Die Fahrt:
Die Brevet-Organisatoren hatten angekündigt, dass am Abend des Starts ein Spiel des BVB stattfinden würde.
Die Anreise mit dem Zug von Soest war dennoch problemlos, da der Zug in Soest noch leer war und auch ein zweiter Zugteil eingesetzt wurde.
Ich stieg am Signal Iduna Park aus und musste etwas Geduld aufbringen, um mich durch die BVB Fans zu wühlen. Dennoch waren die kurzen 2 km bis zum Brevet Startpunkt "Gaststätte goldener Erntekranz" relativ schnell geschafft.
Mit
@Bilbo hatte ich mich zum Start verabredet. Wir kamen mit einem weiteren Mitfahrer ins Gespräch und beschlossen gemeinsam zu starten. Zusammen mit 2 weiteren Fahrern waren wir mit die letzten Starter. Diese zwei waren aber zu schnell für uns, so dass wir sie ziehen ließen.
Aufgrund zweier Verfahrer und Stopps wegen technischer Probleme war der Start etwas holprig.
Dennoch lief es gut und ich übernahm in unserer Dreiergruppe viel Führungsarbeit. Hin und wieder überholten wir etwas langsamere Fahrer. Mit meinem neuen Scheinwerfer hatte ich genug Licht. Einen großen Teil der Strecke konnte ich die Lichtmenge aber deutlich reduzieren, um Strom zu sparen.
Hinter Unna bis Lippstadt kannte ich die Strecke ... Heimatrevier.
kurzer Stopp in Brockhausen nach knapp 60 km, um mehr Kleidung anzuziehen:
Die Strecke war von den Organisatoren sehr gut gewählt. Breite tagsüber teils sehr verkehrsreiche Landstraßen (z.B. L 636) ließen sich bei Nacht sehr angenehm fahren. Kurz nach 00:30 erreichten wir den ersten Kontrollpunkt Tankstelle Markant in Paderborn:
Dort trafen wir einige weitere Fahrer(innen). Ich kaufte in der Tankstelle Kohlenhydrate-Nachschub in Form von Süßigkeiten.
Es war Zeit, mich von meinen Mitfahrern zu trennen, da mein gebuchtes Hotel nur ca. 100 m entfernt war. Auf der Zugfahrt nach Dortmund hatte ich versucht, online einzuchecken. Das war aber zu spät, so dass ich die Anmeldeprozedur am Terminal des Hotels durchführen musste.
Mein Handy und den Scheinwerfer schloss ich zum Laden an. Für den Scheinwerfer hatte ich das original Netzteil mit, da nur dieses eine immer noch sehr lange Aufladezeit von 5 h ermöglicht. Mit Fremdnetzteilen, auch schnelladefähigen, ist die Ladezeit 10 h!
Mein Navi
Wahoo Bolt 2 wollte ich später während der Fahrt über die Powerbank in der Oberrohrtasche laden.
Kurz nach 1 Uhr machte ich das Licht aus und versuchte einzuschlafen. Trotz meiner Ohrenstöpsel hörte ich nah vorbeifahrende Züge. Ich war schon recht müde, aber ich als Schlafmimose konnte erst geschätzt um 1:45 Uhr einschlafen. Ich hatte mir den Wecker auf 3 Uhr gestellt, wachte aber schon um 2:35 Uhr auf. An ein Einschlafen war nicht mehr zu denken.
Ich brauchte sehr lange, um startklar zu werden, aß auch noch von meinen mitgebrachten Salzbrezeln und füllte meine Flaschen wieder mit Wasser auf..
Ich zog meine Winter Kleidung an, einschließlich kurzer Rainlegs Regenhose als Windschutz, Neopren Überschuhen sowie langen Handschuhen und Winter Helmuntermütze.
Um 3:13 Uhr fuhr ich in Paderborn los und es rollte von Beginn an ganz ordentlich. Die Stadt schien fast ausgestorben. In Wewer verpasste ich zuerst den Abzweig auf den Almetalradweg.
In Husen nahm ich die einsetzende Dämmerung und Hügel wahr. Dort will ich bei Tageslicht nochmals hin.
Bis Meerhof gab es die erste längere, wenn auch nicht steile Auffahrt des Brevets.
Gab es bisher wenig Nebel oder ich hatte diesen nicht richtig wahrgenommen, so änderte sich dies schlagartig in der schnellen Abfahrt von Meerhof nach Westheim. Starker Nebel ließ meine Brille stark beschlagen. Ich putzte mit meinem Handschuh ständig über die Brillengläser, um einigermaßen Sicht zu haben. Plötzlich ging die Hintergrundbeleuchtung meines Navis aus. Es dauerte ein wenig, bis mir die Ursache klar wurde. Ich hatte für die Abfahrt meinen Scheinwerfer heller gestellt und der Nebel streute so viel Licht, dass mein Navi von Taghelligkeit ausging. Ich verdrehte den mit Kabelbindern befestigten Navihalter etwas nach hinten, so dass der Lichtsensor des Navis weniger Licht auffing und sich die Hintergrundbeleuchtung wieder einschaltete.
Für die nächste potentielle Nebelfahrt werde ich den Schweinwerfer seitlich abkleben.
Das erste Mal schöne Lichtstimmung um 5:23 zwischen Helmighausen und Neudorf:
Gegen 6 Uhr erreichte ich nach ca. 166 km den zweiten Kontrollpunkt Aral Tankstelle in Bad Arolsen. Ich fuhr zuerst ca. 100 m an der Tankstelle vorbei, ohne sie sofort wahrzunehmen. Dass ich den nächsten Kontrollpunkt erreicht hatte, bemerkte ich erst, als der track zuende war. Ich hatte den track in Abschnitte von Kontrollpunkt zu Kontrollpunkt gestückelt.

In der Tankstelle traf ich zwei weitere Fahrer, die sich noch weiter aufwärmen und (noch) nicht wieder in die Kälte wollten. Meines Wissens haben die beiden später aufgegeben. Ich kaufte in der Tankstelle Kohlenhydrate-Nachschub in Form von Fruchtgummi.
Nebel tauchte immer mal wieder auf, aber nur schwach und störte die Fahrt nicht.
Hier kurz vor Elleringhausen:
Eine schöne Abwechslung war der Ederseebahn-Radweg: hier in Sachsenhausen
Kurz nach 7 Uhr erreichte ich Nieder-Werbe am Edersee. Das Wasser war ganz schmutzig braun:
Dort begann die bisher steilste Auffahrt des Brevets nach Basdorf. Ich holte einen weiteren Fahrer ein, dessen schweres, dunkelgrünes Trekking-Rad mit Rohloff Nabenschaltung mir schon am Start aufgefallen war. Es ist auf meinem ersten Foto in der Bildmitte zu sehen. Der Fahrer tat sich in der Steigung schwer und ich begleitete ihn fast bis zur Passhöhe. Er erzählte mir, dass dieses sein zweites Brevet nach einem erfolgreichen 200er von ARA Westfalen im März sei und er dieses als Vorbereitung für eine Alpenüberquerung nutzen wollte. Sein Brevet-Rad mit viel Gepäck und Getränken würde 25 kg wiegen.
Ich hoffte trotz meiner Zweifel, dass er das Ziel rechtzeitig erreichen würde. Tatsächlich schaffte er es noch zeitig vor dem Zeitlimit ins Ziel. Darüber freue ich mich sehr und er hat meinen größten Respekt, aber ich bin sehr froh, dass mein Rad einschließlich Gepäck deutlich leichter ist.
Steigung hinauf nach Oberorke:
Um 8:47 Uhr nach ca. 224 km erreichte ich den nächsten Kontrollpunkt Aral Tankstelle in Korbach. Auf noch mehr Süßigkeiten hatte ich keine Lust und kaufte daher Verpflegung im Aldi, der auf dem Foto zu sehen ist:
Fortsetzung folgt ...