Geschwindigkeiten - der historische Vergleich

Dieses Thema im Forum "Sonstige Rennradthemen" wurde erstellt von scp, 15 August 2018.

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  1. scp

    scp Aktives Mitglied

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    Nabend zusammen,

    ich hatte mich mal vor einiger Zeit gefragt, ob die heutigen Rennradfahrer immens schneller (was ja aufgrund Technik, Training, Material durchaus vorauszusetzen sei) sind, als die Jungs aus den 80er, 60er und noch davor.

    Quasi fast zeitgleich hat mir mein Vater ein urkundliches Dokument seines Vaters gegeben, bei dem sogar entsprechende zeitliche Angaben aufgeführt sind.

    Man bedenke, das war 1936. Ich weiß nicht konkret, welche Technik man damals fuhr. Eine Schaltung wird damals vermutlich nicht gegeben haben. Mein Großvater war damals Anfang 20.

    Also bei der damaligen Technik, die damaligen Straßenverhältnisse, Material, dann auf der Distanz, da ist ein 38er Schnitt nicht zu Verachten und würde sich heute auch gut einreihen. Hätte ich nicht gedacht.
     

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  3. Micki

    Micki Sometimes you're the hammer, sometimes the nail

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    Also hoch nach Alpe d'huez waren sie in den 90er und 2000er Jahren schneller als heute. :rolleyes:
     
  4. Phonosophie

    Phonosophie Aktives Mitglied

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    Hatten ja auch die bessere Apotheke.:D
     
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  5. Condor76

    Condor76 Aktives Mitglied

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    Kommt aber auch immer darauf an, was da dann schon in den Beinen hat.
     
  6. Itsme

    Itsme Aktives Mitglied

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    Ich sag ja, bei der Fahrradtechnik hat sich schon lange nichts mehr getan :)

    Ne aber im Ernst: Ist sehr interessant. Der Wirkungsgrad des Systems Fahrrad war halt auch schon damals recht hoch. Heutzutage ist er zwar noch ein bisschen höher, aber es liegen halt keine Welten dazwischen.
     
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  7. ironrabuman

    ironrabuman Aktives Mitglied

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  8. EausB

    EausB ... heute schon geradelt?

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    Beim Radsport spielen da vllt. noch mehr äußere Faktoren eine Rolle als in der Leichtathletik?? Nein, ich wollte keineswegs da was diskreditieren von dem ich keine Ahnung habe.
    Aber, in der verwegenen Annahme, daß Straßenverhältnisse und Sportgeräte beim Radfahren mehr ausmachen als bei anderen Ausdauersportarten, wie haben sich in der gleichen Zeit die Wettkampfzeiten bei Langstreckenlauf und Freiwasserschwimmen entwickelt?
    Ernährung, Trainingslehre, Regelwerk (erlaubte/verbotene Hilfsmittel)

    In einem Punkte und begrenztem Zeitraum kann ich demnächst noch was dazu beitragen:
    Neben meinem letztes Jahr erworbenen Brot-und-Butter-Rennrad von 1989 (Stahl, 105er) hat sich jetzt ein noch aktuelles, Vergleichbares (Alu, Ultegra) gesellt.
    Stand der Alltagstechnik 1987 gegenüber 2015 - mal sehen, wie sich die Zeiten auf der Standard-Hausrunde zeigen :oops:
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 August 2018
  9. rf5

    rf5 MItglied

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    88
    Vielleicht hat jemand das

    bicycle quartely Nr.32 von 2010:

    https://www.compasscycle.com/shop/print/issues/bq-32/

    Da soll es eine gute historische Übersicht bei den technischen Änderungen und den erreichten Geschwindigkeiten geben.
    Wenn die Zeitschrift jemand hat, kann er vielleicht das Fazit in seinen Worten von deren Sichtweise angeben.

    Ich weiß nur, dass ich mal vor Jahren eine alte Holzfelge in der Hand hatte und von der Leichtigkeit und Form sehr angetan war und dabei dachte, dass so eine Felge wohl kaum einer Alufelge nachsteht und vielleicht erst jetzt von den Carbonfelgen übertroffen wird.
     
  10. scp

    scp Aktives Mitglied

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    588
    Das hatte ich auch schon gesehen. Laut dem Artikel wurde die "Schaltung" ja erst 1935 erfunden, es ist dann natürlich fraglich und mir nicht bekannt, ab wann dieser Mechanismus auch bei den Radrennenfahrern, Elite und Jugend wirklich eingesetzt wurde.

    Ich habe auch noch Urkunden von 1932, ähnlich schnell. Da gab es die Schaltung ja noch nicht.
     
  11. phil2008

    phil2008 MItglied

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    Sowas finde ich ja wirklich spannend!

    Ich gehe maldavon aus, dass es sich um das Arnsberg im Sauerland handelt, eine Gegend die schon sehr gebirgig ist. Laut der Urkunde sprang ein 6. Platz bei den Bezirksmeisterschaften mit einem 38 Schnitt raus. Wenn man die Belastung über drei Stunden einpreist kann ich das wirklich nicht glauben. Ich denke selbst ein Großteil der World Tour Profis könnten diesen Schnitt auf drei Stunden im reinsten Mittelgebirge nicht schaffen.

    Selbst wenn es sich um keinen Rundkurs gehandelt haben sollte und der Wind günstig stand kommt mir das Ganze immernoch Spanisch vor.

    Vielleicht wurden die Ergebnisse ja geschönt, das würde wahrscheinlich auch in den Größenwahn dieser Zeit passen!
     
  12. Rawuza

    Rawuza Reise,Reise!

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  14. Rawuza

    Rawuza Reise,Reise!

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  15. Rawuza

    Rawuza Reise,Reise!

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    Von so früh kann ich nicht mitreden, aber zu meiner Zeit (65-70) war der Schnitt zwischen 38 und 42. Einmal hatten wir auch 46,6. Weis der Teufel woher:rolleyes:
     
  16. Reiner_2

    Reiner_2 Aktives Mitglied

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    Zum Regierungsbezirk Arnsberg, mit dem wohl der damalige Radbezirk identisch war, gehörte damals und gehört heute noch der größte Teil des Ruhrgebiets. Wenn der Wettbewerb in oder bei Altenbögge war, wie es die Urkunde vermuten lässt, dann ist da weit und breit kein Berg. Die Gegend kennt man heute aus den Verkehrsmeldungen im Radio, das Kamener Kreuz ist nur ein paar km entfernt. Insofern gibt es keinen Grund, an der dokumentierten Leistung zu zweifeln. Das schafft ein guter Zeitfahrer auch ohne Schaltung. Respekt verdient die Leistung natürlich trotzdem. :daumen: Ich könnte es nicht.:confused:
     
    Zuletzt bearbeitet: 20 August 2018
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  17. phil2008

    phil2008 MItglied

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    Ok, was das Profil der Strecke angeht scheint meine Einschätzung widerlegt. Vielleicht bin auch einfach nicht schnell genug, um mir vorzustellen, dass das sein kann. Trotzdem bleiben meine Zweifel....

    Kreuzotter hat mit Unterlenkerhaltung und 0 Prozent Steigung 270 Watt für nen 38 Schnitt ausgeworfen. Preist man den damaligen Stand der Technik ein, waren bestimmt 300 - 320 Watt nötig.
    Das über drei Stunden zu fahren und dann sechster bei den Bezirksmeisterschaften zu werden? Vielleicht sind wir / ich aber auch aus Zucker
     
  18. sevenacids

    sevenacids Vélorution!

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    Mit meinen Daten komme ich (Unterlenker bei 0% Steigung und 0 km/h Wind) auf runde 250 Watt. Das wären - im Schnitt - 4,46 W/kg, über drei Stunden, was für mich als Hobbyfahrer schon eine Hausnummer ist. Ich würde das nicht schaffen - ein Profi mit meiner Statur aber vermutlich schon(?).
     
  19. Wernersberger

    Wernersberger Aktives Mitglied

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    Bei der Tour de France waren Schaltungen ab 1937 erlaubt.
    upload_2018-8-21_10-37-15.
    aus : Radsport furios von Manfred Poser
     
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  20. rf5

    rf5 MItglied

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    88
    Vielleicht wird vergessen, dass es sich nicht um Zeitfahr(Einzel)rennen gehandelt hat.
    Bei dem "arctic race of norway", das vor wenigen Tagen lief, hat einer der Kommentatoren, der auch Radrennfahrer war, bzgl. den Leistungsunterschieden etwas interessantes gesagt. Es ging dabei um Seitenwindeffekte und wie sich das bemerkbar macht. Er brachte dazu den Vergleich zwischen seiner Durchschnittsleistung auf der damaligen Etappe und der eines Teamkollegen, der deutlich schneller war und auch viele Plätze vor ihm ins Etappenziel kam. Das interessante für mich war, dass er einen Leistungsunterschied im Durchschnitt von ca. 60 Watt angegeben hat und die ist nicht der schnellere Teamkollege gefahren, sondern die hat er mehr aufgebracht und war trotzdem deutlich langsamer. Er hat das damit erklärt, dass beim Windkantenfahren das ?Gefühl des Fahrers viel ausmacht und wie der dann fährt.

    Aber was die Geschwindigkeiten betrifft, da gibt es den Stundenweltrekord:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Stundenweltrekord

    Beginnt mit 35,3km von 1893 und die wurden alle auf Radrennbahnen gefahren - die Orte stehen dabei. Und natürlich waren das Einzelfahrer, d.h. von den Werten her dürfte es plausibel sein, dass bei normalen Radrennen mit in Gruppen fahrenden Fahrern sich einiges an Geschwindigkeit herausholen lässt.
     
  21. Wernersberger

    Wernersberger Aktives Mitglied

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    Nicht? "Einerstreckenfahren"?
     
  22. Crocodillo

    Crocodillo reißt die Klappe weit auf

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    6.395
    Eine in diesem Punkt schlechte Quelle!
    Richtige Kettenschaltungen gab es in Frankreich bereits in den 20er-Jahren, allerdings bei den Radtouristen, weniger bei den Rennfahrern. Letztere glaubten damals, dass die Umlenkung über zwei Rollen, wie heute üblich, zu viel Reibung verursacht. Daher gab es für Rennfahrer aus heutiger Sicht urtümlich anmutende Konstruktionen, die mit einer Rolle (z.B. Simplex) oder ganz ohne (Campagnolo) auskamen. Der Preis dafür war eine sehr geringe Bandbreite.
     
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