gesamtklassement) oder ob man mal nur auf Buchmann setzt und eine Mannschaft nur aus Berghelfern Zeitfahreren um ihn herum aufbaut.

Vielleicht ist es sogar schon nächstes Jahr soweit, dass Buchmann als alleiniger Kapitän in die Tour gehen kann. Auf INRNG konnte man lesen, dass die RCS Sagan mit einem größeren Geldbetrag zum Giro locken will, dann "müsste" er vielleicht nicht zwingend zur Tour und alle inkl. den Sponsoren (Specialized!) wären trotzdem zufrieden, wenn Sagan den Giro "rockt".

Lange Rede kurzer Sinn: Ob Buchmann zukünftig aufs Podium fahren kann hängt u.a. auch von der Team-Ausrichtung ab. Für dieses Jahr war das Podium offensichtlich noch eine Nummer zu groß und er konnte die ersten drei des GC nirgendwo ernsthaft in Bedrängnis bringen. War trotzdem eine tolle Vorstellung von ihm.
 

CYJU

Aktives Mitglied
Ack, pjotr.

Das mit dem MZF hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm, und dabei hat TJV sogar INS 20 Sekunden abgenommen, gar nicht zu reden von BOH, die waren nicht unter den ersten 10....

Und ja, Emanuel Buchmann hat einen sehr guten Einstand gegeben, wer hätte das gedacht? Und zudem ist er ein sehr Netter, ich mag seine zurückhaltende und bescheidene Art.
 

laidback

Tertium Quid
Vielleicht ist es sogar schon nächstes Jahr soweit, dass Buchmann als alleiniger Kapitän in die Tour gehen kann. Auf INRNG konnte man lesen, dass die RCS Sagan mit einem größeren Geldbetrag zum Giro locken will, dann "müsste" er vielleicht nicht zwingend zur Tour und alle inkl. den Sponsoren (Specialized!) wären trotzdem zufrieden, wenn Sagan den Giro "rockt".
Das halte ich für Wunschdenken der RCS. Sagan wird sich eher mit weiteren grünen Trikots unsterblich machen wollen, als sich den schwereren Giro antun. Er hat ja schon bei der TdF verlauten lassen wie er sich manchmal über die Berge quält. Was soll er da beim Giro, wo Sprinter sowieso nur die zweite Garde spielen? Sich auf einer Handvoll Sprintetappen - um welches Trikot doch gleich - bemühen? Und Geld, glaube ich - ohne ihn näher zu kennen - ist wohl inzwischen etwas mit dem man ihn am wenigsten "locken" kann. Ich denke eher dass Bora da in einer Zwickmühle steckt. Wollen sie ihn halten, müssen sie ihm grüne Trikots ermöglichen. Wenn nicht, wird er sicher leicht eine andere Mannschaft finden die ihm das ermöglicht.
 
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Alu-Renner

Aktives Mitglied
Ausserdem ist Sagan ja eine Bank was das Grüne angeht. Das werden auch sicher die Sponsoren so sehen, die wohl alles andere als begeistert wären, wenn Sagan nicht bei der Tour startet.
 

pjotr

Radprofi, gefangen im Körper einer Hobbylusche
@laidback Ich kann deine Einwände nachvollziehen, man wird sehen, wie die Geschichte weitergeht. Zum Thema Geld ist anzumerken, dass sowohl Froome als auch Dumoulin 2018 nicht zuletzt mit Geld aus Israel zum Giro gelockt wurden. Die haben es beide auch nicht nötig.
Soweit ich weiß, verdienen die Teams bei solchen Deals auch immer ordentlich mit! Da gibt es also auch finanzielle Interessen.

Gegen einen Giro-Start von ihm spricht letztlich aber auch die parallel stattfindende Kalifornien-Rundfahrt. Könnte sein, dass Sagan für Specialized in Kalifornien doch mehr Wert ist als in Ungarn und Italien. Schließlich ging die Kalifornien-Rundfahrt in diesem Jahr sogar am Hauptsitz von denen vorbei.
 

JA1

Aktives Mitglied
@laidback ...

Gegen einen Giro-Start von ihm spricht letztlich aber auch die parallel stattfindende Kalifornien-Rundfahrt. Könnte sein, dass Sagan für Specialized in Kalifornien doch mehr Wert ist als in Ungarn und Italien. Schließlich ging die Kalifornien-Rundfahrt in diesem Jahr sogar am Hauptsitz von denen vorbei.
soviel ich weiß, (höhen-) trainiert er viel in Colorado. möglicherweise besitzt er da auch ein häuschen.
 

ronde2009

Aktives Mitglied
Nur auf das Grüne zu gehen wäre für Bora zuwenig. Denke die werden beide Klassements verfolgen. Bora war am Berg schon stark besetzt.
 

ennio_99

Aktives Mitglied
Maybe it helps!

Eric „Ete“ Zabel , die graue Eminenz des Radsports, war schon 2011 bis 2013 sportlicher Leiter des Katusha Teams!
Nach seiner „tränenreichen“ Dopingbeichte trat er von dieser Funktion zurück!
Seit 2018 ist er im Katusha Alpecin Team wieder in beratender Funktion bei Training und Mannschaftsleitung aktiv.
Daneben berät er hauptsächlich CANYON mit dessen Inhaber er eng befreundet ist.

BTW: Die Leistung des KATUSHA-ALPECIN-Teams war eine Enttäuschung der Tour! Möglicherweise hilft es, wenn die mal versuchen das ALPECIN-Coffein Zeugs statt auf die Haare in die Trinkflasche zu träufeln!
...man kann halten was man will von "Ete" Erik Zabel aber er ist in gewisser Weise eine Legende. Seine Sprüche und Fachwissen/Instinkt waren ja auch nicht sooo schlecht.
„Wenn er sagt, fahrt um einen Kreisverkehr rechts herum, und alle anderen fahren links, fahren wir so wie Erik uns das gesagt hat.“ (Aldag: tour de france 2011)
"Wer schnell schnell fährt, fährt schnell langsam" (E.Zabel)

Ob er nun erneut heult weil P.Sagan ihm den 'grünen Rekord' weggeschnappt hat...wer weiß?
Und nicht vergessen! Es war Erik Zabel der Cavendish bei seinen 1.Mailand-Sanremo Start zum Sieg geführt hat!
 
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