Tirreno-Adriatico: Rodriguez siegt solo in Offida

Die vorletzte Etappe von Tirreno-Adriatico führte das verbliebene Fahrerfeld über 181km rund um Offida. Nicht mehr am Start erschienen Matthew Goss (GreenEdge) und Edvald Boasson Hagen (Sky). Auch dessen Teamkamerad Mark Cavendish entschied sich nach einer frühen Attacke vom Rad zu steigen und für die anstehende “Primavera” am kommenden Samstag zu schonen. Philippe Gilbert (BMC) stieg aufgrund eines grippalen Infektes aus. In Anbetracht der heutigen Zielankunft und dem morgigen Zeitfahren ist dies eine nachvollziehbare Entscheidung. Schließlich hegten die drei auch in der Gesamtwerung keine Hoffnungen.

Anders sah es in der Gruppe der Favoriten aus. Auf dem Rundkurs rund um Offida gab es mehrere Bonussekunden zu ergattern, die meisten im Finish. Mit einem Sieg hätte sich Vincenzo Nibali (Liquigas) das Blaue Trikot des Führenden überstreifen und Chris Horner (RadioShack-Nissan) vom ersten Gesamtrang verdrängen können. Doch es kam anders. Auf dem mehrfach zu fahrenden Rundkurs um Offida bestimmte zunächst eine Gruppe mit Carlos Alberto Betancur Gomez (Acqua & Sapone), Luis Felipe Laverde (Colombia-Coldeportes), Arthur Vichot (FDJ-Big Mat), Andrei Amador (Movistar), Branislau Samoilau (Movistar), Serge Pauwels (Omega Pharma-QuickStep) und Mirko Selvaggi (Vacansoleil-DCM Pro Cycling Team) das Renngeschehen. Die Gruppe hatte sich bei Kilometer 67 abgesetzt und einen maximalen Vorsprung von 4 Minuten herausgearbeitet. Durch die Tempoarbeit von Liquigas, Garmin, Omega Pharma-QickStep und Katusha war dieser zwanzig Kilometer vor dem Ziel weitgehend aufgebraucht. Sechs Kilometer vor dem Ziel wurden schließlich auch die letzten vier Ausreißer, Vichot, Pauwels, Betancur und Amadur, gestellt.

Kurz darauf versuchten die beiden Lokalmatadoren Danilo di Luca (Acqua & Sapone) und Michele Scarponi (Lampre-ISD) ihr Glück am letzten Anstieg. Sie wurden jedoch von Domenico Pozzovivo (Colnago) gekontert. Nachdem auch dieser von der Gruppe der Favoriten um Horner (RadioShack-Nissan), Nibali und Roman Kreuziger (Astana) unter der Flamme Rouge gestellt wurde, attackierte Joaqin Rodriguez. Er nutzte eine kleine Unachtsamkeit der Gruppe, um sich abzusetzen und schließlich den Sieg nach Hause zu fahren. Die Highlights gibt’s wie immer im Video. Den nächsten Livestream gibt es morgen hier.

Tageswertung Top 10

1. Joaquin Rodriguez (Katusha) – 4:38:27
2. Vincenzo Nibali (Liquigas) – s.t.
3. Danilo Di Luca (Acqua & Sapone) – s.t.
4. Christopher Horner (RadioShack-Nissan) – s.t.
5. Rinaldo Nocentini (AG2R) – s.t.
6. Wouter Poels (Vacansoleil-DCM) – s.t.

Gesamtwertung Top 10

1. Christopher Horner (RadioShack-Nissan) – 29:27:06
2. Roman Kreuziger (Astana) – 0:00:05
3. Vincenzo Nibali (Liquigas) – 0:00:06
4. Rinaldo Nocentini (AG2R) – 0:00:45
5. Michele Scarponi (Lampre-ISD) – 0:00:47
6. Johnny Hoogerland (Vacansoleil-DCM) – 0:00:48


 

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