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Reisebericht Frankfurt-Bonn-Frankfurt 417km in 35h

Das Wunder von Bornheim

Rennradschlumpf24
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Hier der Bericht meiner ersten längeren Radtour.

Tag 1: Fankfurt-Bonn
Distanz.......................211,17km
Höhenmeter...............226hm
Reisezeit....................9:12h
Fahrtzeit.....................8:26h
ø Puls.........................150bpm
ø Geschwindigkeit.....25,0km/h

Start war am Montag, 3. März um 7:03 Uhr bei 0°C im Frankfurt Nordend. Dann zuerst an die Nidda und den Nidda-Radweg entlang bis Höchst und dort an den Main. In Mainz dann an den Rhein um dort, von mir so gewollt, komplett linksrheinisch zu fahren:


Die Idee war, so schnell wie es mir eben möglich ist nach Bonn zu kommen, also so wenig Pausen wie möglich zu machen. Essen hatte ich genügend dabei, nur die 2 Trinkflaschen zu je 700ml würde ich nachfüllen müssen. Die ersten 100km konnte ich zwischenzeitlich einen Schnitt von 27km/h erreichen. Diese Puffer war auch gut, denn ab Koblenz bin ich auf der linken Rheinseite andauernd "Rüttelplatte" gefahren. Oft, natürlich nicht immer, sehr schlechter Zustand der Radwege. Eigentlich nicht rennradtauglich. Das hat mich extrem viel "Körner" gekostet da wenigstens meinen 25er Schnitt zu halten.
Durch meine sportlichen Ambitionen auf der Hinfahrt gibt es auch kaum Fotos. Gehalten habe ich nur an Ampeln, 2 Pinkelstops, Wasserversorgungsstop und 1x Klamottenwechsel.

Ein Foto gibt es, vom Klamottenwechselstop. Bei freundlichen 7° konnte auf eine Schicht (gerade so) verzichtet werden. Irgendwo nähe Bingen.

Frankfurt-Bonn-Frankfurt-Tag1 - 1.jpeg


Die meiste Zeit bin ich einfach gefahren und nachzudenken - absolut wunderbar! Das waren schon 90% des Erholungseffektes, daß endlich mal die Zahnräder im Kopf kurz anhalten und ich einfach nur "sein" konnte. Vor allem die ersten 100km waren unglaubliche Momente des Glücks!

Mitfahrer hatte ich nur 1x für eine halbe Stunde: Einen supernetten 70+ Rennradler aus Neuwied, der fröhlich plaudernd mein Tourentempo von 25-27km/h mithielt. So fit will ich mit 70 auch sein - (Renn)radfahren ist gesund 😎

Ansonsten war es erstaunlich, fast gespenstisch leer. Kaum andere Radfahrer. Klar, unter der Woche und so, aber da ist in Frankfurt mehr los. Vor allem Morgens und Spätnachmittags ist echt "Pendlerkrieg" am Main - dann wirds super agressiv. Hatte ich zu keiner Sekunde auf der Hinreise

Nach der Ankunft um kurz vor 16:00 in Bonn konnte ich die Arbeitswohnung einer Freundin benutzten, die dort momentan sowieso nicht ist, weil coronabedingt alle im Homeoffice sitzen. Absolut ideal gelegen, an der Kennedybrücke direkt am Rhein, unweit des Radwegs. Perfekt, danke dir falls du das liest!
Nach Ankunft und einer heißen Dusche habe ich mich dann zu einem Spaziergang und der Jagd auf ein Abendessen aufgemacht. Zuerst dachte ich, blöde Idee, weil die Beine, vor allem die Knie, doch ganz schön müde waren. Hinterher stellte sich das aber als Glücksfall heraus, die leichte Bewegung hat der Regenration sehr gutgetan.

Riesenpizza (nur zur Hälfte geschafft) und große Pommes mit Ketchup und Majo und 1L Apfelschorle (die mit Zucker) und ein Eis später konnte ich dann sehr satt und glücklich aber unendlich müde schon um 20:00 Uhr ins Bett fallen. Wecker auf 5:00 Uhr - aber ich wache bestimmt eh vorher auf...
 
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Tag 2: Bonn-Frankfurt

Distanz.......................205,48km
Höhenmeter...............453hm
Reisezeit....................11:24h
Fahrtzeit.....................9:32h
ø Puls.........................133bpm
ø Geschwindigkeit.....21,5km/h

Die Rückfahrt wollte ich, anders als die Hinfahrt, ohne sportlichen Ehrgeiz angehen. Zügig aber ohne geiern auf den Schnitt. Anzeige im Wahoo nur Navigation, bpm und gefahrene km. Stops so viel wie gewünscht und benötigt. Deshalb gibts auch mehr Fotos.

Los ging die Rückreise am Dienstag, 4. März um 6:45 Uhr bei 0°C in Bonn. Wecker auf 5:00 Uhr und auch so lange geschlafen. Beine und vor allem die Knie ziemlich groggy, aber ansonsten recht fit. Hintern und Oberkörper fühlten sich gut regeneriert an. Frühstücken konnte ich mir gar nicht vorstellen. 1L warmes Wasser und 2 Tassen Kaffee helfen aber total daß man größere Erledigungen nicht unterwegs verrichten muß. Das wollte ich umbedingt vermeiden.

Diesmal wollte ich Komoot komplett die Planung überlassen, meine Erfahrung mit meiner eignen Routenplanung auf dem Hinweg war einfach sehr durchwachsen. Zum Teil super, aber auch viele Streckenabschnitte die eigentlich völlig ungeeignet waren und sehr viel Kraft und Zeit gekostet haben. Würde ich allerdings Komoot einfach Bonn-Frankfurt planen lassen, würde ich mit 2000+hm durch den Westerwald fahren. Das mache ich bestimmt irgendwann mal, aber ich hatte mit mir selbst vereinbart: Erstmal entweder hoch und kurz oder weit und flach. Kombination hoch und weit erst, wenn die die einzelnen Disziplinen bestanden habe.

Also habe ich 4 Etappen von Komoot planen lassen:

Rückreise 1. Etappe: Bonn-Koblenz (64km)


Start im Morgengrauen am Bonner Rheinufer. Eiskalt aber absolut wunderschön. Ein totaler premium-Moment!

Frankfurt-Bonn-Frankfurt-Tag2 - 1.jpeg


Schon nach 11km der 1. Stop - es geht mit der Fähre über den Rhein bei Königswinter.

Frankfurt-Bonn-Frankfurt-Tag2 - 6.jpeg


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...und schon weitere 10km später irgendwo bei Erpel der 1. Schock: Eine wirklich, wirklich Steile Straße gehts im Ort nach oben. Komoot zeigt hier entspannte 7% an - aber das glaube ich nicht! Soo fertig war ich nicht und ich kam mit 39/27 im Wiegetritt nur hoch, weil ich möglichst quer zur Fahrbahn in Schlangenlinien hochgstrampelt bin. War zum Glück nur kurz das Stück... 😅

Den Rhein habe ich zwar nur selten gesehen, dafür wirklich großartig-rennradtaugliche Strecke an der Bahn entlang. Kein Mensch, nur ich und mein Atem - herrlich.

Frankfurt-Bonn-Frankfurt-Tag2 - 13.jpeg


Auf Höhe von Menzenberg dann der offizielle Sonnenaufgang.

Frankfurt-Bonn-Frankfurt-Tag2 - 15.jpeg


Frühstück bei Leubsdorf. Pizza vom Vortag, Rosinen und Traubenzucker. Schnelle Kohlenhydrate nach unten, langsame nach oben (im Magen). Gelernt: Pizza ist nicht ideal als Sportnahrung. Der geschmolzene Käse verdaut nur langsam und behindert andere, schnellere Nährstoffe. Wusste ich zwar, dachte aber nicht das man es so deutlich merkt.

Frankfurt-Bonn-Frankfurt-Tag2 - 20.jpeg


Überhaupt hatte die ganze Landschaft etwas Märklin-Haftes.

Frankfurt-Bonn-Frankfurt-Tag2 - 21.jpeg


Der Rhein bei Neuwied...

Frankfurt-Bonn-Frankfurt-Tag2 - 24.jpeg


Ankunft in Koblenz. Bei inzwischen freundlichen 7° konnte ich mich eines riesigen Berges Klamotten entledigen! Die freundliche Bäckerei-Fachverkäuferin hat sogar meinen extra mitgebrachten Kaffeebecher akzeptiert - ich lehne die Wegwerfdinger ab.

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1. Etappe TipTop. Durchgehend hervorragender Untergrund! Großer Spaß, keinerlei Beschwerden. Kaffee!
 
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Rückreise 2. Etappe: Koblenz-Bacharach (48,7km)


Um es mit den Worten von Ford Prefect zu sagen: "Größtenteils harmlos". Sehr guter Asphalt aber eben auch relativ viel Landstraße, oft ohne Mehrzweckstreifen. Macht mir nix aus, man kann bei geringem Kraftaufwand gut Strecke machen und die Kraftfahrer scheinen die Radler gewohnt zu sein, keine Aufreger.

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Frankfurt-Bonn-Frankfurt-Tag2 - 28.jpeg


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Superschöner Radweg am Rhein entlang. Abgetrennt und durch eine Leitplanke vom Straßenverkehr geschützt fährt man auf echt gutem Asphalt. Allerdings ist man für viele, viele Kilometer sowohl der Sonne (auch Anfang März ein Thema!) und vor allem dem Gegenwind ausgesetzt. Für diese Strecke hätte ich mir einen Lenkerauflieger gewünscht, wie ihn die Triathlethen (und Ultradistanz-Fahrer) haben. Hmm...

Sobald man aber auf dieser Streck in den Schatten kommt, hat man sofort das Gefühl in einen Gefrierschrank einzufahren. Sofort gefühlte 10° Kühler und feucht...

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Die Burgen und Schlösser Dichte ist auf diesem Abschnitt so hoch, man achtet irgendwann gar nicht mehr drauf. Ah noch ein tolles Schloß, toll, oh wieder eine wirklich gut erhaltene Burg, schöööön.....

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Liebe Loreley, keine Zeit zu quatschen, weil ich weiter muß und immer weiter...

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Dringend benötigte Pause in Bacharach an der Uferpromenade. Die Sitzbeschwerden haben sich inzwischen von merklich, über unangenehm zu leicht schmerzhaft gesteigert.

Frankfurt-Bonn-Frankfurt-Tag2 - 35.jpeg


Trotzdem: Super Etappe! Jederzeit wieder!
 
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Rückreise 3. Etappe: Bacharach-Mainz (53,3km)


Für den Rest des Tages habe ich mir die kurze Radhose noch über die lange angezogen. Hoffnung war das es die Sitzbeschwerden etwas lindert.

Relativ ereignislose Etappe. Landschaftlich viel Obstgärten und Schrebergärten Rechts und Links des Radwegs. Bodenbelag etwas durchwachsen, teils rauer Beton, aber immer noch einigermaßen Rennradtauglich.

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Frankfurt-Bonn-Frankfurt-Tag2 - 37.jpeg


So langsam wollte ich dann doch mal Heim. Kondition und Motivation gut, Hintern halt nicht mehr so. Das macht trotzdem noch Spaß, könnte aber schöner sein...

Frankfurt-Bonn-Frankfurt-Tag2 - 39.jpeg


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Rückreise 4. Etappe: Mainz-Frankfurt (37km)


Was soll ich sagen? Selten blöde Strecke! Viel schlechter als die auf der Hinfahrt! Ganz doofe Streckenführung durch den Mainzer Berufsverkehr, Industriegebiet etc.
Komische verwirrendes Riesenbrückengebilde mit neuen aber schlecht beschilderten Radwegen unten drunter. Mehrmals trotz Navi verfahren, im Kreis, umgedreht. Man merkt meinem Text meine schlechte Laune an dieser Stelle der Tour an ;)

Wir verabschieden den Rhein und begrüßen einen alten Freund!

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Endspurt!

IMG_3796.jpg


Letztes Highlight des Tour: Total geile, schneckenhausförmige Spiralbrücke bei Kelsterbach. Super griffiger Belag, man kann da richtig schnell hoch und runterflitzen wenn nix los ist. Und man sieht gut ob jemand entgegenkommt. Macht Spaß!

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Jetzt nur noch am Main entlang nach Hause. Pendlerkrieg! Alle fahren am Main, alle sind "Profis", jeder findet das eigentlich ihm hier die Radstrecke gehört! Man kennt jeden Stein und seinen Schnitt! Und den will man halten! Ich würde sagen der gefährlichste Abschnitt der 417km - und das ganz ohne Autos :mad:

Zieleinlauf! Meine Frau hat extra geguckt wo ich bin und wann ich ungefähr ankomme und hat mich abgepasst um ein Foto vom Zieleinlauf zu machen. LIEBE! 😍

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Over and out!

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Ernährung
Das meiste hatte ich direkt eingepackt. Das hat sich als sehr gute Idee herausgestellt. Würde ich wieder so machen! Vor allem Traubenzucker, Rosinen und die Proteinriegel haben mir gut getan. Da konnte man teilweise echt spüren wie man neue Kraft bekommt. Abendessen jeweils natürlich vor Ort.

Hier das Futter für die 2 Tage:

Bildschirmfoto 2021-03-03 um 13.40.25.jpg
 

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Wahoo Bolt
Den kleinen Kerl habe ich echt lieb gewonnen. Habe ich mich zuerst sehr gegen einen weiteren Bildschirm auf den ich glotzen soll gewehrt, weil ich eigentlich keine "Elektrik" (klar, Licht natürlich...) am Rad haben wollte, möchte ich nicht mehr darauf verzichten. Erdkunde war das einzige Fach in der Schule, in dem ich es jemals auf ein 6 geschafft habe. Mich entspannt es einfach total, nicht permanent nachdenken zu müssen, wo es jetzt langgeht und ob ich noch richtig bin.

Für die Hinfahrt habe ich ausschließlich die Karte/Navigation, meinen Puls und die Durchschnittsgeschwindigkeit anzeigen lassen, für die Rückfahrt nicht mal den Schnitt. Ich habe zwischendurch auch nicht "gespickt" wie lange ich schon fahre oder wie weit es noch ist. Ist wusste die ganze Zeit nicht, wieviel Uhr es ist, wie lange ich schon fahre etc. Das war ein Tip, ich glaube das irgendwo bei @redfalo gelesen zu haben, sich nicht von den großen Zahlen ablenken zu lassen sonder einfach "zu fahren".
 
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Kleidung
Bei Start um 0° und teilweise 16° Temperaturunterschied hatte ich mich für den Zwiebellook entschieden. Mehrere Lagen Funktionskleidung übereinander. Radjacke mit abtrennbaren Ärmeln ist super! Über die lange Radhose hatte ich eine alte Laufhose gezogen, die dann auch als Freizeitkleidung bzw. Schlafhose gedient hat. An Zivilkleidung hatte nur ein T-Shirt und Freizeitschuhe dabei. Vor allem die Schuhe könnte ich noch einsparen, wenn ich auf SPD-System umstellen würde. Steht sowieso an für die Tourenmaschine(n). Einzig eine Unterhose hatte ich vergessen, aber ich hatte ja noch die kurze Radhose. Die hat sich auf der Rückreise als zusätzliches Polster noch sehr nützlich gemacht.
 

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Und was haste gelernt? / Fazit
Wahnsinnstour, jederzeit wieder. Großer Spaß und große Freiheit! 2x200 mit dem Rennrad aber absolutes Maximum. Für alles weitere muß der Rando an den Start! Etwas bequemere Position, Tourensattel, SPD-System, dickere Reifen (30er) mit weniger Druck und damit besserer Federung. Eine Weiterfahrt wäre nicht an der Kondition / Herz-Kreislauf (sehr stabil!) sondern an Haltemuskeln (Rücken) und der Sitzfläche gescheitert. Irgendwann war nur noch die Frage, Pest oder Cholera, also Rücken entspannen = Aufrecht/Freihändig bei schmerzender Sitzfläche oder vorgebeugt mit mehr Druck auf den Pedalen und Entlastung am Hintern aber verkrampfendem unterem Rücken (gestreckte Haltung).

Allerdings / Einschränkung: Das war mit Abstand die längste Fahrt bisher. Da entwickelt sich ja noch was. Ich fahre ja erst seit Juli 2020. Bis vor kurzem waren 100km noch lang und mühsam - diesmal waren die ersten 100km der reine Genuß. Sicherlich ist da noch Potential für muskuläre Entwicklung...
 

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Packtaschen
Nicht klassisch Rando-mäßig sondern eher modern Bikepacking-Style kommen die Restrap Taschen daher. Qualitativ überragend! Halten super am Rad, es schlackert nix, es wackelt nicht. Die Oberrohrtasche ist perfekt für alles, was man während der fahrt oft braucht, vor allem hatte ich sie für Futter benutzt. Reißverschluß problemlos ohne hingucken einhändig bedienbar, läuft butterweich. Natrülich berührt man die Tasche im Wiegetritt leicht mit den Oberschenkeln. Hatte ich zuerst Bedenken. Hat sich aber als unproblematisch herausgestellt - ich gehe nicht sooo heftig wie bei einer kurzen, schnellen Runde im Wiegetritt von Links nach Rechts. So richtig viel Platz ist in dem Ding allerdings nicht...
Die Rahmentasche hat ein recht großes Fassungsvermögen. Geht alles rein was man so braucht (oder es meint) und nicht am Körper tragen will. Luftpumpe, Powerbank, Werkzeug, Ausweis, Maske, Geld, Schlüssel etc.
Aber der Knaller ist tatsächlich die Arschrakete! Die Satteltasche hat mit 14L ein riesiges Fassungsvermögen! Da geht echt enorm was rein. Und durch das Holster-System hat man mit einem Handgriff einfach den Sack "Drybag" herausgezogen. Sehr praktiasch. Das ganze Teil ist so stabil das wirklich gar nix wackelt. Einziges Manko: Je nach Sattel-Setback kann es sein das man den Holster mit den Oberschenkeln leicht berührt. Gewöhnt man sich aber dran und da es nicht reibt besteht auch keine Gefahr für die Hose...
 

sibi

Ich trainiere nicht, ich fahre nur
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Anspruchsvolle Tour und ein schöner Bericht. Zur Planung der Rückreise habe ich zwei Fragen:
  • In Bonn nicht die Brücke zu nehmen, um kurz drauf mit der Fähre überzusetzen, ist schon ungewöhnlich.
  • In Erpel wird Radverkehr über asphaltierte Wirtschaftswege und Ortstraßen unten am Berg (im Wesentlichen parallel zur Bahn) geführt und geht nicht die 17%-Rampe hoch. Unten am Anfang der Rampe gibt es noch die Möglichkeit, über einen Weg mit wassergebundener Decke flach auszuweichen.
  • Hinter Erpel bist du ein kurzes Stück über die B42 gefahren, um kurz drauf genau an der Stelle auf den Radweg zu gelangen, wo der nochmal einen überflüssigen, steilen Buckel mitnimmt (ok, das ist der offizielle Radweg).
Da der Rest des Weges bis Neuwied dem normalen Radweg entspricht (an einigen Stellen eine alte Wegführung), sind diese Abweichungen ungewöhnlich. Waren diese kleinen Extras von dir bewusst geplant oder hat da Komoot dir ein paar "Bonbons" gönnen wollen?
 

Das Wunder von Bornheim

Rennradschlumpf24
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Anspruchsvolle Tour und ein schöner Bericht. Zur Planung der Rückreise habe ich zwei Fragen:
  • In Bonn nicht die Brücke zu nehmen, um kurz drauf mit der Fähre überzusetzen, ist schon ungewöhnlich.
Ja stimmt. Hab ich mich beim Schreiben des Berichts auch gefragt!? Ich wollte ursprünglich die gleiche Route wie auf dem Hinweg zurückfahren. Nachdem das aber nicht optimal war habe ich die 4 Etappen mit dem Handy abends geplant. Man erkennt es da oft nicht so gut und zoomen ist zickig bei meinem alten iPhone...
  • In Erpel wird Radverkehr über asphaltierte Wirtschaftswege und Ortstraßen unten am Berg (im Wesentlichen parallel zur Bahn) geführt und geht nicht die 17%-Rampe hoch. Unten am Anfang der Rampe gibt es noch die Möglichkeit, über einen Weg mit wassergebundener Decke flach auszuweichen.
Ich bin genau die Komoot Route abgefahren. Habe ich schon oft festgestellt das Komoot sehr großzügig mit Steigungsprozenten und Höhenmetern ist
  • Hinter Erpel bist du ein kurzes Stück über die B42 gefahren, um kurz drauf genau an der Stelle auf den Radweg zu gelangen, wo der nochmal einen überflüssigen, steilen Buckel mitnimmt (ok, das ist der offizielle Radweg).
Ha ha, okay hatte ich eigentlich vergessen einzufügen aber dann kommt die Anekdote eben an dieser Stelle. Dies war die zweite Gelegenheit bei der ich noch einen Mitfahrer hatte. Der hat immer nach 3 Kurbelumdrehungen gerotzt, wieder 3 Umdrehungen, ausgespuckt, wieder 3x die Kurbel, rotz etc.
Aber egal was ich gemacht habe, schneller um ihn abzuschütteln, er blieb rotzend und spuckend hinter mir. Langsamer damit er mich überholt brachte auch nichts, permanent und geräuschvoll blieb er hinter mir. Und an der von dir beschriebenen Stelle habe ich versucht ihn loszuwerden. Aber jetzt rate mal wer mir ein paar km später wieder begegnet?
Da der Rest des Weges bis Neuwied dem normalen Radweg entspricht (an einigen Stellen eine alte Wegführung), sind diese Abweichungen ungewöhnlich. Waren diese kleinen Extras von dir bewusst geplant oder hat da Komoot dir ein paar "Bonbons" gönnen wollen?
Auf jeden Fall waren das Leckerlis!
 

roykoeln

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sehr schöner bericht - da er hier platziert ist, sehen wir uns bestimmt mal bei einem brm...
 

Tsunami-Basti

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Tag 2: Bonn-Frankfurt

Distanz.......................205,48km
Höhenmeter...............453hm
Reisezeit....................11:24h
Fahrtzeit.....................9:32h
ø Puls.........................133bpm
ø Geschwindigkeit.....21,5km/h

Die Rückfahrt wollte ich, anders als die Hinfahrt, ohne sportlichen Ehrgeiz angehen. Zügig aber ohne geiern auf den Schnitt. Anzeige im Wahoo nur Navigation, bpm und gefahrene km. Stops so viel wie gewünscht und benötigt. Deshalb gibts auch mehr Fotos.

Los ging die Rückreise am Dienstag, 4. März um 6:45 Uhr bei 0°C in Bonn. Wecker auf 5:00 Uhr und auch so lange geschlafen. Beine und vor allem die Knie ziemlich groggy, aber ansonsten recht fit. Hintern und Oberkörper fühlten sich gut regeneriert an. Frühstücken konnte ich mir gar nicht vorstellen. 1L warmes Wasser und 2 Tassen Kaffee helfen aber total daß man größere Erledigungen nicht unterwegs verrichten muß. Das wollte ich umbedingt vermeiden.

Diesmal wollte ich Komoot komplett die Planung überlassen, meine Erfahrung mit meiner eignen Routenplanung auf dem Hinweg war einfach sehr durchwachsen. Zum Teil super, aber auch viele Streckenabschnitte die eigentlich völlig ungeeignet waren und sehr viel Kraft und Zeit gekostet haben. Würde ich allerdings Komoot einfach Bonn-Frankfurt planen lassen, würde ich mit 2000+hm durch den Westerwald fahren. Das mache ich bestimmt irgendwann mal, aber ich hatte mit mir selbst vereinbart: Erstmal entweder hoch und kurz oder weit und flach. Kombination hoch und weit erst, wenn die die einzelnen Disziplinen bestanden habe.

Also habe ich 4 Etappen von Komoot planen lassen:

Rückreise 1. Etappe: Bonn-Koblenz (64km)


Start im Morgengrauen am Bonner Rheinufer. Eiskalt aber absolut wunderschön. Ein totaler premium-Moment!

Anhang anzeigen 906607

Schon nach 11km der 1. Stop - es geht mit der Fähre über den Rhein bei Königswinter.

Anhang anzeigen 906608

Anhang anzeigen 906609

...und schon weitere 10km später irgendwo bei Erpel der 1. Schock: Eine wirklich, wirklich Steile Straße gehts im Ort nach oben. Komoot zeigt hier entspannte 7% an - aber das glaube ich nicht! Soo fertig war ich nicht und ich kam mit 39/27 im Wiegetritt nur hoch, weil ich möglichst quer zur Fahrbahn in Schlangenlinien hochgstrampelt bin. War zum Glück nur kurz das Stück... 😅

Den Rhein habe ich zwar nur selten gesehen, dafür wirklich großartig-rennradtaugliche Strecke an der Bahn entlang. Kein Mensch, nur ich und mein Atem - herrlich.

Anhang anzeigen 906610

Auf Höhe von Menzenberg dann der offizielle Sonnenaufgang.

Anhang anzeigen 906611

Frühstück bei Leubsdorf. Pizza vom Vortag, Rosinen und Traubenzucker. Schnelle Kohlenhydrate nach unten, langsame nach oben (im Magen). Gelernt: Pizza ist nicht ideal als Sportnahrung. Der geschmolzene Käse verdaut nur langsam und behindert andere, schnellere Nährstoffe. Wusste ich zwar, dachte aber nicht das man es so deutlich merkt.

Anhang anzeigen 906612

Überhaupt hatte die ganze Landschaft etwas Märklin-Haftes.

Anhang anzeigen 906602

Der Rhein bei Neuwied...

Anhang anzeigen 906603

Ankunft in Koblenz. Bei inzwischen freundlichen 7° konnte ich mich eines riesigen Berges Klamotten entledigen! Die freundliche Bäckerei-Fachverkäuferin hat sogar meinen extra mitgebrachten Kaffeebecher akzeptiert - ich lehne die Wegwerfdinger ab.

Anhang anzeigen 906606

1. Etappe TipTop. Durchgehend hervorragender Untergrund! Großer Spaß, keinerlei Beschwerden. Kaffee!
Ab und an ist das meine Pendel Strecke, fahre auch öfters mal in der Nacht / im morgengrauen da lang. Kann deine eindrücke bestätigen :)
 
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