alex1005 26.03.2012 13:11
Buster 26.03.2012 15:07
Dieser Leitsatz -> "Heutzutage bekäme kein Radfahrer mit der Diagnose eine Profi-Lizenz." stimmt aber nicht ganz
Es gab schon viele RR in den 90zigern und danach Fahrer die "Vorschäden am Herz hatten
Aber schlimm genung war es schon ja .....
Achilleus 26.03.2012 16:11
Nord-wind 26.03.2012 18:40
War doch sein Persönliches Risiko, ich kann da nichts Schlimmes dran finden. Er wurde auf das Risiko hingewiesen und er hat es Akzeptiert, muss doch jeder selber Wissen wie viel er für seinen Sport riskiert. Verantwortungslos wäre gewesen ihm den Befund vorzuenthalten.
cube04 26.03.2012 18:44
Nord-wind
War doch sein Persönliches Risiko, ich kann da nichts Schlimmes dran finden. Er wurde auf das Risiko hingewiesen und er hat es Akzeptiert, muss doch jeder selber Wissen wie viel er für seinen Sport riskiert. Verantwortungslos wäre gewesen ihm den Befund vorzuenthalten.
Kann ich so nur unterschreiben.
alex1005 26.03.2012 19:10
Naja, so war es nunmal auch nicht. Klar stimmt es, dass jeder für sein Leben verantwortung übernimmt und von selbst nicht zwingend diesen schönen Sport beenden würde, ABER das Team hat mitgemacht und das sehe ich schon etwas anders. Ob auch ein junger Mann wie Merckx damals die Konsequenzen sich ausmalen konnte, oder eher diese verdrängte, kann ich nix dazu sagen,das Team handelte trotzdem verantwortungslos.
Bzgl. der Lizenz musste ich auch etwas lachen.....ich sag nur Kim Kirchen...
pepper.salt 27.03.2012 06:43
Achilleus
Wer trägt denn die Verantwortung für sein Leben? Würdest du aufhören, Rad zu fahren, weil du dabei aufgrund eines Herzfehlers sterben könntest?
Würdest Du aufhören, zu arbeiten, weil Du dabei aufgrund eines Herzfehlers sterben könntest? Wer trägt dann die Verantwortung für Dein Leben?
Achilleus 27.03.2012 09:36
pepper.salt
Würdest Du aufhören, zu arbeiten, weil Du dabei aufgrund eines Herzfehlers sterben könntest? Wer trägt dann die Verantwortung für Dein Leben?
Die Beantwortung wäre wohl redundant...
Natürlich würde ich nicht aufhören, zu arbeiten. Wenn ich das wollte, wäre es eh die falsche Arbeit.
pepper.salt 27.03.2012 09:53
Achilleus
Die Beantwortung wäre wohl redundant...
Natürlich würde ich nicht aufhören, zu arbeiten. Wenn ich das wollte, wäre es eh die falsche Arbeit.
Und genau deswegen halte ich
Achilleus
Würdest du aufhören, Rad zu fahren, weil du dabei aufgrund eines Herzfehlers sterben könntest?
für fatal zu kurz gegriffen. und die Reduzierung auf die "falsche" Arbeit ebenfalls.
Achilleus 27.03.2012 10:03
Verstehe ich dich richtig, dass du meinst, man müsste die Situation neu bewerten, weil man durch die Diagnose neues Faktenwissen hinzugewinnt?
pepper.salt 27.03.2012 11:08
Achilleus
Verstehe ich dich richtig, dass du meinst, man müsste die Situation neu bewerten, weil man durch die Diagnose neues Faktenwissen hinzugewinnt?
Ich weiß nicht, könntest Du diese wachsweiche Aussage etwas präzisieren? Danke.
Tante Edith sagt vorsorglich: natürlich! immer! selbstverständlich!
Picard 27.03.2012 11:40
Gottlob ist es ja glimpflich ausgegangen und dem Merckxen Edi sind auf seine gesetzteren Tage noch n paar Zeilen gewidmet worden.
Achilleus 27.03.2012 13:01
pepper.salt
Tante Edith sagt vorsorglich: natürlich! immer! selbstverständlich!
Wachsweich scheint mir eher die Annahme zu sein, man würde sich aus Gründen zu einer Entscheidung für oder wider Beruf/Radsport/Wasauchimmer hinreißen lassen. Das trifft vielleicht auf einige, wenige sonnenhafte Naturen zu.
lenkerbruch 27.03.2012 13:45
Hmmm... was war das denn für eine Diagnose? Herzmuskel zu dick, also fragliche hypertrophe Kardiomyopathie versus Sporthypertrophie.
Wenn der gute Mann trotz aller Amphetamine, die er zugegebenermaßen geschluckt hat, so lange Rad gefahren ist, ohne eine für die Kardiomyopathie typische Herzrhythmusstörung zu erleiden, stimmt m.E. die Diagnose wahrscheinlich nicht.
Die Diagnosemöglichkeiten in den sechziger und siebziger Jahren waren auch eher bescheiden, eine genetische Untersuchung nicht möglich.
pepper.salt 27.03.2012 14:29
@Achilleus: Na, jetzt laß mal die Kirche im Dorf.
ob jemand aufhört "Rad zu fahren" wegen eines Herzfehlers oder auch nicht, ist sicher eine persönliche Entscheidung und zu respektieren.
ob die "Ausübung des Berufes Radsport" mit hochrisikobehafteten Herzfehlern, mit bekannten wirtschaftlichen Zwangsrandbedingungen, zugelassen werden sollte ist eben nicht mehr nur eine persönliche Entscheidung.
ich denke das habe ich sehr klar und nicht wachsweich ausgedrückt.
Achilleus
Verstehe ich dich richtig, dass du meinst, man müsste die Situation neu bewerten, weil man durch die Diagnose neues Faktenwissen hinzugewinnt?

Deine Frage ist nicht irgendwie richtig bezogen. Welche Situation, wem seine welche Diagnose , welches neue Faktenwissen, ... ? Sorry das ist eine nettgemeinte (?) Frage ob ich bei heißer Luft kühlen würde.
Waltzing-Matilda 27.03.2012 15:03
lenkerbruch
Hmmm... was war das denn für eine Diagnose? Herzmuskel zu dick, also fragliche hypertrophe Kardiomyopathie versus Sporthypertrophie.
Wenn der gute Mann trotz aller Amphetamine, die er zugegebenermaßen geschluckt hat, so lange Rad gefahren ist, ohne eine für die Kardiomyopathie typische Herzrhythmusstörung zu erleiden, stimmt m.E. die Diagnose wahrscheinlich nicht.
Die Diagnosemöglichkeiten in den sechziger und siebziger Jahren waren auch eher bescheiden, eine genetische Untersuchung nicht möglich.
Genau diesen Gedankengang hatte ich beim Lesen auch.
Ob diese Geschichte in dieser o.g. Form überhaupt zutrifft, möchte ich bezweifeln.
Achilleus 27.03.2012 15:18
[quote="pepper.salt, post: 2368284, member: 44055, zugelassen werden sollte ist eben nicht mehr nur eine persönliche Entscheidung.[/quote]
Das ist genau der Punkt, auf den ich mich bezogen habe. Wer und mit welcher Begründung sollte denn die Entscheidung treffen? Ich habe überhaupt nur auf diesen Thread reagiert, weil es für mich so klang, als wäre es ein moralischer Frevel des Hernn Merckx oder seines Teamleiters (oder des Arztes, etc.) gewesen, weiterhin aufs Rad zu steigen. Ich denke nicht, dass es soetwas wie eine nicht weiter begründbare Moral gibt. Zugegeben, mir kocht recht schnell das Blut...
pepper.salt 27.03.2012 17:45
Na dann lass mal kochen ....
Ich denke schon daß es eine moralische Grenze geben muß, sobald es in ein klares wirtschaftliches Bett (Sumpf?) gelegt wird. Der Radprofi, zugegeben zweischniedig, aber beim Team, dem Sponsor, die Journalistik, der Rennveranstalter, da gilt das "rein private" definitv nicht mehr.
Der einzelne Idiot und Selbstmörder, da weiß ich, daß man da kaum Regeln für jemand für sich selber aufstellen kann und darf, in meinem familiären Umfeld leidvoll erlebt.
Aber sobald es um einen Wirtschaftsbetrieb geht, fließt ohne sinnvolle Regeln die Moral aber ganz schnell den Bach runter. Der Profiradsport (ja ich weiß die anderen auch) gibt da ja ein ganz gutes Beispiel ab.
Deine Idee des "keine Moral vorschreiben" wird da sehr schnell neolibertär und zynisch.
Jbnk03 27.03.2012 19:26
pepper.salt
Na dann lass mal kochen ....
Ich denke schon daß es eine moralische Grenze geben muß, sobald es in ein klares wirtschaftliches Bett (Sumpf?) gelegt wird. Der Radprofi, zugegeben zweischniedig, aber beim Team, dem Sponsor, die Journalistik, der Rennveranstalter, da gilt das "rein private" definitv nicht mehr.
Der einzelne Idiot und Selbstmörder, da weiß ich, daß man da kaum Regeln für jemand für sich selber aufstellen kann und darf, in meinem familiären Umfeld leidvoll erlebt.
Aber sobald es um einen Wirtschaftsbetrieb geht, fließt ohne sinnvolle Regeln die Moral aber ganz schnell den Bach runter. Der Profiradsport (ja ich weiß die anderen auch) gibt da ja ein ganz gutes Beispiel ab.
Deine Idee des "keine Moral vorschreiben" wird da sehr schnell neolibertär und zynisch.
Genau so sehe ich das auch. Verglichen mit anderen Berufszweigen und deren Sicherheitsvorschriften finde ich es doch sehr fragwürdig, Menschen mit bekannten Herzfehlern o.ä. professionell Rad fahren zu lassen.
Da fällt mir ein überspitzes Beispiel ein: Als ich noch in der Gastronomie tätig war, mussten wir mal eine Strafe zahlen weil in unserer Küche vier Fliesen vergilbt waren, als ob das einem Menschen schaden könnte. Das Ordnungsamt brauchet Geld da sie sonst nichts gefunden haben...also da passen die Verhältnisse definitiv nicht.
Achilleus 27.03.2012 19:58
pepper.salt
...fließt ohne sinnvolle Regeln die Moral aber ganz schnell den Bach runter.
So kommen wir der Sache schon näher. Wie nur, und das ist die eigentliche Frage, willst du für solche Prinzipien argumentieren, wie sie legitimieren? Dekalog, Vernunft...? Wenn du moralische Regeln aufstellen willst, brauchst du doch immer eine legitimierende Instanz, die die Prinzipien festlegt und praktisch über den Dingen steht.
Das wir uns nicht falsch verstehen: Besondere Regeln akzeptiert jeder, der an einer Sportveranstaltung teilnimmt. Nur sind diese nicht moralischer Natur, sondern sind begründet in wirtschaftlichem Interesse, besserer Vergleichbarkeit etc.
pepper.salt 29.03.2012 09:34
Achilleus
So kommen wir der Sache schon näher. Wie nur, und das ist die eigentliche Frage, willst du für solche Prinzipien argumentieren, wie sie legitimieren? Dekalog, Vernunft...? Wenn du moralische Regeln aufstellen willst, brauchst du doch immer eine legitimierende Instanz, die die Prinzipien festlegt und praktisch über den Dingen steht.
Das wir uns nicht falsch verstehen: Besondere Regeln akzeptiert jeder, der an einer Sportveranstaltung teilnimmt. Nur sind diese nicht moralischer Natur, sondern sind begründet in wirtschaftlichem Interesse, besserer Vergleichbarkeit etc.
Ich habe bei Dir den Eindruck, Du läßt aus einer prinzipiellen Grundhaltung heraus partout gar keine Definition(en), Legitimierungen für solche Prinzipien zu.
Das halte ich zum Einen für zynisch, genauso natürlich wie auf der anderen Seite die bisherigen Definitionen und Legitimationen "zum Schutz des Sportlers" im Sport und im Allgemeinen ja (da hast Du Recht) als Witz zu gelten haben.
Zum Anderen ist es dann aber sinnlos auch nur einen Vorschlag zu machen.
OK , doch noch: Dekalog wäre ja übrigens schon mal der erste Schritt als niedrigster gemeinsame Nenner

Vernunft wäre eine (OK, harte) Erweiterung. Dazu müsste man halt nur mal vom bequemen Zaunpfahl herunter.
Dann kommt noch Mühe, ....
Ein halbwegs durchdachte Definition und Legitimation setzt eine gründliche Vorbereitung in der Breite der beteiligten dazu voraus, ähnlich der Umsetzung des Grundgesetzes im Politischen damals. Im Sport sind die Beteiligten (und die Berufsradsportler im Speziellen) dazu aber gar nicht bereit. Vielleicht (mMn ganz bestimmt) bedarf es einer grundlegenden Zäsur wie im o.g. Politischen.
Zu Deiner seltsamen Haltung: Warum sollten besondere Regeln bei einer Sportveranstaltung NICHT moralischer und NUR wirtschaftlicher Natur sein? Das wäre wohl der größte Flachsinn, den ich in letzter Zeit gehört habe, wenn Du das so tatsächlich meinst.