Vegane Ernährung und Radsport

Dieses Thema im Forum "Fitness und Training" wurde erstellt von Käpt'n Koga, 14 Oktober 2011.

  1. Käpt'n Koga
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    Käpt'n Koga Stereotyp

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    Hallo zusammen!
    Habe vor ca. 2 Monaten angefangen - aber nun bin ich vegan! Gibt es auch andere Renn(rad)fahrer, die vegan sind, bzw. es werden möchten... David Zabriskie ist ja wohl DER vegane Vorzeigeathlet! Sicher hat er einen Teamarzt und Berater, die ihn unterstützen sich vegan und vor allem richtig zu ernähren. Ich habe diese Berater nicht, viele andere wahrscheinlich auch nicht - bitte beratet ihr mich wenn ihr schon einschlägige Erfahrungen gemacht habt!
    Es gibt sicher viele Fragen: wie ist es z.B. wenn die nächste Rennsaison losgeht? Was esse ich da idealerweise!?! Welche Energieriegel sind leicht erhältlich und vegan... Werde ich zwangsläufig schwächer ducrh vegane Ernährung:eek:??? Gibt es etwas beim Training zu beachten?
    Können dann ja auch eine vegane Gruppe aufmachen!?!
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  3. Fuus
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    Fuus MItglied

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    AW: Veganismus und Radsport

    Dave Scott, eine Ironman-Legende, war auch zu seiner besten Zeit Veganer ;) Ich habe 3 Jahre Rennrad-, 2 Jahre Lauf-, 1 Jahr Triathlonerfahrung.

    Ich selbst ernähre mich seit Juni vegetarisch. Und ich muss sagen: ich bin nicht etwa langsamer geworden, sondern schneller!

    Ich mache meine eigenen Milchreis-Energieriegel. Einfach aufkochen lassen, Trockenfrüchte nach Belieben rein und ab in den Ofen. Ich denke, die Kuhmilch kann man auch durch Soja- oder Reismilch ersetzen.

    Ich achte vor allem darauf, genug Eiweiß zu mir zu nehmen. Viel Reis, Bohnen, Linsen, Nüsse. Wenn ich das Gefühl habe, nicht genug zu mir genommen zu haben, mach ich mir einen Proteinshake. Als Sportler sollte man darauf besonders aufpassen. Bei mir persönlich ist es so, dass ich mich sehr schnell verletze, wenn ich nicht auf genug Eiweiß achte.

    Beim Training hab ich eigentlich nichts Großartiges verändert. Mir fällt nur auf: ich regeneriere DEUTLICH schneller als zu meinen carnivoren Zeiten. Außerdem ist der Bluthochdruck, der mein Hausarzt mir jedes Jahr bescheinigt hat, wie von Zauberhand verschwunden.

    Ich hab nur 1 großes Problem: ich habe IMMER Hunger. Selbst wenn ich mich total vollfresse: nach 1-2 Stunden hab ich wieder Kohldampf.

    Aber ansonsten würd ich nur sagen: jeder ist anders, und studieren geht über probieren :)
  4. Hansi.Bierdo
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    Hansi.Bierdo starring at his stem

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    AW: Veganismus und Radsport

    Im Saarland gibt es eine ganze Familie die vegan biked. Die jungen sind auch richtig ambitioniert bei MTB-Rennen dabei.

    http://www.nmbiking.de/wp/?page_id=25
  5. EdZetera
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    EdZetera Neuer Benutzer

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    AW: Veganismus und Radsport

    Muss jetzt mal ein bisschen ein Gegenbeispiel bringen, wenn auch "nur" aus Vegetariersicht (seit 4 oder 5 Jahre, weiß es gar nich mehr genau). Nach dem weglassen von Fleisch bin ich defintiv nicht leistungsfähiger geworden, im Gegenteil - meine Regenerationsphasen dauern gefühlt länger, bei langen Anstrengungen hab ich danach ein Riesenproblem damit meine Energiereserven wieder aufzufüllen und schneller bin ich auch nicht.
    Von den Einschränkungen bei der Essenswahl wenn man weggeht oder auch sonst unterwegs mal gar nicht zu reden... :(
    Aus meiner langjährigen Sicht bringt schon das Vegetarierdasein leistungsmäßig mehr Nachteile als Vorteile (ich hab ehrlich gesagt bisher keinen gefunden...). Die Essenswahl noch stärker einzuschränken würde ich nicht machen, halte ich für kontraproduktiv. An eine Leistungssteigerung glaube ich nur dann, wenn man sich vorher sehr unausgewogen ernährt hat.
    ABER: meiner Meinung nach ist vegetarisch/vegan sowieso eine persönliche Entscheidung die jeder für sich selbst treffen muss. Ich zB werde trotz der genannten Nachteile Vegetarier bleiben. Jeder so wie er/sie es mag.
  6. jonasonjan
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    jonasonjan Guest

    AW: Veganismus und Radsport

    Veganer leben nicht länger, die sehen nur schneller älter aus.
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  7. Fuus
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    Fuus MItglied

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    AW: Veganismus und Radsport

    mMn ist Veganismus oder Vegetarismus gar keine "Einschränkung". Bei mir ist es keine Sache von wollen oder nicht wollen. Ich hab noch nie sonderlich gerne oder viel Fleisch gegessen, meist halt nur dann, wenn es schnell gehen musste (Fast Food) oder weil ich meiner Familie/Bekannten nicht zur Last fallen wollte bei Festen oder Feiern. Das ist wirklich das Einzige, was ich am Vegetarismus / Veganismus negativ finde: wir leben nun mal in einer Gesellschaft, wo fast überall Fleisch gegessen und verarbeitet wird. Als Nicht-Fleischessr hat man es dann natürlich nicht immer so einfach. Ich persönlich brauchs aber einfach gar nicht. Deshalb sehe ich es auch nicht als Einschränkung an.

    Ich passe jetzt als Vegetarier auf jeden Fall besser auf meine Ernährung auf. Früher hab ich einfach alles in mich hineingeschlungen. Jetzt passe ich auf viele Sachen auf, wieviel Eiweiß hab ich heute zu mir genommen, hab ich genug Kalium, etc. Ich würde den Weg zum Veganer auch gehen, nur lebe ich halt noch im Hotel Mama und die hat keine Lust, 2 Mal zu kochen oder mich beim Kochen neben sich stehen zu haben :D

    Ohne dir jetzt zu nahe kommen zu wollen, aber ich behaupte einfach mal: dir fehlt irgendwas. Und das sind keine Fleischprodukte, sondern irgendwas anderes, vllt ein Bitamin B12-Mangel oder irgendein Mineralienmangel. Das kann man aber auch alles ohne tierische Produkte in den Griff bekommen. Ich komm bei diesem Thema immer wieder gerne auf Dave Scott zurück. Der hat über Jahre die Triathlon-Langdistanz dominiert, und war Veganer. An ihm wird deutlich, dass Veganismus die Leistung nicht mindert, wenn man es richtig (!) macht. Ich persönlich hab in meinen 6 Monaten Vegetarismus noch keinen Nachteil gefunden (mal abgesehen, dass man in Restaurants nicht die gleiche Auswahl hat wie früher).
  8. Ivo
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    Ivo Randonneur

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    AW: Veganismus und Radsport

    Ich bin seit fast 25 Jahre Vegetarier. Das hat mich nicht daran gehindert als Späteinsteiger ordentliche Resultate beim Eisschnellauf zu erzielen. Das ohne viel Talent, als Fahrer der eher Kondition und Kraft ausnützte. Beim Radfahren bislang 3x PBP, 3x LEL und 1x Weisse Nächte 1200 erfolgreich gefahren. Also dort auch mehr als genügend vorgezeigt. Ich sehe überhaupt keine Probleme rund das Thema Vegerische Nahrung und Sport.
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  9. Käpt'n Koga
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    Käpt'n Koga Stereotyp

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    AW: Veganismus und Radsport

    Diese Schmöcker sind gerade unterwegs zu mir:
    --> Thrive Fitness: The Vegan-Based Training Program for Maximum Strength, Health, and Fitness
    --> Thrive: The Vegan Nutrition Guide to Optimal Performance in Sports and Life: The Whole Food Way to Lose Weight, Reduce Stress, and Stay Healthy for Life

    Soweit ich informiert bin, ist Veganismus in Amiland viel weiter verbreitet. Von daher hoffe ich, dass ich gute Anregungen bzgl. optimaler veganer Trainigsplanung erhalten werde!

    Im übrigen war ich schonmal 7 Jahre Vegetarier, muss aber sagen dass ich erst jetzt ein anderes - besseres - Körpergefühl entwickele. Habe iwie den eindruck, als würde mein Körper einfach besser regenerieren, besser stoffwechseln! Gehe jetzt auch wieder brav in die Muckibude, um mich auf die nächste Saison vorzubereiten und alles läuft "fluffiger" - noch:D!!!
  10. anna.miyata
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    anna.miyata Guest

    AW: Veganismus und Radsport


    Mein Tipp: bei Vitamin B12-Mangel - den ich immer mal wieder zu spüren mir einbilde - Bier trinken. Vor allem Hefeweizen. In dem Sinne :bier:
  11. Käpt'n Koga
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    Käpt'n Koga Stereotyp

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    AW: Veganismus und Radsport

    Der unterschied von vegetarischer zu veganer Ernährung ist enorm! Du isst keine Eier, keine Milch oder -produkte, einfach nix tierisches mehr... Veganer sind die, die im Supermarkt ganz argwöhnisch auf die Listen der Inhaltsstoffe schauen... Mit anderen Worten: es ist echt anders.

    Unter diesen Aspekt der Andersartigkeit würde ich gerne wissen, wie veganer es schaffen sich im Leistungssport durchzusetzen, worauf haben sie besonders zu achten - mal abgesehen von VitB12mangel.
  12. Käpt'n Koga
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    Käpt'n Koga Stereotyp

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    AW: Veganismus und Radsport

    Echt Hefeweizen --> Vitamin B12 :cool:

    DANKE!!!!
  13. EdZetera
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    EdZetera Neuer Benutzer

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    AW: Veganismus und Radsport

    *g* Neenee, hab kein B12-Mangel - liegt auch nicht nur an meinem Hefeweizenkonsum ;) Und auch wenn ich keine Leistungssteigerungen durch mein Vegetarierdasein entwickelt habe (was nicht heißt das ich nix auf die Reihe kriegen würde - ich habe nur keine Verbesserungen (durch die Ernährungsumstellung) erlebt!), ausgewogen ernähre ich mich auf jeden Fall. Eine Doktorin der Ökotrophologie in der Verwandtschaft ist da echt hilfreich ;)
    Ich bin zwar glücklich als Vegetarier, aber wenn es mir nur um die Leistung gehen würde, dann würde ich wieder zum Gemischtköstler werden. Mach ich aber nicht. ******* eigene Überzeugungen ;)
  14. paulie
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    paulie MItglied

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    AW: Veganismus und Radsport

    Also wenn du das Salatblatt im Hamburger meinst,dann ist Veganismus wirklich weiter verbreitet in den USA als hier in Europa:)
  15. Roque
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    Roque MItglied

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    AW: Veganismus und Radsport

    Laut einer Studie des Vegetarian Yournal von 2006 1, leben 3 % der US-Amerikaner vegan. Laut der Nationalen Verzehrstudie II von 2008 ernähren sich in Deutschland lediglich 0,1 % der Frauen und 0,05 % der Männer vegan.
    Auch die Auswahl an veganen Lebensmitteln und Restaurants ist in den USA wesentlich größer.


    VitB12 ist kein Problem, dafür reicht ein Glas Multivitaminsaft (wird B12 zugesetzt) alle 2-3 Tage. Manchen Magarinen wird auch B12 zugesetzt, sowie generell recht vielen Produkten. Daher haben auch Veganer selten B12 Mangel.
    Schwieriger ist die Versorgung mit Proteinen. Zwar ist es problemlos möglich mit pflanzlichen Produkten genug Eiweiss aufzunehmen, aber man muss seine Ernährung schon darauf einstellen und darauf achten, genug Sojaprodukte sowie andere Hülsenfrüchte zu sich zu nehmen. Vegetarier haben es da vor allem durch Magerquark aber auch andere Milchprodukte einfacher.
  16. schmolch
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    schmolch MItglied

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    AW: Veganismus und Radsport

    Ich war schon Vegetarier, Rohköstler und Low-Carber.
    Geht alles, man muss nur genug essen.
    Angelika 123 gefällt dies.
  17. Käpt'n Koga
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    Käpt'n Koga Stereotyp

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    AW: Veganismus und Radsport

    Aktuell merke ich sehr deutlich die Umstellung - hatte bislang immer genug Speck auf den Rippen, um mich quasi nie wirklich vor einer Ausfahrt - oder auch während einer Ausfahrt ernähren zu müssen.

    Jetzt muss ich feststellen, dass dem leider nicht mehr so ist... Der Mann mit dem Hammer war gerade da! Und das schon nach 40km! Kenne ich gar nicht. Musste mich heute richtig nach Hause quälen, weil ich wie immer (alte Marotte) nix zu essen dabei hatte...

    Ansonsten merke ich, dass ich durchweg Hunger habe... Deswegen höre ich mal auch auf schreiben - geh mir was kochen:D
  18. smunolo
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    smunolo Trimmfahrer

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    AW: Veganismus und Radsport

    Je nun,

    was erwartest Du, wenn du nur Hasenfutter zu Dir nimmst... :p ;)

    Mach' ma Butter bei die Fische und Du wirst merken, man hat wieder etwas zum Zusetzen... :duck: :D :D

    frotzlige Grüße

    Martin
  19. pinkpoison
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    pinkpoison MItglied

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    AW: Veganismus und Radsport

    Ich hätte nen Literaturtipp für alle Veganer unter Euch:

    Brendan Brazier: Thrive - The Vegan Nutrition Guide to Optimal Performance in Sports an Life.

    Der Autor ist Ironman-Pofi und zweimaliger Canadischer Ultramarathon-Meister.

    Ich finde (obwohl ich kein Veganer bin) das Buch sehr interessant und habe viele seiner Gedanken in mein persönliches Ernährungskonzept übernommen. Das Englisch ist leicht verständlich.

    Gruß Robert
    Angelika 123 gefällt dies.
  20. Toni-National
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    Toni-National Neuer Benutzer

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    AW: Veganismus und Radsport

    Ich glaube es ist ziemlich schwierig sich als Profi vegan zu ernähren.
    Ich kenne zwei Sportlerinnen (Triathletin und Mountainbikerin, beide in der Weltspitze) die beide meinten, dass sie sich gerne vegetarisch ernähren würden, aber dass es als Profi einfach nicht mehr gehe. Die eine isst jetzt regelmässig Fisch, die andere auch Huhn.
    Ich weiss jetzt nicht genau was das Problem war oder wie gravierend die Leistungseinbusse gewesen wäre wenn sie sich weiterhin vegetarisch ernährt hätten, aber anscheinend hatten beide irgendwo Defizite.

    Bei Veganismus stell ich mir das noch mal schwieriger vor, vor allem wenn die Anfangseuphorie verflogen ist und die Einschränkungen in der Lebensmittelauswahl zunehmend als mühsam werden.

    Ich will hier niemanden entmutigen, rein ethisch finde ich die Idee von veganischer Ernährung super, aber macht vielleicht mal zwischendurch einen Test beim Arzt.
  21. Toni-National
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    Toni-National Neuer Benutzer

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