LRS: Aero vs. Bremsleistung (Carbon vs. Alu)

Dieses Thema im Forum "Technik, Material und Leichtbau" wurde erstellt von X-Race, 6 Februar 2018.

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  1. X-Race

    X-Race MItglied

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    Hallo Zusammen,

    ich möchte keine LRS-Kaufberatung starten da ich bereits beides habe, es geht mir eher darum was ich diese Saison im Rennen fahren möchte. (Wintergedanken während man aufm Rollentrainer sitzt :idee:)

    Ich mich gefragt ob schonmal durchgerechnet wurde, wie sehr sich die verminderte Bremsleistung von Carbonfelgen im Hinblick auf die Vorteile der Aerodynamik bei Rennen auswirkt.

    Nehme ich mal meine zwei Standard LRS:
    Alu mit Felgenhöhe 25mm, Carbon mit Felgenhöhe 60mm

    Die Alu Laufräder sind aerodynamisch total unterlegen, bremsen allerdings deutlich besser als der Carbon LRS.
    Dadurch habe ich mit den Alus während der Fahrt durchgehend schlechtere Werte, gewinne aber bei Kurven da ich sehr viel später anbremsen muss.

    Gleicht sich das jetzt aus?
    Hab ich immer noch mehr Vorteile durch die bessere Aerodynamik?
    Eigentlich müsste man ja jede Strecke einzeln bewerten in Hinblick auf Durchschnittsgeschwindigkeit und Bremsvorgänge.
    Zugegeben, ziemlich nerdig.. o_O

    Wie sind eure Meinungen?
     
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  3. lagaffe

    lagaffe ...auf Stahl, aus Pudding....

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    Nimm es mir nicht übel, aber Deine Überlegungen sind eigentlich komplett sinnfrei.

    Zum einen sind "aerodynamische" Vorteile mit einem nicht einmal wirklich ausgereiztem Laufrad nur in sehr homöopatischen Dosen zu finden und werden im Normalfall von allen anderen "Widernissen in freier Wildbahn" ohnehin überlagert. Bremsen ist auch nur eine Frage, wie man sich darauf einstellt.
    Im Grunde sind aerodynaimsch optimierte Laufräder nur im Einzelfall sinnvoll: Zeitfahren, einzel Wettkampf gegen den Wind ( zum Beispiel beim Triathlon).
    Der Effekt wird allgemein völlig überschätzt.

    Nimm das, womit Du dich wohler fühlst. Du wirst messbar keine Unterschiede feststellen können.
     
  4. flori_wan

    flori_wan Aktives Mitglied

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    110
    Das kommt zum einen auf das Rennen (Rundstrecke/Kriterium oder getrennter Start/Zielort) sowie den Rennverlauf an.

    Beim Rundstreckenrennen - als Extrembeispiel mal das Lizenzrennen bei Rund um Köln (500m Gerade - Kehre - 500m Gerade - Kehre) - ist der Vorteil eines Aero-Laufradsatzes kaum spürbar, wenn man im Hauptfeld mitfährt. Im Gegenteil sind leichte Laufräder von Vorteil, um schnell aus der Kurve rausbeschleunigen zu können.

    Bei Rennen mit getrenntem Start/Ziel wirkt sich der Aero-LRS eher aus, besonders natürlich als Ausreißer.

    Ich wage zu bezweifeln, dass das richtige Laufrad den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmacht (Von Zeitfahren und dem Profisport, wo Geld keine Rolle spielt mal abgesehen). Da ist die Rennstrategie doch wichtiger ;-)
     
  5. Maxxi

    Maxxi Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    1 Juni 2010
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    2.865
    Um es kurz zu sagen - den Vorteil der aerodynamisch "besseren" Laufräder wirst Du nicht verspüren, die "schlechtere" Bremsleistung dagegen schon.....
     
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  6. lakecyclist

    lakecyclist AmSeeFahrer

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    133
    Das ist meiner Meinung nach ein Hauptgrund warum gerade die Sprinter mehr und mehr auf Discs umsteigen, z. B. Marcel Kittel
     
  7. lakecyclist

    lakecyclist AmSeeFahrer

    Registriert seit:
    11 Dezember 2017
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    133
    Hab ich bei fast jeder Trainingsrunde. Fazit: Ich brauche Aerolaufräder :idee:
     
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  8. Phonosophie

    Phonosophie Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    9 Dezember 2008
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    Wenn Du ausschließlich Gegenwing hast.........
     
  9. usr

    usr übt bei schönem Wetter radfahren

    Registriert seit:
    29 November 2011
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    4.298
    Fährst du Einzelzeitfahren? Gehst du immer an der Spitze des Feldes in die Kurven? Wenn du beides mit Nein beantwortest bringt dir die Möglichkeit später anzubremsen überhaupt nichts, denn länger schnell bleiben als der Vordermann kannst du eh nicht.
     
  10. eins4eins

    eins4eins Aktives Mitglied

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    17 August 2016
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    176
    Vielleicht taugt deine Kombi aus Belag und Carbonfelge auch einfach nicht.
    Ich spüre im Trockenen jedenfalls keinen Unterschied zwischen Alu und Carbon. Habs nie getestet, aber da ich mit beiden problemlos den Grip der Reifen ausreizen oder eben überschreiten kann, dürfte es beim Bremsweg keinen Unterschied machen.
     
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  11. alexb

    alexb Aktives Mitglied

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    Ich denke, im trockenen ist die Bremsleistung mit Carbonfelgen nicht mehr viel schlechter als mit Alufelgen. Kommt halt auf viele Faktoren an...
    Zum Thema Aerodynamik wage ich mal zu behaupten, dass Du keinen Unterschied zwischen flacher Felge und Hochprofil merken wirst, wenn Du mit 30 auf der Geraden fährst. Den meisten Windwiderstand hast eh Du. Da macht enganliegende Kleidung mehr aus als die Laufräder. Bei Seitenwind wirst Du den Unterschied aber merken... :eek:
    Für mich haben Hochprofilräder nur einen einzigen Vorteil: sie sehen geil aus. Für mich wiegt aber die Optik nicht die Seitenwindanfälligkeit auf, sprich außer Optik haben Sie für mich keinen Vorteil.
     
  12. norman68

    norman68 Aktives Mitglied

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    6 Januar 2010
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    Nimm den LRS welchen du ohne weiteres nach einem Crash wieder ersetzten kannst
     
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  14. Waldi61

    Waldi61 Aktives Mitglied

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    Warum dann nicht ein Alu-LR mit Carbonverkleidung? Wie die Shimano C50 oder Cosmic Pro? Oder Cosmic Exalith? Sind halt etwas schwerer als reine Carbon-Clincher. Oder fährst du Schlauchreifen?
     
  15. Tom33

    Tom33 ҉ BEISSER ҉

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    Wer hat dir diesen Unfug erzählt?

    So wie es bei den Alus gutes und schlechtes Bremsverhalten gibt, gibt es das auch bei Carbon-LR. Die LR mit dem besten Bremsverhalten war zB. Shimano DA WH-9000 C50 TU Vollcarbon. Das war im Trockenen fast schon zuviel und im Nassen bremste sich dieses LR auch ohne Tadel. Und das ganze ohne Zauberei, sondern mit den originalen Shimano Bremsbelägen. Da ist kein Alu-LRS bisher herangekommen.
     
  16. X-Race

    X-Race MItglied

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    Danke für die ganzen Meinungen.

    Stimmt, das kann ich fast alles mit nein beantworten..

    Viiiiiiiel zu schwer.

    Das sagen mir meine Hände.
    Ich hab das auch nicht generell gemeint, sondern eher auf meinen Fall bezogen. (Leeze CT 60 vs. Mavic Ksyrium Pro Exalith)
    Meine alten Alufelgen bremsen wesentlich schlechter als meine Carbonfelgen, aber die Exalith sind schon sehr nah an meinen Discs am Crosser, daher ist „besser/schlechter“ wohl eher auslegungssache.

    Kann sein, aber ich benutze die vom Hersteller empfohlenen, sollte also schon ganz gut passen, hab aber auch keine anderen bisher montiert..
     
  17. T.Roubaix

    T.Roubaix Aktives Mitglied

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    823
    Mir fällt keine Situation ein in der ich früher/später oder was auch immer hätte bremsen wollen. schon gar nicht im Rennen. Bis auf einmal, als vor mir sich viele Fahrer entschieden haben Rennrad-Mikado zu spielen. Da hat aber auch keine Bremse geholfen, sonder das Glück rechzeitig in die richtige Richtung auszuweichen.
    Immer diese komischen Bremsleistungs Diskussionen. Es gibt genauso viele schlechte Alu-Flanke / Belag Konstellationen wie bei Carbon-Felgen.
    Ich werde mir für die kommende Saison extra einen schweren Laufradsatz aufbauen, nur aus Neugierde wie "langsam" sich ein unaerodynamischer 2000g Laufradsatz im Vergleich sich anfühlt. Hab inzwischen keinen Laufradsatz mehr der über 1600g wiegt oder nicht irgendwie semi-Aero ist. Früher war ich aber mit dem "schlechten" Material auch nicht langsamer. Wenn er fertig ist poste ich ihn vielleicht im Laufrad-Faden.

    Fahr was dir Spaß macht !
     
  18. Altmetal

    Altmetal MItglied

    Registriert seit:
    6 Januar 2018
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    42
    Wind kommt immer von vorne.
     
  19. Phonosophie

    Phonosophie Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    9 Dezember 2008
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    20.383
    Dann muss ich an Wahrnehmungsstörungen leiden:rolleyes:. Ich hatte immer das Gefühl das es auch Seiten - oder - Rückenwind gibt. So kann man sich irren! Danke für Deine Aufklärung.:daumen:
     
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  20. Nordisch

    Nordisch Aktives Mitglied

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    Meinungen kann man sich schwer bilden, wenn man die Laufräder nicht konkret kennt.

    Felgenhöhe allein macht nicht zwangsläufig schnell.

    Speichenzahl, Speichenart, Nippelexposition, Felgenbreite zu Reifenbreite, Felgenform ...


    Mein Eindruck - zumindest hier im Flachland ist man in kleinen Gruppen und wenn man nicht in überwiegend in den Windschatten kommen kann, weil die die Straße bzw. Spur nicht breit genug ist, ein aerodynamischerer Laufradsatz von Vorteil.
    Aber für mich zählen zu den aerodynamischen Laufrädern auch schon viele Alulaufradsätze zwischen 25 und 40 mm mit wenigen Messerspeichen aus Stahl. Mit Vielspeichenlaufradsätzen wird es dagegen schwer bei höheren Geschwindigkeiten noch mitzuhalten.
     
  21. alexb

    alexb Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    16 Dezember 2009
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    761
    Das Aero-Zeug wird, finde ich, total überbewertet. Ich frage mich wie die früher so schnell waren. Das mag schon sein, dass ich mit einem Zipp 404 3Watt bei 30km/h spare, aber das kann ich doch niemals merken. Da macht es schon mehr aus, wenn ich den Reißverschluss der Windweste aufmache und diese sich aufbläht. Und da kommt man sich auch nicht langsamer vor. Da wird ein riesen Hype draus gemacht, damit sich das teure Zubehör verkauft.
    Anders sieht es natürlich aus, wenn ich Rennen fahre. Wenn ich da auf 50km eine Minute spare, ist das toll. Aber wen interessiert das bei einem Hobby Sportler?
     
  22. Nordisch

    Nordisch Aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    2.227
    Ich habe das als Fahrer günstiger Laufradsätze gesagt.


    Meine Vielspeichenlaufradsätze waren in der Regel gar teurer (aufgrund hochwertiger Felgen und Naben) als die Systemlaufradsätze (siehe unten).

    Mavic Aksium, Shimano Ultegra 16 Messerspeichenvorderrad, + zuletzt einen WH-RS330 Laufradsatz im Sonderangebot

    Dann noch die WH-R500 und Campa Khamsin mit relativ wenigen 2 mm Rundspeichen.

    Ich weiß, womit ich besser bei den leistungsstarken Fahrern mithalten kann und womit ich bessere Zeiten erziele. ;)