Ökologische Fahrradjacke/Fahrradkleidung

Dieses Thema im Forum "Rennmaschinen bis 1990" wurde erstellt von marmotte27, 9 Januar 2019.

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  1. marmotte27

    marmotte27 Aktives Mitglied

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    Servus beinand,


    ich brauche eine neue Fahrradjacke, für den Alltag. Ich benutze Sie jeden Tag, für 15km Arbeitsweg hin und zurück, bisweilen 2 mal, davon der Hinweg leicht ansteigend. Das bei jedem Wetter und ganzjährig. Ich kann dort nicht duschen, und das wäre auch overkill für 7.5km. Ich will aber präsentabel ankommen, nicht verschwitzt. Inzwischen mache ich auch sehr regelmäßig Fahrten bis 20km einfach, gelegentlich auch weiter, zu Terminen o.Ä. Da habe ich im Laufe der Zeit ein ausgeklügeltes System entwickelt… Zentrales Element ist/war bisher eine Funktionsjacke, allerdings keine sehr teure.


    Bisher hatte ich zwei solcher Jacken, eine billige Quechua von Decathlon, und eine etwas teurere von Icepeak. Nicht furchtbar atmungsaktiv, besonders die Quechua, die war aber wirklich regendicht. Leider habe ich sie dann mal verloren. Dem Schwitzen (geht bei mir sehr schnell) gehe ich dadurch aus dem Weg, dass ich erstens nicht zu schnell fahre, v.A. nicht an den Anstiegen, und zweitens Jacken mit verdecktem Reißverschluss und Velcros nehme, den Reißverschluss dann meistens mindestens zur Hälfte offen lasse und die Jacke nur mit den velcros verschließe. Das lüftet sehr gut. Darunter auch im Winter nicht viel anziehen, meistens nur ein Hemd, oft mit aufgekrempelten Ärmeln. Oben Kapuze, sehr wichtig, als vielseitigen Regenschutz und Wärmeereguliereung. Dann kann man auch bei Regen an den Anstiegen noch den obersten Velcro aufmachen um zu lüften.


    Leider war die Icepeakjacke trotz angegebener 10000mm Wassersäule bei starkem Regen nicht ganz dicht, trotz Nachimprägnieren etc. Jetzt ist auch noch der Reißerverschluss kaputtgegangen und ich brauche was Neues.


    Erster Reflex war natürlich, einfach eine neue, bessere Funktionsjacke zu bestellen. Im Laden kaufen wäre mir zwecks Anprobe lieber, aber den vorne verdeckten Reißverschluss findet man im normalen Handel bei hochwertigeren Jacken quasi nicht mehr.


    Inzwischen stelle ich aber meinen Konsum ganz allgemein immer mehr in Fage, und denke mir, ich sollte vielleicht versuchen, was wirklich Ökologisches zu finden. Ich bin allerdings nicht bereit, dabei an der Funktion Abstriche zu machen. Letztenendes ist ein Jacke, die es mir ermöglicht bei jedem Wetter zu radeln wohl ingesamt besser, als eine die vielleicht von Material und Herstellung absolut lupenrein, ist,aber nicht 100% funktioniert. Manchmal lässt sich beides ja vereinen, meine Trikots sind inzwischen überwiegend aus Merinowolle, und funktionieren sogar noch besser als die aus Kunsttofffasern. Damit kann man sogar zu manchen Terminen erscheinen, ohne Anstoß zu erregen


    Jetzt habe ich schon ein bisschen gelesen. EtaProof/Ventile aus Baumwolle taucht da eigentlich ziemlich schnell als Material am Schirm auf. Scheint aber nach weiterem Lesen auch nicht ganz astrein. Die Oberflächenbeschichtung/behandlung ist wohl allgemein das Problem bei den Jacken. Hier ein paar Quellen, die ich zur Zeit konsultiere :

    http://welldresseddad.com/2017/05/20/ventile-ugly-facts-they-dont-tell-you/

    https://www.grough.co.uk/magazine/2...t-you-need-to-know-about-your-beloved-jacket#

    http://www.outdoorsfather.com/2015/05/waterproof-clothing-basics/


    Vielleicht gibt es hier ja den Einen oder Anderen, der etwas mehr weiß oder Erfahrungen hat? Dieser Thread könnte auch ganz allgemein zur Diskussion über umweltfreundliche Kleidung dienen (ich habe jedenfalls per Suche noch nichts Entsprechendes gefunden).


    Danke,

    M.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9 Januar 2019
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  3. Nohandsmom

    Nohandsmom [email protected]®®*

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    die gute alte barbour wachsjacke
    1. dicht
    2. passt zu anzug wie t-shirt
    3. kein kunstoff
    4. bei abnutzung/schaden reparierbar
    5. hält bei regelmäßiger zuwendung (nachbehandlung mit wachs) ewig (siehe 4)
    6. einklickbare fütterung
    7. anklickbare kapuze (je nach modell)
     
    Zuletzt bearbeitet: 9 Januar 2019
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  4. reisberg

    reisberg Aktives Mitglied

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    Da war einer schneller
     
  5. ta22os

    ta22os Aktives Mitglied

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    Spannendes Thema.
    Ich stehe auch seit einiger Zeit vor der Anschaffung einer "vernünftigen" Jacke.

    Derzeit tendiere ich zu traditionellem Walkzeug/Walkloden.
    Das Zeug hat zum einen ähnliche Eigenschaften wie Merinowolle, was den Gestank und die atmungsaktivität betrifft, ist aber zudem sehr stabil und schützt erstaunlicherweise auch ziemlich lange vor Regen.

    Loden ist …

    ... wasserabweisend
    Durch die aufwendige Verarbeitung der Schurwolle, dem Walken, wird der Loden nicht nur widerstandsfähiger und wärmender, sondern auch extrem wasserabweisend.


    ... temperaturausgleichend
    Aufgrund der Gewebestruktur des Loden findet ein regelmäßiger und kontrollierter Wärmeausgleich statt, es entsteht eine Mikroklimazone am Körper. Loden lässt die Kälte nicht durch, hält die Körperwärme zurück und garantier so außergewöhnlichen Tragekomfort.


    ... atmungsaktiv
    Schurwolle ist äußerst atmungsaktiv, d.h. sie nimmt den Wasserdampf vom Körper und gibt ihn an die Gewebeoberfläche ab. Diese Eigenschaft des Loden ist besonders wichtig bei Oberbekleidung im sportiven Bereich, wie z.B. beim Ski fahren oder wandern.


    ... winddicht
    Dadurch, dass der Loden ohne chemische Zusätze verarbeitet wird, bleibt seine windbrechende Eigenschaft erhalten. Bis zu Windstärke 10 behält der Loden seine winddichte Eigenschaft.


    ... schmutzresistent
    Auf Grund der Warenstruktur und des Wolllanolins ist Schurwolle absolut schmutzunempfindlich. Dies bedeutet, dass Dreck und Schmutz im trockenen Zustand leicht vom Loden abgebürstet werden können.


    (https://www.mehler-tuchfabrik.de/das-unternehmen/loden-lexikon/)

    Wenn's dann doch mal aus Eimern schüttet, dünne Regenjacke drüber…

    Ich hab bisher nur leider nix gefunden, was mir auch gefällt…{
     
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  6. marmotte27

    marmotte27 Aktives Mitglied

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    Barbour hatte ich jahrelang, als die Dinger in meiner Jugend in den 90ern mal in Mode waren. Da schwitzt man unweigerlich schon bei wenig körperlicher Betätigung.

    Was @ta22os über Loden schreibt klingt sehr interessant. Nur dass bei stärkerem Regen eine Regenjacke nötig wird, womit man dann doch wieder bei Plastik landet, ist nicht so toll. Werde ich aber mal vertiefen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9 Januar 2019
  7. Pananoia

    Pananoia Raleigh maniac ▀▄▀▄▀▄▀▄▀

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    @marmotte27 :

    Vaude behauptet bei der green shape Serie umweltfreundliche Materialien zu verwenden:


    Da sie auch mit fairer Bezahlung werben....:


    ........hatten sie mein Herz gewonnen und ich habe meinen letztjährigen Großeinkauf (vollständiges Taschenset) aus ihrem Haus genommen.
    In wie weit die Werbeaussagen stimmen mag sich jeder selbst überlegen.
    Ich will sie Euch nur zeigen. ;)

    Mille - Greetings
    @L€X
     
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  8. ta22os

    ta22os Aktives Mitglied

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    Die Frage ist halt, wie lange der Loden vor Nässe schützt. Von einem Hersteller habe ich erfahren, dass es mehrere Stunden dauert bei leichtem Regen. Bei "normalen" Regen sollte es für 7,5 km Arbeitsweg dicke reichen.
    Zudem kann Loden angeblich ein Drittel seines Gewichts an Wasser aufnehmen, ohne dass es sich nass anfühlt. Und selbst wenn das Zeug wirklich nass ist, wärmt es noch…
    Wenn's 100% dicht sein soll, dann atmet da nix mehr, "Funktionsbekleidung" hin oder her…
    Ich schau mich auch mal weiter um. Find das interessant.
     
  9. MrBretter

    MrBretter Aktives Mitglied

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    91
    Ja, Vaude produziert mit ökologischem und sozialem Anspruch.
    Ich nutze eine Jacke zum Radfahren und bin auch mit der Qualität sehr zufrieden.
    Wenn es mal nicht regnet Orwi.
     
  10. Steff_N

    Steff_N Aktives Mitglied

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    [​IMG]
    https://www.vaude.com/de-DE/Produkt...-Bealach-Softshell-Jacket?number=407429675300

    Ich bin damit unterwegs. Vorne winddicht, hinten atmungsaktiv und wasserabweisend ohne Fluorcarbone (PFC). Für 7,5 km in leichtem Regen reicht das aus. Sobald es wärmer wird, habe ich nur Fleece an und für ernsthafte Wolkenbrüche eine hauchdünnne Regenjacke, die dann natürlich nicht mehr viel atmet. Die ist zusammengepackt etwas grösser als eine Faust und passt daher immer in den Rucksack oder die Satteltasche.
     
  11. ta22os

    ta22os Aktives Mitglied

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    Ist die warm, also auch für richtigen Winter geeignet?
     
  12. Steff_N

    Steff_N Aktives Mitglied

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    Bislang hatten wir hier maximal -5°C. Dafür hat sie getaugt. Ich hatte noch ein Baumwoll-TShirt/bzw. Funktionsunterwäsche und das da drunter an. Ausfahrten bis ca. 3 Stunden mit Rennrad oder MTB waren kein Problem.
    [​IMG]
    https://www.icepeak.fi/icepeak_en/robin-257710584i
    Dicke Pullover gehen nicht drunter, da die Jacke recht körpernah geschnitten ist. Dafür flattert auch nichts.
     
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  14. Olddutsch

    Olddutsch Aktives Mitglied

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    Modell Trailmaster mit Taschen hinten,ka obs die noch gibt
     
  15. ta22os

    ta22os Aktives Mitglied

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    Hm, ja, das sieht schon ganz vernünftig aus für Sportradeln. Aber dem TE (bzw. mir) geht's hauptsächlich darum eine Jacke für den Alltag zu haben, die man auch mal anziehen kann ohne mit dem Velo unterwegs zu sein.

    Die "Plastiktüten" für Wolkenbrüche sehe ich auch als altenativlos;) Sooft kommt man auch nicht in die Situation.

    Hab mal ne Lodenjacke ab vom Trachtenwahnsinn gefunden, die ich nicht schlecht finde:
    lodenjacke.

    https://hedlund-clothing.de

    Wolle hat halt auch den Vorteil, dass sie für warm bis kalt nahezu alles bewältigen kann.
     
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  16. marmotte27

    marmotte27 Aktives Mitglied

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    Super, kommt doch Einiges an Information zusammen, genau wie erhofft. Da ist schonmal Material zur Überlegung.

    Hier noch ein Thread aus dem Fernradlerforum, der die Brauchbarkeit von EtaProof/ventile behandelt (ohne aber näher auf die Ökologie des Produkts einzugehen): https://rad-forum.de/topics/1138694
     
  17. Steff_N

    Steff_N Aktives Mitglied

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    4.128
    Zitat:
    Meine etaProof-Zip-Of-Jacke, die ich in Biel beim Forumstreffen und dann an den folgenden Tagen Radeln in der Schweiz getragen hatte, schrie dann schon deutlich nach Reinigung. o_O
    Da ist mein Problem. :D Eine Softshell schmeisse ich dann in die Waschmaschine. Genau!. :daumen:

    Die letzten Tage vor Weihnachten gab es auf meinem Arbeitsweg einen ziemlichen Modder aus vermodertem Laub, Staub, Wasser etc. Das liess sich aus der Shoftshell problemlos entfernen. Kurz mit nem feuchten Lappen drüber. Bei Loden dürfte das schwieriger werden.
     
  18. Steff_N

    Steff_N Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    23 Juni 2014
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    4.128
    Sieht nicht schlecht aus. Kapuze kann man abnehmen, Ärmel dicht machen. Erfordert halt mindestens ein Rad mit Schutzblechen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9 Januar 2019
  19. marmotte27

    marmotte27 Aktives Mitglied

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    Ich hatte den Thread selber noch gar nicht im Detail gelesen. Die Reinigung der Textilien ist natürlich eine Frage. Allerdings ist das Waschen einer Funtionsjacke (was aber auch nicht soo oft nötig wird) auch nicht ganz ohne. Da sollte mal (laut einer der oben verlinkten Seiten) schon mal vorher einen Spülgang der Maschine vornehmen, um Seifenreste zu entfernen. Inwieweit die Spezialwaschmittel, NikWax oder so, und Imprägniermittel 'sauber' sind, weiß ich nicht. Dann noch in den Trockner...
    Bei mir persönlich immer der Fall. Einer der Gründe, den Randonneur zu kaufen, war, dass er das perfekte Rad für Arbeitsweg, Termine etc. ist. Sportlich schnell, aber voll ausgestattet für alle Arten Wetter und jede Tageszeit und mit der Möglichkeit, Arbeitstaschen usw. problemlos mitzunehmen. Von daher hätte ich keine Probleme mit Loden o.Ä.
     
  20. marmotte27

    marmotte27 Aktives Mitglied

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    Die Lodenjacke sieht nicht schlecht aus. Es wird auf der Seite auch bemerkt, sie sei ganzjährig verwendbar, d.h. sie ist wohl auch nicht zu warm (mit der Stoffstärkeangabe 580 g/lfm kann ich jetzt erstmal nicht soviel anfangen).
     
  21. ta22os

    ta22os Aktives Mitglied

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    Klar, davon gehe ich aus bei einem Rad, das bei jedem Wetter zum Arbeitsplatz fahren soll.
     
  22. ta22os

    ta22os Aktives Mitglied

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    Ja, das ist die Sehnsucht nach der eierlegenden Wollmilchsau, wie sie auch schon J. Heine für "Das" Fahrad bis zum Exzess betrieben hat. Die gibt's natürlich nicht, aber viele Ansprüche lassen sich doch unter einen Hut bringen.

    Wenn ich ne Jacke will, die ich zum Sport und für den Arbeitsweg trage (wenn's egal ist, wie die Jacke aussieht), dann ist Softshell bestimmt eine gute Wahl. Wenn ich zur Arbeit fahre und evtl. beim Kunden nicht mit Sportjacke aufschlagen will, und die Jacke vielleicht auch mal ohne Radlbegleitung ins Restaurant anziehen möchte, sind das natürlich verschiedene Ansprüche.
     
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