Don_Camillo
verjazzt und nicht funkentstört
Ja, nur in D machte man da so ein Bohei um Design und angeblich vorhandene technische Qualität, wobei das trotz schickem Äußeren nie über Mitteklasse hinaus kam. Auf der Insel und bei den Hillbillies dagegen nahm man einfach den minderwertigsten Müll, den man auf Lager hatte, warf den in eine Holzoptikkiste und packte einen Deckel drauf. BSR, Quanta und Cosley sind jene Marken, um die man hier einen ganz großen Bogen machen sollte.So schön das Esslinger kompaktanlagen - Ufo auch war: sie Kompaktanlage war allenfalls in D einerfolgreiches Produkt. Konstruktiv musste man da wirklich viele Kompromisse eingehen (brauchbares Tapedeck? Leistungsverstärker? ) die die Tauglichkeit doch einschränkten. Am Ende ein besseres Plattenspeiler -radio.
Die Japaner nutzten das Format, um zu zeigen, was es technisch Neues gibt und was man auf kleinstem Raum technisch Hochwertiges verpacken konnte. Dafür hatte die Kompaktanlage dort auch nur eine ganz kurze Halbwertszeit und wurde dann von den technisch doch deutlich aus gereifteren Minis und Midis abgelöst. Toshiba Aurex, Aiwa, Technics und Hitachi waren da anfänglich die großen Mitspieler.
Die Musiktruhe hat aber einen ganz anderen Entwicklungsweg und diesen auch schon viel früher begonnen. Das war in erster Linie ein Möbel, welches hochwertige Radiowiedergabe ermöglichen sollte. Plattenspieler war dabei anfänglich ein AddOn, später nur noch eine Alibi-Funktion. Meint, dass es zu Anfang noch um Schellack-Schallplatten ging und es sich um die ersten Plattenspieler mit elektrischem Nadeltonverfahren handelte. Das verkam dann später zu in der Größe reduzierten Reibradlern mit Kristall- oder Keramik-Tonabnehmern und Spahirnadeln. Dass so eine Nadel nur 6 Plattenseiten hielt, bevor die Schallplatte beschädigt wurde, war der Konsument ja noch von der Stahlnadel des Grammophons und den ersten elektrischen Tonabnehmern (welche ebenfalls noch Stahlnadeln besaßen) her gewohnt.
Außerhalb von Europa war die Musiktruhe allerdings eher eine Hausinstallation, wo der Schreiner die Möbel fest im Haus installierte und der Hersteller nur die Geräte nebst Einbauschablonen lieferte. Manchmal gab es aber auch die Einlegeböden für die Schrankwand schon ab Hersteller und dies wurden dann vom Schreiner in die Installation eingebaut. Hier kamen dann auch lange vor der Kassette teilweise schon fest installierte Tonbandgeräte zum Einsatz. Von Frank Sinatra und Louis Armstrong aber auch einigen UK Musikern von Weltruf ist z.B. bekannt, dass sie solche Installationen hatten und dort sogar teilweise auch Aufnahmen anfertigten, welche dann im Studio verfeinert wurden.