Mit einem fulminanten Antritt am letzten Anstieg vor dem Ziel am Lago Laceno hat Domenico Pozzovivo (Colnago-CSF) die achte Etappe für sich entscheiden können. Er siegte als Solist vor Beñat Intxausti Elorriaga (Movistar) und Joaquim Rodriguez Oliver (Katusha). Bartosz Huzarski vom Team NetApp wurde starker Achter und unterstrich damit erneut das gute Auftreten des deutschen Teams. In der Gesamtwertung führt weiterhin Ryder Hesjedal (Garmin-Barracuda).


Domenico Pozzovivo lässt sich feiern.

Bei sommerlichen Temperaturen standen für die Fahrer heute 229 Kilometer zwischen Sulmona und dem Lago Laceno auf dem Plan. Das Profil sah nur zwei gewertete Anstiege vor, verzeichnete jedoch viele kleinere steile Abschnitte. Nach etwa 30 Kilometern lösten sich Andrey Amador (Movistar), Julien Bérard (AG2R-La Mondiale), Tomasz Marczynski (Vacansoleil-DCM) und Miguel Mínguez (Euskaltel-Euskadi) aus dem Feld. Sie fuhren schnell einen Vorsprung von 11 Minuten heraus. In der Folge fiel dieser zwar, jedoch nicht sonderlich dramatisch. Umso überraschender kam der Antritt Marczynskis nach 160 Kilometern, der die Gruppe sprengte. Lediglich Amador war in der Lage, dem polnischen Meister zu folgen.


Tomasz Marczynski und Andrey Amador.

Auf den folgenden Kilometern konnten beide ihren Vorsprung bei etwa vier Minuten halten. Erst als das Profil 35 Kilometer vor dem Ziel die Favoriten an die Spitze des Feldes lockte, fiel dieser drastisch. Nur 17 Kilometer später wurden sie vom Feld gestellt.

Zu diesem Zeitpunkt bestimmte Liquigas-Cannondale das Tempo, vor allem auch, um Zeitverluste ihres Kapitäns Ivan Basso zu verhindern. Wer sich aber nun auf einen Angriff der anderen Gesamtwertungsfavoriten Michele Scarponi (Lampre-ISD), Fränk Schleck (RadioShack-Nissan) oder Roman Kreuziger gefreut hatte, sah sich getäuscht. Auch die kletterstarken Fahrer von Androni Giocatolli konnten das Tempo nicht entscheidend erhöhen.

Erst die Attacke Pozzovivos, der vor etwa einem Monat in dieser Art und Weise den Giro del Trentino für sich entschied, versetzte das Feld sieben Kilometer vor dem Ziel in Aufruhr. Jedoch war keiner der genannten Fahrer in der Lage, zu Pozzovivo aufzuschließen. In relativ kurzer Zeit stiefelte der kleinste Fahrer des Pelotons den Favoriten davon. Einzig der Spanier Intxausti versuchte ihm zu folgen, jedoch vergeblich. Im Ziel konnte sich Pozzovivo seelenruhig aufrichten und seinen Sieg genießen.

„Ich hatte heute wirklich gute Beine. Meiner Attacke hatte niemand etwas entgegenzusetzen, umso glücklicher bin ich jetzt“, kommentierte Pozzovivo seinen ersten Etappensieg bei der Italien-Rundfahrt.


Das Team NetApp, hier am Start, zeigte sich auch heute wieder ambitioniert.

In der Gesamtwertung bleibt auf den ersten Plätzen alles wie gehabt. Hesjedal behauptete durch eine kämpferische Fahrweise das Maglia Rosa.


Fühlt sich sichtlich wohl in Pink: Ryder Hesjedal.

Tageswertung Top10

1. Domenico Pozzovivo (Colnago-CSF) – 6:06:05
2. Benat Intxausti Elorriaga (Movistar) – 0:00:23
3. Joaquim Rodriguez Oliver (Katusha) – 0:00:27
4. Thomas De Gendt (Vacansoleil-DCM) – s.t.
5. Dario Cataldo (Omega Pharma-Quickstep) – s.t.
6. Damiano Caruso (Liquigas-Cannondale) – s.t.
7. Gianluca Brambilla (Colnago-CSF) – s.t.
8. Bartosz Huzarski (Team NetApp) – s.t.
9. José Rujano Guillen (Androni Giocattoli) – s.t.
10. John Gadret (AG2R) – s.t.

Gesamtwertung Top10

1. Ryder Hesjedal (Garmin-Barracuda) – 32:23:25
2. Joaquim Rodriguez Oliver (Katusha) – 0:00:09
3. Paolo Tiralongo (Astana) – 0:00:15
4. Roman Kreuziger (Astana) – 0:00:35
5. Benat Intxausti Elorriaga (Movistar) – s.t.
6. Ivan Basso (Liquigas-Cannondale) – 0:00:40
7. Damiano Caruso (Liquigas-Cannondale) – 0:00:45
8. Dario Cataldo (Omega Pharma-Quickstep) – 0:00:46
9. Frank Schleck (RadioShack-Nissan) – 0:00:48
10. Eros Capecchi (Liquigas-Cannondale) – 0:00:52

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